Avrillé, der K.O.-Schlag in der Hosentasche
(3rd of Feb. 2006)
Die Welt hat schon viel über sich ergehen lassen und man hat von allen möglichen Schauergeschichten gehört. Da sollen Skylla und Karyptis die Meerenge zwischen Sizilien und dem großen „Stiefel“ unsicher gemacht haben, Odysseus traf auf die Homophagen und den Zyklopen. Irgendwo hausten Zentauren und Einhörner, lauter gefährliche Tiere, von denen zu hören die Menschen und vor allem die Kinder, mit Schrecken erfüllte. Man hat auch schon von einem Don Quichotte gehört, der Windmühlen bekämpfte. In unseren Tagen treten nun andere Gestalten auf, bei denen man nicht weiß, sind sie Don Quichotte, oder die Windmühle?
Den Anfang machte ein Abbé Martin Lugmayr von der Petrusbruderschaft, der einen dicken Wälzer zugunsten eines Eucharistiegebetes ohne Wandlungsworte geschrieben hat, gefolgt von seinem Mitbruder Abbé Walthard Zimmer, der ein eifriger Verteidiger von Harry Potter ist. Fast zeitgleich treten nun die Mönche aus Avrillé auf den Plan, welche die Windmühle öfters gewechselt haben, je nachdem, ob sie mit oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Derzeit versuchen sie der seltsamen Christologie eines Lécuyer, der das Hohepriestertum Christi in der Gabe des Heiligen Geistes sieht, Geltung zu verschaffen und damit verbunden, Lécuyers Sicht vom katholischen Priestertum überhaupt. Davon aber abgesehen, ist der Ausgangspunkt der Dominikaner, der Zweifel an der Sakramentalität der Bischofsweihe, weswegen man sich nicht wundern darf, wenn sie Materie und Form der Bischofsweihe sehr nachlässig behandeln. Wir verweisen allgemein auf Diekamp, welcher der Sakramentalität der Bischofsweihe immerhin das Prädikat „Sententia certa“ verleiht, ebenso Ludwig Ott.1 Ich denke, daß wir hier auch nicht Sacramentum Ordinis und Apostolicae Curae aufführen müssen, welche die Bischofsweihe als Sakrament behandeln. Schlussendlich sei hier auf den Can. 951 des CIC1917 verwiesen, der ganz deutlich vom bischöflichen Charakter spricht:
Can. 951. Sacrae ordinationis minister ordinarius est Episcopus consecratus; extraordinarius, qui, licet charactere
episcopali careat, a iure vel a Sede Apostolica per peculiare indultum potestatem acceperit aliquos ordines conferendi.
Wie bitte? Das kanonische Recht soll keine dogmatische Quelle sein? So kann nur jemand reden, der gewohnt ist, Ausgaben des CIC von 1917 ohne die offiziellen Fußnoten zu benutzen. Nehmen wir einmal ein einfaches Beispiel, nämlich den Can. 188, der auf die §§3 und 6 der Bulle Cum ex Apostolatus Officio aus dem Jahre 1559 von Paul IV. verweist:
Wie gesagt, es bedarf einer Ausgabe mit der Annotation der Fontes:
1 Fundamentals of Catholic Dogma, Tan-Books, Seite 453.
Page 1 sur 59 1
Insgesamt 14 Kanones verweisen auf die Bulle Pauls IV. und es sind genau diese Fußnoten, welche die Gesetze des CIC dogmatisch verankern. Was besagen der Can. 188 und die Bulle Pauls IV.? Der neugierige Leser kann ja einen Priester der FSSPX fragen, der ihm gerne Auskunft geben wird. Er wird dem Gläubigen vielleicht auch erklären wieso die Priesterbruderschaft behauptet, diese Bulle sei von Pius X. abgeschafft worden, wenn gleichzeitig nach dem Tode des heiligen Papstes ein Benedikt XV. das CIC veröffentlicht hat, das vierzehnmal auf diese Bulle hinweist. Vor dem CIC von 1917 gab es keinen einbändigen Codex, vielmehr mussten die Kanonisten dieselben Quellen benutzen, wie die Dogmatiker, nämlich die Dekrete der Konzilien und Päpste. Langer Rede kurzer Sinn, der Can. 951, der ganz klar vom sakramentalen Charakter des Bischofs spricht, ist ein dogmatischer Beweis, wie der Hinweis auf andere Canones, die sich z.B. auf die Bulle Pauls IV. beziehen, von der dieser Papst wollte, daß sie auf ewige Zeiten gültig sei, ebenfalls einen dogmatischen Beweis
Page 2 sur 59 2
darstellen. Da schon also schon vor Sacramentum Ordinis von Pius XII. die Lehre von der Sakramentalität des Episkopates Sententia certa war und nachdem de fide, ist es mindestens valde temerarium der Lehre des Kanonikus Berthod beizupflichten, wie die Dominikaner es tun, wenn sie eine Bischofsweihe auf der selben Ebene einordnen, wie die Segnung eines Abtes. Wie ist eigentlich die theologische Note einer Sententia certa definiert? „Ad fidem pertinens, theologice certa“ ist eine Lehre, die durch ihren zweifellosen inneren Zusammenhang mit dem Dogma als sicher verbürgt ist. Wie gesagt, das war vor Sacramentum ordinis. Weiterhin beruhen die wichtigsten Beweisführungen der Dominikaner auf Zitaten aus Denzingers Buch „Ritus Orientalium in adminstrandis Sacramentis“, Band 2, das sie aber anscheinend niemals in der Hand gehabt haben. Vielmehr entstammen die Zitate aus Denzinger den Werken von Dom Botte, Dom Cagin und Pater Lécuyer, die sich schwere Verfälschungen zuschulden haben kommen lassen. Wir können das durch Kopien beweisen.
Der größte Fehler von Avrillé: sie stellen nichtsakramentale
Inthronisierungsriten für einen Patriarchen als Bischofsweihe vor,
bzw. diskutieren nicht die Unterschiede zwischen sakramentalen
und nichtsakramentalen Versionen2
Um hier Missverständnissen vorzubeugen, es gab in vergangenen Zeiten ein Translationsverbot für Bischöfe und es kam oft vor, daß ein Priester bei seiner Inthronisierung zum Bischof geweiht wurde. Avrillé erweckt aber den Eindruck, daß in der heutigen Zeit auch bei katholischen Kopten und Syrer grundsätzlich Nichtbischöfe auf ihre Sitze bestellen, der erst infolge der Inthronisierung ein Bischofskonsekration erhalten. Bei orthodoxen Syrern ist die Translation häufig.3 Von dieser Inthronisierungszeremonie behauptet Avrillé nun, sie sein ein Beweis für die Gültigkeit des Ritus nach Paul VI.
Selbstredend sind die Riten der Vergangenheit, welche auch einen Priester als Kandidaten vorsehen, der Erörterung wert, aber hier muß man eben genau die Rubriken studieren und nicht nur Gebetstexte. Diese Arbeit bleibt wieder mal an uns hängen. SEL de la TERRE unterscheidet nicht zwischen sakramentalen und nichtsakramentalen Inthronisierungsriten und macht sich folglich keine Gedanken darüber, was erstere sakramental gültig macht. Da die Texte für sakramentale und nichtsakramentale Inthronisierung sehr ähnlich sind, ist
2 Mgr Al-Jamil, dem Vertreter des syrisch-katholischen Patriarchates im Vatikan sind die alten sakramentalen Versionen sogar unbekannt, wie er uns gegenüber verlauten ließ. Laut Al-Jamil kam es seit der Union ein einziges mal vor, daß im Jahr 1802 ein Priester, Pater Michael Daheïr, auf den Thron des Patriarchen gewählt worden war. Al-Jamil geht davon aus, daß er vorher mit den normalen Riten zum Bischof geweiht worden war und dann erst die nichtsakramentale Version der Inthronisierung zelebriert worden war. 3 Altes LTHK, Stichwort Kopten: Die orthodoxen Kopten kennen noch das Translationsverbot, welches aber bei der Erhebung von Johannes XIX. im Jahre 1928 durchbrochen worden war. Die sakramentalen Riten der Patriarchenweihe wurden missbräuchlich und sakrilegisch wiederholt. Das kommt laut Denzinger „Ritus Orientalium“ Seite 76, 77 auch bei Nestorianern vor, aber nicht bei Syrern. Katholisch-koptische Patriachalriten existieren seit 1895 (Algermissen, Konfessionskunde, Seite 291). Es darf wohl davon ausgegangen werden, daß hier ein Unterschied zwischen Weihe und nichtsakramentaler Benedizierung gemacht wird. Genau diese Unterschiede in den Rubriken werden durch Avrillé gar nicht beleuchtet.
Page 3 sur 59 3
aus den sehr knapp gehaltene Vergleichstabellen, die Avrillé präsentiert, gar nicht ersichtlich, wo genau die Wesensform einer sakramentalen Inthronisierung zu finden ist. Avrillé präsentiert also Texte der Syrer und Kopten, von denen mindestens die Unierten selbst gar nicht wollen, daß dadurch eine sakramentale Handlung geschehe, weil der Kandidat für den Thron bereits im Regelfall Bischof ist.4 Im Falle einer sakramentalen Inthronisierung, wenn also der Kandidat Priester ist, wird die Handlung nicht nur durch eine Handauflegung bereichert, sondern auch durch ein zusätzliches Gebet.5 Genau das hätte aber von Avrillé unterschieden werden müssen. Denzinger nennt auf Seite 76 den Missbrauch der Nestorianer, die grundsätzlich sakramentale Patriarchalriten haben, aber auch im Falle eines Kandidaten, der schon Bischof ist, alles wiederholen, was ein Sakrileg darstellt. Halten wir fest, daß es in diesen sakramentalen Versionen mehrere Handauflegungen gegeben hat und bei den koptisch- orthodoxen immer noch gibt. Nirgendwo liefert uns Avrillé eine Diskussion aller Handauflegungen.
In orientalisch-katholischen Texten der Neuzeit, welche grundsätzlich die Translation kennen, ist also in den Pontifikalien von einer Unterscheidung auszugehen, denn Denzinger konsultiert relativ alte Quellen. Auch in Rom wurde in alter Zeit ein Unterschied gemacht zwischen sakramentalen und nichtsakramentalen Riten zur Erhebung eines Papstes. Hier noch folgenden Beitrag, den wir einem Priester der Bruderschaft verdanken, aber wohl auf Anton Holzer zurückgeht:
Konsekrations- und Benediktionsgebete für die Instritution
des papa electus zum papa verus:
- Wenn der Gewählte noch nicht Bischof ist:
Le Sacramentaire Grégorien, ed. J. DESHUSSES (Fribourg 1971) (Ad pontificem ordinandum, n. 1018) S. 226: "huic famulo tuo quem apostolicae sedis praesulem et primatum omnium qui in orbe terrarum sunt sacerdotum, ac universalis ecclesiae tuae doctorem dedisti et ad summi sacerdotii ministerium elegisti, hanc quaesumus domine gratiam largiaris: Tribuas ei cathedram pontificalem, ad regendam ecclesiam tuam et plebem universam"
Dazu Hortal Sancez: « In hac oratione... clare apparet triplex potestas papae, scilicet regiminis, magisterii et sanctifi-cationis; est enim primas, doctor et sacerdos, et quidem in gradu summo. Sed implicite magna distinctio fit inter pontificem consecratum et non consecratum. Ante consecrationem est quidem a Deo 'electus' atque 'datus', sed 'cathedram pontificalem ad regendam ecclesiam et plebem universam' adhuc non possidet: expressis enim verbis concessio huiusmodi cathedrae a Deo postulatur. Ergo, iuxta formulam consecratoriam tempore sancti Gregorii Magni usitatam, potestas primatialis electi Romani pontificis adhuc non est completa.Plenitudo enim accipitur a Deo, et quidem mediante consecratione episcopali »6.
4 Denzingers Quellen sind hauptsächlich die Unterlagen des Konzils von Florenz, also keine Riten aus den letzten 200 Jahren. Was z.B. den sakramentalen Teil der maronitischen Patriarchalriten angeht, so ist eindeutig die erste Handauflegung aller Bischöfe sakramental. Hat uns Avrillé den Text vorgestellt? Oder ist hier irgendeine Ähnlichkeit mit dem neuen Ritus ersichtlich? 5 Das war im Augenblick des Unionskonzils von Ferrara-Florenz so. Wie bereits gesagt, Mgr Al-Jamil ist die Existenz von sakramentalen Versionen der Inthronisierung nicht mehr bekannt. 6 J. HORTAL SANCHEZ, De initio potestalis primatialis Romani Pontificis, S. 75.
Page 4 sur 59 4
2. Wenn der Gewählte schon Bischof ist:
Dazu Fürst: "Solange das Translationsverbot für Bischöfe auch im Hinblick auf eine Promotion auf den Apo-stolischen Stuhl eingehalten und somit nur Nicht-Bischöfe gewählt wurden, bedeutete auch nach Ausweis der Konsekrationsgebete zweifellos die Konsekration zum Bischof von Rom auch die Übertragung der Primatialgewalt. Als aber die Translation von Bischöfen auf den römischen Stuhl als rechtmäßig akzeptiert wurde, führte man zusätzlich zur Wahl einen anderen sakralen Akt ein: die Benediktion7. (S. 50) Bereits eine unvoreingenommene Analyse der Benediktionsgebete zeigt nun, daß auch der schon konsekrierte Elekt (erst) durch den Dienst der benedizierenden Bischöfe als Haupt der Kirche eingesetzt und durch sie (hic et nunc) auf den Thron des Apostelfürsten erhoben wurde.
Das zweite Gebet lautet ja: Supplicationibus nostris, omnipotens Deus, effectum consuetae pietatis impende et gratia Spiritus tui hunc famulum tuum perfunde, ut qui in capite ecclesiarum nostrae servitutis ministerio constituitur, tuae virtutis soliditate roboretur. Per.
Und im dritten Gebet heißt es dann: Deus qui apostolum tuum Petrum inter caeteros coapostolos primatum tenere voluisti, eique universae christianitatis molem superimposuisti, respice propitius, quaesumus, super hunc famulum tuum, quem de humili cathedra violenter sublatum in thronum eiusdem apostolorum principis sublimamus, ut sicut profectibus tantae dignitatis augetur, ita virtutum meritis cumuletur, quatenus ecclesiasticae universitatis onus te adiuvante digne ferat et at te qui es praemium et beatitudo tuorum, meritam vicem recipiat. Qui vivis8.
Den Benediktionsgebeten fehlt nun sicher der sakramentale konsekratorische Charakter — und muß ihnen wegen des Iterationsverbots auch fehlen. Die Verwendung des Präsens bei den hier hervorgehobenen Formulierungen macht aber deutlich, daß die Papstbenediktion analog zur "Papstkonsekration" und in Hinblick auf die Übertragung der päpstlichen Gewalt dieser völlig gleichwertig konzipiert wurde 9. Soweit Anton Holzer. Wie man sieht, wird auch in der reinen Benediktion (zweites Gebet) der Hl. Geist herabgefleht, ohne daß dieses einen sakramentalen Charakter vermitteln würde.10 Die Gaben des Hl. Geistes
7 18 Um Mißverständnissse zu vermeiden, weisen wir darauf hin, daß wir hier, ohne auf die präzise rechtliche Bedeutung der einzelnen "Stadien" näher einzugehen, mit dem Begriff “Wahl" den gesamten Komplex Wahl i. e. S. Annahme der Wahl, Immantation und "erste Inthronisation", mit dem Begriff “Konsekration bzw. Benediktion" den gesamten Komplex Konsekration bzw. Benediktion i. e. S., Palliumüberreichung, Inthronisation auf der Cathedra Petri und Krönung bezeichnen. In den Quellen werden die einzelnen spezifischen Begriffe oft untechnisch und austauschbar verwendet, nicht zuletzt gerade die Begriffe “consecratio", “benedictio", “inthronisatio" und “coronatio". 8 19 M. Andrieu, Le pontifical romain au moyen-âge I, Le pontifical romain du XIIe siècle (Studie Testi 86), Città del Vaticano 1938, 250; hier (wie auch im folgenden bei den Quellenzitaten) normalisierte Rechtschreibung. 9 20 Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß, von den Konsekrations- bzw. Benediktionsgebeten selbstverständlich abgesehen, die Unterschiede zwischen Konsekration und Benediktion so geringfügig (und damit für unsere Frage unerheblich) waren, daß in den liturgischen Quellen zur Papstbenediktion meist überhaupt nur die Benediktionsgebete angeführt wurden. 10 In Avrillé hat man uns allen Ernstes gesagt, daß man mit der Universität von Fribourg und Kanonikus Berthod es sich durchaus vorstellen könne, daß die Bischofsweihe kein Sakrament sei. Die Antwort auf Rore Sanctifica deutet das an. Hingegen Diekamp, Band 3, Seite 355: Episkopat und Presbyterat sind sakramentale Ordines. Sententia certa. Ebenso Ott, englische Ausgabe von TAN-Books, Seite 453. Leo XIII. in Apostolicae Curae: "Es ist an dieser Stelle nicht von Belang zu untersuchen, ob die Bischofsweihe die Vollendung der Priesterweihe ist, oder eine von ihr unterschiedene Weihe; ob sie ihre Wirkung entfaltet, wenn sie per saltum - das heißt: einem Mann, der nicht Priester ist, gespendet wird, oder nicht. Aber es steht außer Zweifel, daß gemäß der Einsetzung durch Christus die Bischofsweihe ganz in Wahrheit zum Sakrament der Priesterweihe gehört und daß es sich hierbei um ein Priestertum höheren Ranges handelt. Nach dem Ausdruck der heiligen Väter wird sie das höchste Priestertum und der Gipfel der heiligen Ämter genannt.“ Und er fügt hinzu:“ Wir erklären für null und
Page 5 sur 59 5
fallen also nicht sachlich mit dem Amt des Bischofs zusammen, sondern ergänzen sie.11 In der koptischen Abtsegnung wird ebenfalls ein spiritus hegemonicus mit Handauflegung erbeten12, ohne daß es sich dabei um einen sakramentalen Akt handeln würde. Gleiches gilt für die überlieferte tridentinische Abtsegnung. 13 Hier ist der entscheidende Ausschnitt zur Handauflegung der Benedizierung eines koptischen Abtes:
Wie man sehen kann gibt es bedeutende Parallelen zur koptischen Patriarchenweihe und auch eines Metropoliten. Letztere ist entgegen den Behauptungen von Avrillé kein Sakrament, denn sie ist ein Anhang der koptischen Bischofsweihe.
Weiterhin vermischt die Arbeit aus Avrillé in einem fort die Worte „Form“ und „Formel“. Jede beliebige Textformel, die eine sekundäre Ähnlichkeit mit dem Text von Paul VI. hat, avanciert sofort zur wesentlichen Form der Bischofsweihe. Dieser Methode der Analyse
nichtig (alles), wodurch irgendjemand, gleichgültig welche Autorität er besitzt und unter welchem Vorwand auch immer, wissentlich oder unwissentlich anderssinnig vom Inhalt dieses Schreibens abzuweichen versuchen würde. Nichts Gegenteiliges, was auch immer es sei, kann diesem Schreiben entgegenstehen.“ Ein weiteres wichtiges Zitat vom hl. Thomas verdanken wir Zaitzkofen, . de perfectione vitae, cap. 24 : „Quod vero quarto proponitur, quod episcopatus non sit ordo, manifeste continet falsitatem si absolute intelligatur. Expresse enim dicit Dionysius esse tres ordines ecclesiasticae hierarchiae: scilicet episcoporum, presbyterorum, et diaconorum: et 21 dist., cap. cleros habetur, quod ordo episcoporum quadripartitus est. Habet quidem enim ordinem episcopus per comparationem ad corpus Christi mysticum, quod est Ecclesia; super quam principalem accipit curam, et quasi regalem. Sed quantum ad corpus Christi verum, quod in sacramento continetur, non habet ordinem supra presbyterum. Quod autem aliquem ordinem habeat, et non iurisdictionem solam, sicut archidiaconus vel curatus, patet ex hoc quod episcopus potest multa facere quae non potest committere, sicut conferre ordines, consecrare basilicas, et huiusmodi; quae vero iurisdictionis sunt, potest aliis committere. Idem etiam patet ex hoc quod si episcopus depositus restituatur, non iterum consecratur tanquam potestate ordinis remanente, sicut etiam in aliis contingit ordinibus.“ 11 Diekamp III, Seite 368. Und auch III. Suppl. q.35 a.1 http://www.newadvent.org/summa/503501.htm 12 Denzinger, Ritus orientalium in administrandis Sacramentis, Seite 17. Die Analogie zu einer sakramentalen Weihe ist bewusst gewollt, ohne damit ein Sakrament zu intendieren. Die alte Segnung der Palmzweige vor der Reform von Pius XII. folgt auch einer Analogie der Messe, ebenso die Missa praesanctificatorum. 13 http://www.angelfire.com/nj/malleus/abbot/p149.html Affluentem Spiritum tuae benedictionis super hunc famulum, nobis orantibus, propitius infunde…
Page 6 sur 59 6
bedienten sich auch schon die Anglikaner. Man kann ohne weiteres Vergleichstabellen zwischen den Weiheriten des Common Book of Prayer von 1666 und dem alt-englischen Sarum-Ritus herstellen, weil 30% des Textbestandes ähnlich sind, die den Leser dann sehr beeindrucken, als seien anglikanische Ordinalien traditionstreu. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, die „Luther-Messe“ nach der Agenda I von 1954 auf Latein zu übersetzen, man wird erstaunt sein, wie viel Prozent mit dem tridentinischen Messritus übereinstimmen. Beweist das die Gültigkeit?14 Der Zusammenhang mit anglikanischen Riten wird nur sehr oberflächlich diskutiert und wir haben sowohl Avrillé, als auch Zaitzkofen, Hinweise auf die Existenz einer gemischten Kommission zukommen lassen, die sich aus der Konzilskirche und der Episkopalkirche und Anglikanern zusammensetzt. Diese Kommission ist 1967 gegründet worden.15 In RORE SANCTIFICA II wird Marion Hatchett zitiert, woraus hervorgeht, daß zeitgleich mit Vatikanum II der anglikanische Weltkongress stattgefunden hatte. Emissäre waren ständig ausgetauscht worden und die „Beobachter“ für die Entwicklung des NOM dürften mit Sicherheit auch bei der Entwicklung der neuen Weiheriten beteiligt gewesen sein. Man scheint keine Neugier zu entwickeln, das aufdecken zu wollen.
Die Frage nach der Form selbst wird von SEL DE LA TERRE nur höchst oberflächlich gestellt und nach den Kriterien von Lécuyer beantwortet, der von Erzbischof Marcel Lefèbvre der Irrlehre verdächtigt war und gegen den er eine Akte beim Heiligen Offizium eingereicht hatte. Einwände gegen die Christologie von Lécuyer und seine Sicht des Priestertums werden nirgendwo geltend gemacht. In Avrillé muß doch bekannt sein, daß Lécuyer lehrt, daß UNSER HERR JESUS CHRISTUS erst in der Taufe am Jordan „die Gabe des Geistes“ empfangen habe, um Hohepriester zu werden, was praktisch das Dogma der hypostatischen Union in Frage stellt. Jesus war also vorher nicht wirklich der inkarnierte Sohn Gottes. Er tut das wiederholt, nachdrücklich und systematisch. Der Artikel aus dem Jahre 1957, wird jedenfalls zitiert, die Häresie von Lécuyer aber übergangen. Es sei hier auf Diekamp verwiesen, der gemäß der thomistischen Realunterscheidung von Person und Natur nachweist, daß der menschgewordene Sohn Gottes durch seine göttliche Existenz, die zur Potenz der menschlichen Natur hinzutritt, dieser direkt die Subsistenz verleiht, ohne Umweg über einen geschaffenen Existenzakt. Darin besteht die GRATIA CHRISTI und sein Priestertum. Die substantielle Gegenwart des Hl. Geistes in der Seele des Erlösers und alle akzidentellen, geschaffenen Gnaden sind also Folge und Konsequenz dieses Priestertums und nicht dessen Ursache, oder Prinzip.16 So wie der menschgewordene Sohn Gottes seine unendliche Heiligkeit auf der Ebene der Existenz hat, insofern als daß seine Existenz die des Logos selbst ist, so wird der HERR auf der Ebene der menschlichen Natur durch die geschaffenen Gnaden geheiligt, die dem Hl. Geist zugeeignet werden können. Aber auch das ist eine notwendige Folge der hypostatischen Union, dem Prinzip der Messianität und der Tatsache, daß der Hl. Geist auch vom Sohn ausgeht. Rahner, wie wir noch sehen werden, sieht in der Taufe Jesu aber die Zuteilwerdung einer ungeschaffenen Gnade, welche die Messianität einem
14 http://home.arcor.de/thilo.stopka/Luthermesse.rtf Passwort nicht erforderlich, auf ANNULLER drücken! Die lateinische Übersetzung mag der Verbesserung bedürfen, aber uns geht es nur um den Eindruck auf einen oberflächlichen Leser. 15 http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/chrstuni/angl-comm- docs/rc_pc_chrstuni_doc_19660324_paul-vi-ramsey_en.html Der Assumptionist George Tavard, Teilnehmer dieser Kommission wird in Referenzen am Ende der Seite folgendermaßen identifiziert: Professor and head of the department of theology at Mount Mercy College, Pittsburgh. Member of the Catholic Bishop's Commission for relations with the Protestant Episcopal Church of U.S.A., author of several works on ecumenical themes. Er selbst wollte uns gegenüber in einem Telefongespräch aber nicht zugeben, daß Fragen des Weiheritus im Detail diskutiert worden waren und zeigte sich von der neuen Bischofsweihe der Episkopalkirche überrascht. 16 Diekamp Band II, „Der innere Einheitsgrund der Person Christi“, Seite 201 und „Die hypostatische Union als Gnade“, Seite 212
Page 7 sur 59 7
geschaffenen menschlichen Subjekt verleiht. Das ist alles eine logische Folge der Realdistinktion von Esse und Essentia. Wendet man sie nicht an, so kann man das Priestertum auch nur wie Rahner und Lécuyer erklären.
Hätte man die VINDICATION der englischen Bischöfe aus dem Jahre 1898 studiert, dann hätte man genaue Anhaltspunkte, wo sich exakt in den orientalischen Riten die Form befindet, auch im Falle von sakramentalen Patriarchalriten. Man lese nur die Seite 24 im PDF- Dokument, oder war das zu anstrengend? Das Dokument steht Avrillé zur Verfügung. Traut man unserer Abschrift nicht, so hätte man sich doch bei der englischen Bischofskonferenz ein Dokument besorgen können.17
Was die moralische Einheit von Materie und Form angeht und die Störung durch die Evangelienauflegung, so werden so gut wie gar nicht die unterschiedlichen Effekte berücksichtigt, welche sich aus einer Auflegung des Buches auf den Kopf, oder auf die Schultern ergeben, oder etwa, ob die Handlung durch Bischöfe oder Diakone erfolgt. Letztere sind keine Minister des Weihesakramentes, sie stören also nie, wenn sie ein Buch oberhalb des Kopfes des Erwählten halten und sie sprechen ja auch nicht die Form, können also nicht Materie und Form des Weihesakramentes zu einer moralischen Substanz verbinden. Es wird auch nie unterschieden, ob es sich wirklich um eine Auflegung handelt (ponetur et tenetur super scapulis), oder aber, ob Diakone oberhalb des Kopfes das Buch halten (teneatur super caput). Übrigens werden Worte in der Tridentinischen Abtsegnung, welche als Form für eine Bischofsweihe dienen könnten, nicht in moralischer Einheit mit der Handauflegung gebetet.18
Man tut so, als wären wir gegen eine Auflegung an sich, was natürlich nicht stimmt. In den orientalischen Riten ist die Zuordnung von Handauflegung und der Anwendung des Evangeliums so geregelt, daß es halt nicht stört, die moralische Einheit von Materie und Form bleibt gewahrt, denn während die Gebete gesagt werden, welche die Form enthalten, sind die Hände wirklich auf dem Kopf. Höchstens wird das Buch auf die Hände gelegt.19 Bei Paul VI. ist es eben der Minister selbst, der ein konkurrierendes Zeichen einschiebt20 und zwar genau an dem Ort, der die Materie der Handauflegung aufnehmen soll, nämlich das Haupt. Weswegen hat man denn die Zuordnung im Ritus von Dax im Jahre 2002 verbessert?21 War der französische Ritus aus dem Jahr 1977 nicht gut genug?22
Man zieht aus der Priesterweihe ein Gegenargument in bezug auf unsere Einlassungen, als hätten wir in RORE SANCTIFICA II diesen Einwand nicht vorweggenommen und tut man so, als hätten wir nichts dazu geschrieben.23 Wie die von Avrillé angemerkte moralische
17 http://www.angelfire.com/nj/malleus/PDFs/Vindication-AC.pdf 18 http://www.angelfire.com/nj/malleus/abbot/p155.html Die Worte pastoralis officii culmen könnten ohne weiteres als Form für eine Bischofskonsekration dienen. 19 Siehe die Bischofsweihe im maronitischen Ritus, Denzinger Seite 219. Z.B. ist bei der koptischen Patriarchenweihen die Auflegung des Buches ganz am Ende der Zeremonie. 20 Noch dazu handelt es sich um wandte Zeichen, mit ähnlicher Symbolkraft. 21 http://home.arcor.de/thilo.stopka/sacre%20Dax%202002.rtf Bei Passwortabfrage auf ANNULLIEREN drücken. Text kann so geladen werden. 22 http://home.arcor.de/thilo.stopka/pontifical%20sacre%20(1).rtf 23 Als hätten wir diese Frage gar nicht erörtert, RORE SANCTIFICA II, Seite 87, Objection 2 : « Lors de la consécration à la prêtrise, l’imposition des mains du presbytre pourrait elle aussi affecter le sacrement, car elle aussi s’interpose. Réponse 2 :
Page 8 sur 59 8
Handauflegung geschehen soll, anders als durch Handausstreckung, erfahren wir nicht aus le SEL de la TERRE.24 Was das geschlossene Ziborium angeht, so ist das nicht entscheidend, sondern ob es am Ort steht, wo es sein soll, nämlich auf dem Korporale. Was die Lossprechung durch eine opake Wand angeht, so vergisst man, daß wie auch immer, wenigstens die aktuelle Bußgesinnung des Pönitenten außer Zweifel stehen muß und diesem Fall die moralische Erreichbarkeit wenigstens durch Sichtkontakt erfolgt, wenn ein sterbender seine Buße durch Gesten zum Ausdruck bringt. Ansonsten sind solche Absolutionen immer sub conditione, wie auch Massenabsolutionen ohne Sündenbekenntnis vor einer Schlacht nur gültig sind, wenn ein überlebender zurückkehrt und das Bekenntnis nachholt. Zur Sicherheit ist auch in diesem Fall eine neue Absolution geboten, weil der Soldat durch Willkürhandlungen neue Schuld auf sich geladen haben könnte. Bei angenommener Voraussetzung der Bußgesinnung eines moribunden Komatikers und der Absolution sub conditione durch eine opake Wand, ist das Sakrament im Falle des Wiedererwachens ebenfalls mit Sündenbekenntnis zu wiederholen. Wie wichtig das Sündenbekenntnis als Materie für das Bußsakrament ist, lese man bei Gihr nach.25 Oder nehmen wir noch einmal folgendes Zitat aus Gihr, daß ebenfalls in RS II erscheint: „Etant donné que le Sacrement n’est pas une substance naturelle, mais constitue un Tout moral, l’union de la matière et de la forme se doit d’être non pas physique mais purement morale, c’est-à-dire telle que selon l’observation et le jugement des hommes, matière et forme constituent ensemble pour nous un Signe homogène. ...Que l’union entre matière et forme doive être constituée au plus intime de sorte que l’unité essentielle requise du Sacrement soit acquise et reste garantie, cela doit être établi à chaque fois à partir des paroles du Christ, comme à partir de la Nature et de la spécificité. Ainsi par exemple l’Eucharistie (Hoc est...) et l’Extrême-onction (per istam s. unctionem. . .) exigent une union manifeste des plus étroites et des plus strictes, de même qu’elle est indispensable pour le Sacrement de Pénitence, pour lequel l’Absolution du Juge ne doit pas découler de la seule auto-accusation du pénitent. Du reste ce qui, sous ce rapport, suffit à la validité du sacrement, ne suffit pas toujours à l’administration autorisée du Sacrement... »26
Das Beispiel der Beichte und der Lossprechung durch eine opake Wand ist eine Frechheit, denn das Bußsakrament ist geradezu das klassische Beispiel häufiger Spendungen sub conditione. Hingegen wird wohl niemand beim ersten Mal die Weihe sub conditione
En réponse à cette objection, il a été déjà longuement et largement répondu à un autre endroit (L’Etude, aussi bien que la
lettre de cinquante pages au Cardinal Meisner). Par principe : Dans l’ancien rite, l’évêque debout maintient sur toute la période la simple extension des mains. Il joint une seule fois brièvement les mains, alors se produit la double extension des mains. Les extensions des mains du prêtre ne sont pas une matière étrangère, puisqu’il a pu déjà être considéré à la rigueur comme valide que le prêtre puisse avec Privilège consacrer un prêtre, celui-ci entre dans la réalisation de l’acte sous la garantie de la préséance de l’évêque, ce qui est tout aussi convenable.. Lors de l’Offertoire de la Messe le diacre touche bien lui aussi la matière du sacrement. La res posée par le Presbytre est identique de nature à celle de l’évêque. En revanche l’imposition de l’évangile est différente de nature et appartient à la rigueur à un même genre. En outre le nouveau rite ne prescrit justement plus la simple extension des mains. C’est ici qu’en fait l’imposition des mains du Presbytre pourrait affecter le sacrement, ce qu’il faudrait encore examiner précisément. » Aber auch auf Seite 13, man beachte die Hinweise auf Gihr und Entscheidungen verschiedener Dikasterien des Hl. Stuhls.
24 Hier kommt auch nur ein sehr kurzzeitiger Kontakt mit dem Haupt in Frage, wenn die Fingerspitzen nur das Haar berühren. 25 Gihr, Sakramentenlehre II, Seite 117ff. 26 Warum müssen wir das wiederholen? Siehe auch Gihr, Sakramentenlehre I, Seite 41, 42. Übrigens ist die öffentliche Buße eines öffentlichen Sünders, auf die erst später die Lossprechung folgt, ebenso ein sinnvolles und sichtbares Bindeglied zwischen der Materie und der Form, wie die Handausstreckung eine sinnvolle Brücke darstellt, selbst dann, wenn Beichte und Absolution um Jahre verschoben sind. Von hier entsteht kein Argument gegen unsere Zweifel an der Einheit von Materie und Form im neuen Weiheritus.
Page 9 sur 59 9
vermittelt. Auch hat man unser Argument hinsichtlich einer konkurrierenden Materie als solches nicht verstanden, denn es geht uns nicht darum, ob ein Ziborium geschlossen ist, oder nicht, oder ob eine schalldichte Wand die bedingungsweise Spendung des Bußsakramentes in extremis erlaubt, sondern mit Materie meinen wir natürlich weder Wand noch Deckel, sondern etwas, das zur Gattung der Zeichen gehört und so als Wesensbestandteil eines Sakramentes aufgefasst werden könnte, nota bene eine materia, die sich wie ein faux ami zur echten Materie des Sakramentes verhält.27
Quellen, die wir sonst noch vermissen – Dinge die nicht erörtert
werden
Wie wir bereits angedeutet haben, vermissen wir in den Quellen die VINDICATION, ein Dokument, das Avrillé zur Verfügung stand. Da die Begründungen der VIN. nicht nur liturgiewissenschaftlich sind, sondern auch dogmatisch, kann aus ihr entnommen werden, warum die östlichen Riten gültig sind.28 Bei Durchsicht der Quellenangaben fällt auf, daß kein einziges scholastisches, dogmatisches Werk für diese Arbeit befragt worden war, oder sind die Artikel von Lécuyer neuerdings Referenz in Avrillé? Man trifft auf kein einziges Zitat des heiligen Thomas, oder eines probaten Kommentators. Gerade zur Frage des Filioque, aber auch der göttlichen Sendungen, die eben keine Appropriationen sind, hätte diese Frage umfassend diskutiert werden müssen. In unserer Korrespondenz mit Zaitzkofen wurde dieses Problem sehr tiefgehend diskutiert, was in Avrillé kaum verborgen geblieben sein kann.29 Schließlich hat man mit Abbé Gaudron einträglich zusammengearbeitet. Von ihm müssen wohl auch die zahlreichen Archivarbeiten im Deutschen Liturgischen Institut stammen, samt den Kommentaren, wie man mutmaßen darf. Die Konsultierung dieses Institutes ist zwar unumgänglich, aber den Leser darüber im unklaren zu lassen, daß es sich um eine modernistische Giftküche handelt, ist unredlich.
Man bemüht also angeblich scholastische Gründlichkeit, begnügt sich aber mit rein historischer und liturgischer Literatur.
Wir vermissen jede tiefgehende Diskussion volkssprachlicher Riten, diese werden nur am Rand erwähnt. Ihre Gültigkeit ist maßgeblich, denn der angeblich gültige, lateinische Ritus wird fast nirgendwo angewendet. Die volksprachlichen Riten zählen also für den Erhalt der Sukzession. Warum prüft man keine Beispiele? Es gibt wenigstens drei Abfassungen der sakramentalen Formen in Frankreich.
Der Ritus von Dax, die Weihe von Mgr Breton stand Avrillé zur Verfügung, woraus man die komplette Änderung der Zuordnung von Materie und Form in unserem Sinne hätte entnehmen können. Wir sind zwar nach wie vor gegen die neue Form, aber der Einwand von Seiten der
27 Das Salz im Mund des Täuflings stört überhaupt nicht, wie man in Avrillé vermeint, sondern ein eventuelles reichliches Übergießen von Öl nach der Anwendung des Wassers, weil beides das Zeichen des Reinigens an sich trägt. Salz hat keine Notion des Abwaschens an sich. Auch die Auflegung einer inspirierten Schrift konkurriert bei der Übergabe einer geistlichen Gewalt mit der Handauflegung, die ebenfalls eine segnende Geste ist. 28 Die Seiten 24 und 25 sind fundamental: http://www.angelfire.com/nj/malleus/PDFs/Vindication-AC.pdf 29 Wir verweisen hier auf das Stichwort „Sendung“ im alten LTHK und auf Diekamp I, Seite 350, zur Unterscheidung von Sendungen und Appropriationen. Man kann zwar die geschaffenen Gnaden und Gaben dem Hl. Geist bloß approprieren, aber gerade sie machen weder den Charakter des Weihepriestertums aus, noch das Priestertum Christi. Eigentlich sind das doch dogmatische Binsenweisheiten. Man wundert sich, daß man so etwas belegen muß.
Page 10 sur 59 10
Evangelienauflegung entfällt hier komplett. Theoretische ist die Einheit von Materie und Form hier gewahrt, unter Absehung der Einwände gegen die Form. Wozu eine solche Verbesserung? Waren die älteren Versionen nicht gut genug? Eine weitere Quelle, wo man die erforderliche Einheit von Materie und Form gut studieren kann, sind die Moraltheologen, allen voran der heilige Alphons. Für bestimmte Sakramente sieht er eine maximale Zeitverschiebung von der Dauer eines Vaterunser bei der Setzung von Materie und Form vor, weswegen ja die Handausstreckung bei der Priesterweihe so wichtig ist.30
Die Entscheidungen von Dikasterien des Heiligen Stuhles zur Frage der Handausstreckung bei der Priesterweihe und wie lange der Arm sinken darf, die wir Gihr entnommen haben, scheinen in Avrillé niemanden zu interessieren. Was die Anwendung auf die Bischofsweihe angeht, so sind die Handausstreckungen nicht so notwendig wie bei der Priesterweihe. Der Grund ist einfach:
Es gibt keine lange Zeitverschiebung durch die Handauflegung des Presbyteriums und
es reicht für die moralische Einheit, wenn die Materie unmittelbar vor dem
Konsekrationsgebet erfolgt, wozu bereits das Gebet „Propitiare, Domine,
supplicationibus nostris“ gehört. Was die Co-Konsekratoren angeht, die dieses Gebet
nicht mitsprechen, sondern erst ab der Präfation beten, bedeutet dies nur eine
Unterbrechung von der Dauer eines Vaterunser. Übrigens hat Pius XII. erst ab 1944 in
der Konstitution „Episcopalis Consecrationis“ fest vorgeschrieben, daß die
Mitkonsekratoren die Präfation beten, weswegen in den Rubriken vieler Pontifikalien
nichts davon enthalten ist. Es war also nicht so streng in Übung, wie man Avrillé
meint, wenngleich aber wohl der übliche Brauch.
Im Hinblick auf die Moraltheologie, aber auch die dogmatischen Lehren von Gihr,
kann von dieser Seite unser Einwand nicht ausgeräumt werden.
Nun sind wir ja nur Laien, wie man sich in Avrillé bemüht zu wiederholen31, aber weder Mediator Dei, noch Sacramentum Ordinis, oder Episcopalis Consecrationis scheinen für die Dominikaner Referenzen zu sein, die uns nahe zu bringen, in diesem Zusammenhang notwendig wäre. Lumen Gentium scheint hier bedeutend wichtiger zu sein.32 Wir sind auch erstaunt, daß man die übliche Dreiteilung dessen, was die Weihe gibt, nicht vornimmt, nämlich 1. Amtvollmacht 2. Charakter, bzw. dessen Ausdehnung in der Bischofsweihe 3. spezifische Gnaden im Falle einer fruchtbaren Spendung bei Abwesenheit eines obex, in Zusammenhang mit einer Missio divina, die eben keine Appropriation ist.33 30 Wir verweisen auf RORE Sanc. II und die Zitate aus der Sakramentenlehre von Gihr, I, II. 31 Die hervorragende Arbeit von Dr. Barth und Jens Mersch in der „Kirchlichen Umschau“ zur Anaphora von Addai und Mari gegen Abbé Martin Lugmayr geschah auch fast ausschließlich durch Laien. Die Theologen der Bruderschaft und aus Avrillé sucht man als maßgeblich beteiligte, vergeblich. Es waren auch Laien, die sich frecherweise Ecône unter den Nagel gerissen hatten, um die Gebäude vor der Freimaurerei zu retten. Das nur an die Adresse von Mgr Tissier de Mallerais. 32 Hier machen wir auf eine Meinungsverschiedenheit zwischen Zaitzkofen und Avrillé, aber auch Ecône aufmerksam. In Zaitzkofen lehrt man seit P. Bauman (heute FSSP), daß Lumen Gentium „unfehlbar“ die Sakramentalität des Episkopates lehrt. In Ecône und Avrillé scheint man wegen Kanonikus Berthod anderer Auffassung zu sein. Wir hingegen verteidigen die Sakramentalität wegen Apostolicae Curae und Sacramentum Ordinis. 33 Soll man das wirklich belegen? Noch so eine Binsenweisheit! Nun gut, Diekamp III, Seite 367. In der überlieferten Form der Priesterweihe kann das sehr schön unterscheiden: a) Übermittlung des Amtes und des Charakters, b) die Gaben der Heiligkeit. In der Form für den Diakonat ebenfalls, nur muß man dort
Page 11 sur 59 11
So etwas kann man doch in jedem Dogmatikhandbuch nachlesen. Stattdessen pflichtet man Lécuyer bei, für den die Gabe des Hl. Geistes und dessen Sendung das Amt selbst ausmacht. Seltsamerweise entnehmen wir Diekamp, daß Gnadengaben des Hl. Geistes immer an die Infusion, bzw. Vermehrung des Gnadenstandes gekoppelt sind. Sie sind also Konsequenz und nicht Ursache des Weihesakramentes, bei hinreichender Disposition eben, weil es ein Sakrament der Lebenden ist. Wir hätten gerne zuverlässige Quellen für diese vorgetragene Lehre und nicht nur Lécuyer. Muß man jetzt Lumen Gentium bemühen? Laut Diekamp und dem hl. Thomas sind Amt und Charakter identisch und nicht Amt und Gnade. Wenn Leo XIII. in Apostolicae Curae mitunter davon spricht, daß das Sakrament die Gnade vermitteln müsse, die es bezeichne, so meint er mit dem Begriff Gnade oft das Sakrament an sich, weil niemand die Weihe verdient hat. Gnade im engeren Sinne als Gabe des Hl. Geistes meint aber nur etwas, das an die Eingießung, oder Vermehrung der Liebe gekoppelt ist.34
Selbst Jesus Christus ist nicht Hohepriester durch die Gabe des Heiligen Geistes und weitere akzidentelle, geschaffene Gnaden, die der Seele inhärieren, sondern durch die einzige, substantielle Gnade, die GRATIA CHRISTI.35 Diese ist ungeschaffen und nichts anderes als der actus essendi increatus des Logos, welcher der Potenz der menschlichen Natur hinzutritt und sie so schafft und ihr direkt Subsistenz verleiht. Alle weitere Gnaden Christi ergeben sich daraus.36 Übrigens scheint Lécuyer gar keine geschaffenen Gnadengaben mehr zu kennen, weil für ihn nur die Einwohnung des Hl. Geistes als ungeschaffene Gnade zählt, für Rahner übrigens auch. Das ist aber hier nur ein Randproblem. Egal, ob es sich um die Gabe des Hl. Geistes handelt, die der Hl. Geist selbst ist, oder aber um die Gaben des Hl. Geistes, sie sind notwendiger Begleitumstand der hypostatischen Union und manifestieren das Priestertum Jesu, ohne es selbst hervorzubringen. In gleicher Weise wird der Priester durch den eingeprägten Charakter in seiner Existenz (Person) mit dem actus essendi des Erlösers verähnlicht, während die Wesenheit (Natur) mit der Gnade gesalbt wird, sofern keine Sünde vorliegt, die secundum quid aus dem Charakter hervorgeht, wie der Hl. Geist aus dem Sohn. Das ist jedenfalls Scheebens Sicht der Dinge.
Also, wir warten auf Hinweise probater Lehrer für diese Doktrin. Der Erzbischof war mit Lécuyer nicht einverstanden und hatte versucht ein Verfahren gegen ihn anzustrengen.
veranschlagen, daß ministerium die wörtliche Übersetzung von διακονια ist. Die siebenfältige Gabe wird erfleht zur treuen Amtsausübung. Sie erscheint nicht als Ursache des Sakramentes und fällt auch nicht sachlich damit zusammen. Siehe auch Scheeben (Mysterien des Christentums), Seite 479 – 488. Auf Seite 480 besteht Scheeben auf der distinkten Auffassung von Charakter und Gnade. Auf Seite 477 nennt er die Gnade hervorgebracht durch den Charakter (sofern kein Obex vorhanden ist). Der Charakter als Abbild der hypostatischen Union produziert die Gnade, wie auch der Hl. Geist aus dem Logos hervorgeht. Wir vermissen in der Arbeit aus Avrillé jede scholastische Unterscheidung zwischen Gnaden, Charismen und Talenten. Man kann den Charakter wohl als übernatürliches Talent ansehen. 34 Diekamp I, Seite 353, die Verleihung anderer übernatürlicher Gaben außerhalb der Caritas beruhen nicht auf eigentlichen Sendungen. Der Spiritus principalis (hegemonicus) kann also nur als Folge des Charakters gegeben werden, wenn eine Sünde das nicht verhindert. Nach Thomas ist der Charakter mit der geistlichen Gewalt identisch, Suppl. q.34 a.2 ad 2 http://www.newadvent.org/summa/503402.htm 35 Die geschaffenen akzidentellen Gnaden, die der menschlichen Natur inhärieren, erheben vor allem die Akte des geschaffenen Verstandes und Willens in die Übernatur, aber die allein göttliche Existenz, durch welche die menschliche Natur Jesu ihr Dasein hat, macht die Messianität aus. 36 Diekamp II, Seite 212 – 214, 229 – 232, neben der in der ewigen Zeugung aus dem Vater begründeten natürlichen Gottessohnschaft des Menschen Jesus Chr. Ist keine weitere Gottessohnschaft für Ihn anzunehmen. Somit auch keine weitere Gnade neben der GRATIA CHRISTI. Sententia longe communior. Also ist die Gratia CHRISTI Prinzip aller weiteren Gnaden, erst recht der erschaffenen und sie ist alleiniges Prinzip des Priestertums des HERRN, was Lécuyer und Avrillé nicht zu wissen scheinen.
Page 12 sur 59 12
Es scheint auch in Avrillé niemanden zu interessieren, daß Kardinal Medina-Estevez höchstselbst die Kanonizität der englischsprachigen Riten ganz allgemein in Frage, ja, er suggeriert sogar deren Ungültigkeit.37 Man spricht nur sehr allgemein von ungenauen Übersetzungen.
Zusätzlich vermissen wir eine eingehende Erörterung der Frage, wie viele Handauflegungen es in den orientalischen Riten jeweils gibt und wie lang sie in Einheit mit einem Gebet, welches im Verdacht steht, die Form zu sein, jeweils andauern. Es wäre ebenfalls zu prüfen welche davon sakramental sind, oder wenigstens als sakramental angesehen werden können, was natürlich eine Textanalyse unumgänglich macht. Wie wir in unserer Studie angemerkt hatten, - Avrillé scheint es nicht zu scheren, - sind im maronitischen Ritus 4 verschiedene Handauflegungen und in der sakramentalen Version der syrischen und koptischen Patriarchalriten 2 Handauflegungen. Man wird fest stellen, daß jede einzelne Handauflegung sakramental hinreichen könnte, aber mit Sicherheit ist bei der sakramentalen Version der Patriarchalriten jenes Gebet zur Handauflegung wirksam, wo alle Bischöfe die Hände auflegen. Genau diese Gebete werden aber gar nicht von Avrillé erwähnt.38
An dieser Stelle würde Avrillé wahrscheinlich rein liturgiewissenschaftlich antworten und sich um eine sakramentstheologische Analyse drücken, die doch gerade zur rigueur scholastique gehört und die man so sehr bemühen will. Hier rücken wir einen Beitrag von uns in französischen Sprache ein:
Quelle est la différence fondamentale entre le texte syriaque "TestSy" du rite relatif aux Patriarches syriaques catholiques, mis en avant par le Père Pierre- marie d'Avrillé, et la forme essentielle de la pseudo-prière de consécration épiscopale de Pontificalis Romani promulguée par Paul VI ?
Bien sûr, nous savons que ce texte "TestSy" se rapporte au rite (non sacramentel) de l'intronisation d'un patriarche syriaque catholique, et qu'il n'est pas le texte du rite de la consécration sacramentelle des évêques syriaques catholiques, lequel est tout différent.
Mais à part cela ?
La question ici posée est CAPITALE, en raison du fait que l'on sait que le Père Lécuyer s'est précisément servi de ce texte syriaque catholique, utilisé pour le rite (non sacramentel) d'intronisation d'un patriarche, devant la commission des cardinaux pour justifier la nouvelle forme sacramentelle essentielle de la pseudo-prière de consécration des évêques catholiques qui a été imposée par Paul VI dans sa "Constitution Apostolique" Pontificalis Romani du 18 juin 1968.
37 http://www.angelfire.com/nj/malleus/CDW_letter.html Abgesehen von der Frage der Gültigkeit ist die Kanonizität der Riten sehr wichtig. Ist jemand Priester der katholischen Kirche, wenn er mit den englischen Riten geweiht wurde? Abgesehen von dem Problem, ob der Kardinal nun selbst Anspruch auf die Rechtmäßigkeit seines Amtes erheben kann, oder nicht, wir halten hier nur den Widerspruch der Konzilskirche fest, die an der Kanonizität ihrer eigenen Riten zweifelt. 38 Selbst Mgr Al-Jamil kennt sie nicht mehr, weil ja nur noch Bischöfe inthronisiert werden. Da muß man sehr alte Dokument wälzen.
Page 13 sur 59 13
La pseudo-forme sacramentelle essentielle de Paul VI :
Et nunc effunde super hunc electum eam virtutem, quae a te est, Spiritum principalem, quem dedisti dilecto Filio tuo Iesu Christo, quem39 ipse donavit sanctis Apostolis, qui constituerunt Ecclesiam per singula loca ut sanctuarium tuum, in gloriam et laudem indeficientem nominis tui.
Le texte "TestSy" invoqué :
Effunde intelligentiam et gratiam illam, quae est e Spiritu tuo principali, quem tradidisti dilecto Filio tuo Jesu Christo
Ces deux textes peuvent sembler équivalents : il est bien écrit en effet dans le texte Syriaque relatif aux patriarches que c'est par l'intermédiaire du père que le Fils reçoit le Saint Esprit, au moins selon, ce que disent Hanssens et l’étude d’Avrillé. Mais nous verrons plus tard, que il s’agit d’une fausse citation de Denzinger et du texte Rahmani. En vérité on trouve quam au lieu de quem. Dans le texte syriaque il y a le pronom féminin hoy et non pas le masculin haw, qui seul était capable de faire référence au ruhokh rishonoyo, qui est aussi masculin. Mais laissons nous supposer ici, que le quem était justifier. Nous parlerons plus tard de cette falsification grossière.
En réalité où est la différence, sous condition, que le quem était justifié?
Celle-ci est très simple :
la pseudo forme sacramentelle essentielle de Paul VI invente une fausse succession de la transmission du Saint Esprit, à partir de la confusion (intentionnelle ?) entre une mission IMPROPRE et une mission PROPRE (Jésus donne le Saint Esprit aux apôtres) dans ces transmissions successives du Saint Esprit. En outre, dans cette pseudo forme sacramentelle essentielle de Paul VI, la mission PROPRE "...Spiritum principalem, .(..) quem ipse donavit sanctis Apostolis" est introduite comme procédant DANS SON PRINCIPE d'une mission IMPROPRE "... Spiritum principalem, quem dedisti dilecto Filio tuo Iesu Christo..."
Or il est possible d'affirmer beaucoup de vérités dogmatiques d'une façon IMPROPRE, à la condition de se rendre compte et de préciser qu'il s'agit là d'une manière IMPROPRE de s'exprimer. :40
Par exemple :
1. Je peux dire, que Dieu est devenu Homme, pour que
l’homme devienne dieu (par le mystère de la grâce) ! Si je
39 Dans le texte maronite on dit quam à la place de quem. Le premier fait rapport à l’intelligence et non pas à l’Esprit. Denzinger, page 220. Dans le texte maronite il ne s’agit même pas d’une mission impropre du Saint Esprit au Fils. Lorsque le Fils se fait engendré par le Père, un acte intellectuel, le quam fait rapport à l’intelligence. 40 Distinction de Saint Thomas : I. q.43 a.8 http://www.newadvent.org/summa/104308.htm
Page 14 sur 59 14
commence maintenant à tirer des fausses conclusions d’une manière IMPROPRE de s'exprimer, en la traitant comme si elle était une expression dogmatique complète et PROPRE, alors je deviens formellement hérétique : je suis dès lors en droit d'en tirer.la conclusion fausse, que je suis moi-même devenu Dieu et que donc je n’ai plus de maître. 2. "Jésus est conduit dans le désert par le Saint Esprit" : il s'agit là d'une mission IMPROPRE à l'union hypostatique qui constitue la divinité de Jésus. Dès lors que va-t-il se passer si je considère que cette phrase de l'Evangile constitue une mission PROPRE ? Je vais, en traitant cette phrase de l'Evangile comme une mission PROPRE, en tirer la fausse conclusion que Jésus serait subordonné à l’Esprit (et je vais nier ainsi le mystère de l'Union hypostatique de la divinité de Jésus dès sa conception virginale par le FIAT marial de l'Incarnation..
C'est là que réside toute la différence, ET ELLE EST ESSENTIELLE.
D'ailleurs, chez Paul VI, comme chez le Père Lécuyer, le théologien hérétique, qui a déterminé l'adoption de cette pseudo forme sacramentelle essentielle du nouveau rite de consécration épiscopale des évêques catholiques, on trouve l'expression des nouvelles conceptions hérétiques suivantes :
1. Jésus devient Grand-Prêtre par le Don du Saint Esprit,
parce que l’Esprit est prêtre tout court.
2. Il constitue les apôtres grand-prêtres en leur transmettant
le Don du Saint Esprit qu'il aurait reçu Lui-même de Son
Père. Il le peut, parce qu’il a reçu de Son Père le du Don
Saint Esprit, Lequel, selon Lécuyer, n'est autre que la
Grâce substantielle de Jésus (niant ainsi la Grâce de l'Union
hypostatique de la divinité du Christ, réalisé, dès la
conception virginale de Jésus, au travers du FIAT marial de
l'Incarnation). 41
3. Les apôtres construisent l’Eglise et transmettent de la même
manière l’Esprit à leurs successeurs, qui deviennent
évêques.
4. Et de fait, depuis 37 ans maintenant, ici et aujourd’hui, hic
et nunc, par cette pseudo-forme sacramentelle essentielle de
ce nouveau rit des consécrations épiscopales, partout dans
l'Eglise conciliaire, on continue à prétendre constituer des
évêques catholiques à partir de cette conception hérétique
de la transmission du Saint Esprit.
41 Cette Grâce, ipsum esse divinum du Fils éternel est la seule Grâce substantielle de Jésus. Elle est au principe des autres.
Page 15 sur 59 15
5. De telle sorte que même les femmes peuvent prétendre recevoir ainsi le Saint Esprit, et devenir, elles aussi, prêtres ou évêques. 6. A partir du moment où l'on considère que la forme de l’épiscopat catholique réside dans cette conception de la transmission du le Saint Esprit, les formes anglicanes sont, elles aussi, validées (malgré la bulle Apostolicae. Curae de Léon XIII en 1896).
Par ailleurs, pourrait-on validement consacrer un évêque catholique avec ce texte syriaque "TestSy", une prière (non sacramentelle qui sert à introniser un patriarche (déjà ordonné) ?42
Si l'on se réfère au texte des évêques anglais Vindication43 à l'appui de la défense de la Bulle Apostolicae Curae de Léon XIII, il semblerait que ce serait possible de la manière suivante où la forme sacramentelle deviendrait :
« Pater, qui nosti corda, servo huic, quem elegisti ad episcopatum ad pascendum gregem tuam gregem tuam sanctam, et ut fugatur summo sacerdotio sine repraehensione ministrans tibi diu noctuque,… » ( Hanssens, page 119)44
Avec en plus une imposition des mains juste au début de cette prière « Imponimus manus nostras.. etc…. » (Hanssens, page 116)45
Cette phrase de cette page 119 de Hanssens se retrouve ailleurs dans le rite de Paul VI, mais non dans sa forme qu'il a défini lui-même pour sacramentellement essentielle. La forme essentielle de Paul VI déclare tout autre chose.
Il faut se rappeler de l'exemple de Quam Oblationem... dans le Canon Romain de la messe Tridentine, juste avant les paroles de consécration de Notre-Seigneur lui-même :
Si l'on déclarait qu'à la place des paroles de consécration, une autre prière (par exemple Quam Oblationem...) constituait la forme essentielle du Sacrement de l'Eucharistie, le Canon romain en deviendrait tout à fait invalide.
Et pourtant la prière Quam Oblationem...n'est en rien hérétique en elle-même, alors qu'il n'en va pas du tout de même pour le texte de la pseudo "forme sacramentelle essentielle" de consécration épiscopale de Paul VI qui est hérétique de façon tout à fait
42 L’origine de ce texte est certainement un sacré d’évêque. 43 http://www.angelfire.com/nj/malleus/PDFs/Vindication-AC.pdf page 51, la prière de CoApVIII. 44 Il faut dire, que cette forme est valide, telle qu’elle se trouve dans le TESTAMENTUM, mais dans le texte officielle du pontificale syriaque on a remplacé episcopatum par patriarchatum. Il ne faut pas être étonné, lorsque l’intronisation est une bénédiction pure et l’ancienne forme de la version sacramentelle, « imponimus manus nostras… » , fut éliminée depuis des centaines d’années. Le pontificale syriaque actuel, avec l’intronisation du patriarche comprise, était publié complètement en français dans la revue L’Orient Syrien, volume VIII , 1963 par Dom de Smet. Pages 165 – 212. On peut la consulter dans les archives « Deutsches liturgisches Institut » à Trèves. Avrillé n’a rien remarqué de se document important? L’intronisation apparaît comme un sacramentale et non pas comme sacrement, ce que confirme le réponse de Mgr Al-Jamil. 45 C’est ici, que tous les évêques imposent les mains ensembles.
Page 16 sur 59 16
manifeste quant à sa conception de la transmission du Saint Esprit sous le rapport des dogmes catholiques du Filioque et des missions.
Serait-il nécessaire d'expliciter le texte syriaque "TestSy" relatif à l'intronisation d'un patriarche pour en tirer une forme sacramentelle convenable à la consécration d'un évêque catholique ? Je ne le pense pas. Elle devrait suffire en elle-même, a la condition de n'avoir pas défini une forme fausse et hérétique, comme c'est le cas de la pseudo forme sacramentelle essentielle définie par Paul VI dans sa "Constitution Apostolique" Pontificalis Romani du 18 juin 1968. Si cette forme, même non explicitée, était désignée pour forme essentielle, en unité avec l'imposition des mains, cela devrait suffire, à la condition que n'y soit pas adjointe une significatio ex adjunctis fausse et hérétique relativement au Filioque et aux missions.
Cependant tout cela demeure purement théorique car cette prière du texte syriaque catholique "TestSy" n'est utilisée que pour une intronisation non sacramentelle d'un patriarche déjà ordonné. Et en plus, le texte comment il apparaît chez Hanssens, a une faute grave. Ni Rahmani, ni Denzinger, ni le Synodicon reproduisent la recension de Hanssens, « …quem tradidisti.. », mais on trouve « …quam tradidisti.. ». De cette falsification d’une citation par Avrillé, prise de l’ouvrage de Denzinger, page 220, on en parlera ultérieurement.
Die Frage was wann und wo jeweils als Form hinreicht, ist also wichtig und kann nicht mit liturgiegeschichtlichen Hinweisen auf ähnliche Textstellen vom Tisch gefegt werden.
Wir wollen dieses Problem, hier nicht weiter vertiefen, was Ziel einer späteren Arbeit sein wird, die in Bälde erscheinen wird und wenden uns anderen Dingen zu, bemerken aber hier zum Abschluß, daß man anscheinend zum Priestertum nichts zu sagen hat, obwohl doch die Hälfte von Rore Sanctifica II der Priesterweihe gewidmet ist. Stimmt unseren Einwänden etwa zu?
Falsche Tatsachenbehauptungen
Auf den ersten Blick mag man Avrillé Recht geben, wenn sie meinen, uns widersprechen zu müssen, indem man uns erwidert, daß doch der koptische Ritus der Bischofsweihe von dem syrischen sehr verschieden sei. Unser Informant ist hier Prof. Johannes Madey. Père Pierre Marie meint, die Behauptung, der koptische und der syrische Ritus seien sehr ähnlich, verdiene eine Doppelnull. Aber Prof. Madey setzt sogar eins drauf und zählt den chaldäischen Ritus gleich mit auf. Wenn man den kompletten Text nimmt, dann hat der Professor sicherlich nicht Recht, aber wenn man das veranschlagt, was er wohl als wesentlich angesehen haben muß, nämlich die deskriptiven Formen, dann kann man ihm nur beipflichten. Folgende Tabelle spricht für sich:
koptisch Syrisch und Nestorianisch und Armenisch, Quelle: maronitisch chaldäisch Vindication Seite 49 im PDF-Format da ei participationem Tu, Domine, mitte super Et indue eum, Domine, ... Clothe him with
Page 17 sur 59 17
Spiritus Sancti tui, ut sit hunc tuum servum virtute ex alto,ut ligat et power ipsi potestas dimittendi Spiritum tuum Sanctum solvat in caelo et in that... through the peccata secundum et principalem, ad hoc, terra ; et per manus power of mandatum unigeniti tui ut pascat et visitet ejus impositionem Thy gifts he may make ilii Jesu Christi Domini Ecclesiam sibi creditam, curentur infirmi, fiantque priests, nostri, et ordinet in ea per eum virtutes in and deacons, constituendi cleros sacerdotes et nomine tuo sancto ad subdeacons and secundum mandatum diaconos constituat, laudem divinitatis tuae, deaconesses... Perfect ejus ad sanctuarium, et consecret altaria ac et faciat virtute doni the souls et solvendi vincula ecclesias,domos tui presbyteros, et of those over whom he omnia ecclesiastica, benedicat, et perficiat diaconos, et is made faciendi domos novas invocationes efficaces, diaconissas, et Bishop.’ [From ’The orationis, et sanet et judicet, hypodiaconos,et current sanctificandi altaria; gubernet et lectores in Quarterly Paper of the liberet,solvat et ligat, ministerium Ecclesiae Arch- tuae sanctae bishops’ Mission,’ ap. the Guardian, April 21,1897, p. 600.]
Es wird wohl jeder zustimmen, daß das munus sanctificandi und die Aufgabe des Bischofs zu konsekrieren und zu weihen hier überall in gleicher Weise herausgestellt ist. Wenn wir jetzt nach einmal einen Blick in die sakramentalen Versionen der Patriarchalriten werfen, wird man der telefonischen Aussage von Prof. Madey nur zustimmen können:
Koptisch, Denzinger, Seite 56, andere Syrisch und maronitisch, Denzinger Seite 219 Variante, Seite 35 Imponimus manus nostras super electum Imponimus manus nostras super servum Dei servum Dei N. ad confirmationem et istum, qui est electus in Spiritu ad statum constitutionem validam et piam unius solius firmam et religiosum Ecclesiam, cujus indivisibilis Ecclesiae Dei vivi, quam principatus monarchicus est atque comparavit per incarnationem et indissolubilis, indefectibilis est ac invisiblils dispensationem universam et crucem et Dei datoris judicium verorum et sanctarum mortem et resurrectionem suam a mortuis, revelationum divinorumque charismatum, Deus ex Deo, unigenitus Filius Patris J.Chr. dogmatum fidelium Trinitatis per crucem, per Dom. Noster, ad justificationem judiciorum resurrectionem, incorruptibilem in Eccl. Die, veritatis, revelationum sanctuarum , donorum in nomine Patris etc. Amen. sacrarum, et doctrinarum fidelium de Trinitate Wir betonen noch einmal, daß dieses Gebet in perfecta et consubstantiali, de cruce sancta, syrischen Pontifikalien nicht mehr existiert, quae est armatura fidelium firmamentum weil nur noch Kandidaten, die bereits Bischof Eccl., securitas sacerdotum.....Amen sind, Patriarch werden können.
Wir weisen darauf hin, daß die Syrer dieses Gebet zur gemeinsamen Handauflegung aller Bischöfe als wesentlich ansahen, weswegen es auch unterblieb, wenn der Kandidat schon Bischof war. Dieses Gebet faßt das munus sanctificandi, docendi und regendi zusammen und projiziert es in den Bischof, der ein Konstitutiv der Kirche ist, denn er allein kann alle Sakramente spenden. „Der Bischof trägt die Kirche in sich“, sagte der Erzbischof häufig. Dieses Gebet zur Handauflegung platziert die habituellen Intentionen der Kirche im Bischof, nämlich das Heil der Seelen, der Triumph der Kirche, die Ausbreitung des Glaubens und die Vernichtung der Irrlehre. In der Handschrift TestSy, die von Rahmani editiert worden war und die man auch bei Hanssens findet, ist es die erste Handauflegung. Wäre dieses Gebet
Page 18 sur 59 18
nichtsakramental, es könnte ja ruhig in Verbindung mit einer Handauflegung gebetet werden, wie bei der Benediktion eines Abtes auch, sofern der Kandidat Bischof ist, was heute allgemein im der Fall ist, von den koptischen Orthodoxen vielleicht abgesehen.
Wir wollen auch folgende weitere Handauflegungen nicht vergessen, von denen Mgr Kouri Sarkis sagt, daß sie mindestens früher als wesentlich angesehen worden war. Wie auch immer, eine definitive Form ist in diesen Riten nirgends festgelegt:
Koptisch-orthodoxe Maronitische Bischofsweihe Syrische Version, hier Patriarchenweihe, die wegen 47 geschah dieses Gebet aber des andauernden Handauflegung und Gebetstext durch anscheinend ohne einen Bischof vollzogen Translationsverbots der Handauflegung als reine Bischöfe, ein sakramentaler Proklamation.48 Akt ist.46 Gratia divina quae infirma Gratia divina et coeleste La grâce divine, guérit ce qui sanat et deficientia supplet, et donum Domini nostri Jesu est infirme, supplée à ce qui disjuncta conjungit, quae Christi, quae omni tempore manque, et prend soin des providentiam habet sanctarum implet defectus nostros et Eglises, appelle et élève le suarum ecclesiarum, providit sanat infirmitatem nostram ac prêtre aimant de Dieu ici ut oculos conjicerimus in N. nostra alligat vulnera présent Un tel à l’épiscopat de religiosissimum presbyterum nostrosque dimittit reatus et la ville N…..Prions et monachum praeclari curam gerit omnium filiorum donc….etc. monsterii N., ut esset sanctae Dei ecclesiae, vocat et archiepiscopus amantis promovet hunc N., servum Christum urbis Alexandriae, Christi qui hic adest et cum totius regionis Aegypti, et timore, tremore ac fide vera Nomorum ejus loco Abba N. animam suam coram sancto qui in sanctitate memoriam altari humiliavit et oculos sui reliquit, et ad Deum mentis suae in altum attollit migravit.... ad te, qui habitas coelis Handauflegung durch einen Bischof, coelorum, et expectat donum Gebet wird durch Erzdiakon vorgetragen. Diese Handauflegung hat coeleste a gradu keinen Effekt. Es sind also die anderen presbyterorum .......ad gradum in diesem Ritus maßgeblich. episcoporum......
Auf diesem Hintergrund verdient Prof. Madey wohl kaum eine Doppelnull. Das, was er mit Sicherheit als wesentlich ansah, ist sehr ähnlich.
Avrillé behauptet auf Seite 100, daß die Äthiopier andere Weiheriten hätten als die Kopten. Auch das ist falsch! Die sogenannten abessinischen Formen im Band I von Rore Sanctifica und auch in der VINDICATION, wo die Formen der Bischofsweihe dargestellt werden49, stammen aus der Historia Etiopica von Job Ludolph und er hat sie aus Handschriften
46 Denzinger, Ritus orientalium, Seite 47 47 Denzinger, Ritus orientalium, Seite 194 - 195 48 Mgr Kouri Sarkis, Le Rituel des Sacré des évêques et des patriarches dans l’Eglise syrienne d’Antioche, Zeitschrift L’Orient Syrien, Volumen VIII, 1963, Seite 142, Kopie aus dem Deutschen Liturgischen Institut. 49 Die Vindication zitiert die nichtunktionistische Nummer 2), nicht ohne Grund.
Page 19 sur 59 19
unbekannten Ursprungs und Estcourt übertrug sie in sein Werk.50 Sie stammen wohl aus der Zeit einer recht kurzen Epoche, als Äthiopien unter nestorianischem Einfluß war, mindestens diejenige, die RORE SANCT.I unter der Nummer 1) aufzählt. Nach dem Umschwenken auf die Linie der Monophysiten (Kopten würden sich als Miaphysiten bezeichnen)- weihten ausschließlich koptische Bischöfe ohne Jurisdiktion den äthiopischen Klerus bis in die 50er Jahre. Das disziplinäre Oberhaupt war neben dem Negus, der Erzabt der Klöster. Erst seit dieser Zeit gibt es für Katholiken und Orthodoxe ein äthiopisches Pontifikale, das eine Übersetzung des koptischen ist.51 Es ist ja nicht schlimm, daß man sich in Avrillé geirrt hat, aber bei der Arroganz mit der alles vorgetragen wird, treten einem die Tränen in die Augen.
Eine weitere falsche Tatsachenbehauptung findet sich auf Seite 100. Da wird unter anderem die koptische Metropolitenweihe als sakramental gültig hingestellt. Sie ist aber nach dem Willen der Kopten gar kein Sakrament, sondern ein der Bischofsweihe angehängter Ritus zur Erteilung der Dignität des Mutran (Metropolit).52
Im Falle einer sakramentalen Patriarchenweihe, wenn der Kandidat ein Priester ist, wird dieses Gebet genommen und das Wort Metropolit wird durch das Wort Pontifex, αρχιερευσ ersetzt53 und unter Handauflegung durch den ältesten Bischofs gebetet, zuzüglich jenes Gebetes, welches wir weiter oben dargestellt haben „imponimus manus nostras etc.“.
In Avrillé scheint man Probleme zu haben die Anforderungen an eine Form richtig ins Auge fassen zu können, wie man auch hinsichtlich der Anforderungen an die moralische Einheit von Materie und Form nur sehr unklar Auffassungen vertritt, wobei man immer wieder Lécuyer und Dom Botte als Kronzeugen zitiert. Wir möchten daher an dieser Stelle ein Dokument der englischen Bischöfe zur Verteidigung von Apostolicae Curae in die Diskussion einführen.
A VINDICATION OF APOSTOLICÆ CURÆ 24
26 A strange misconception in the ’responsio’
You will see now why we have characterised as misconception your contention that a definite form is essential in no Sacrament save Baptism, and, therefore, not in Holy Order. But we also notice another and somewhat surprising misconception in your further contention that the particular definite signification which the Pope deems essential to Holy Order is not discoverable in many of the forms which the Holy
50 Die Texte enthalten zum Beispiel Diakonatsweihen mit Kreuzauflegung anstelle der Handauflegung. RORE SANCTIFICA I bringt die Texte auf Seite 53, 54 51 Telefonische Auskunft von Dr. Merawi Tebege, Erzpriester in Köln-Longerich. http://kirche- koeln.de/_pd/longerich_immanuel/Nachbarn/aethiop_gemeinde.htm 52 Denzinger Seite 33 – 34. 53 Allein das reicht nach den Regeln der Vindication hin (Seite 24 in der PDF-Datei), weil diese Weihen eindeutig im Kontext eines katholischen Amtsverständnisses stattfinden und Pontifex ist eindeutig eine sakramentale Amtsbezeichnung. Ansonsten muß anstelle der Amtsbezeichnung, oder anderer Wesensnamen, die Amtvollmacht und die Gnade bezeichnet werden. http://www.angelfire.com/nj/malleus/PDFs/Vindication- AC.pdf
Page 20 sur 59 20
See, nevertheless, allows to be valid. You say that many of these forms are silent about the ’ priesthood,’ or ’ high priesthood,’ or ’ the power to offer sacrifice ’ ; and you give instances in support of your words. The rites to which you point are the very ancient form in the so-called Canons of St. Hippolytus54, the form in the Leonine Sacramentary, a document of the sixth century or earlier, and the form in the Leofric Missal55 –three forms, of which the first has been supposed by some writers to have been that used by the Roman Church in the third century ; the second is the form still found in the Roman Pontifical in all its various editions, though many other prayers are now added to it ; the third is thought by many to belong to the old Gallican rite, long since disused, and now lost. These forms, however, fully satisfy the requirements of the Bull. You have failed to observe the word ’or ’ in the proposition in which the Bull states what the requirements are. The proposition is disjunctive. The rite for the priesthood, the Pope says, ’ must definitely express the sacred Order of the priesthood or its grace and power, which is chiefly the power of consecrating and offering the true Body and Blood of the Lord.’ You do not seem to have perceived the importance of this little word ’ or,’ and have taken it to be the equivalent of ’ and.’ What Leo XIII. means is that the Order to which the candidate is being promoted must be distinctly indicated either by its accepted name or by an explicit reference to the grace and power which belongs to it. And, of course, he means us to understand that the same alternative requirements hold with regard to the form for the episcopate. The form56 must either designate the Order by its accepted name of ’ bishop ’ or ’ high priest,’ or it must indicate that the high priesthood is the grace and power imparted. Nor is such a disjunctive statement unreasonable, for in the Catholic Church the alternative phrases are perfectly equivalent.57 The Catholic Church has always meant by the term ’priest ’ (sacerdos) a person appointed and empowered to offer sacrifice, and again by the terms ’priest’ (presbyter) and ’ bishop’ (episcopus) or ’ high priest ’ (summus sacerdos), the possessors of this power in its substance and in its plenitude respectively. Had you not then mistaken this disjunctive for a conjunctive sentence you would, we think, have omitted the long disquisition of Sections XII. and XIII. of your Letter ; for the true historical fact, a fact which was carefully investigated in the recent commissions, is that not one single Ordination rite which the Catholic Church has accepted is without one or other of these alternative modes of definite signification ; and you can see that this is the case, even with the three forms which you have instanced, from Appendix D. to this Letter, which gives the essential portions of all the forms which the Church has, or may have, at any time or in any way sanctioned. 54 Die Vindication führt in ihrer Tabelle die nichtunktionistische Rezension CHipA an, die bei der Entwicklung der Riten Pauls VI. kaum eine Rolle gespielt hatte. Seite 51 im PDF-Dokument. 55 The Responsio points also in another place (see the footnote to its Appendix on the Gordon case) to the alleged recognition by the Holy See, in 1704, of the sufficiency of the mere words Accipe Spiritum Sanctum. On this see Appendix C. 56 On parle de la forme ici et non pas d’une formule de texte. Avrillé mélange ces deux termes. Il y a une formule de texte dans le rite de Paul VI, juste après la forme désignée, qui remplit les exigences (da cordis cognitor Pater etc.) de la Vindication . Donc, ce que devrait être la forme est une formule de texte, une situation fixée par les rubriques. Et une hérésie onctioniste est « la forme ». Dans les rites orientaux il y des formes contenues non-désignées, où il y un risque de confondre forme et formule. Malgré de ça, une analyse dogmatique sacramentelle doit faire la différence. Ces formes non-désignées des orientaux sont en unité morale avec la matière. Mais chez Paul VI ce n’est pas le cas. 57 Alle Hervorhebungen durch uns.
Page 21 sur 59 21
27 A further objection considered :
Do the terms ’bishop,’ ’priest,’ signify definitely ?
Before we leave this branch of the subject, one word may be useful to meet an objection which perhaps occurs to you. The terms ’ priest,’ ’ bishop,’ it may be said, are now declared to be the accepted terms to denote those who have received in substance or in plenitude the sacrificial power. Why, then, have they been rejected in an earlier part of this Letter as not bearing that meaning when they occur in your prayer, Almighty God, Giver of all good things ? The objection is specious, but it forgets that words take their meanings from the communities in which they are used. Now in the Catholic Church the terms ’ priest ’ and ’bishop’ have always had a sacrificial meaning ; and hence when used in our ’ essential forms ’ they definitely convey the required sacrificial meaning. The same is true of the Oriental Communions which use these various ancient ordination forms–as may be seen, if anyone doubts the fact, by an inspection of their Liturgies for the Mass.
But with your Communion it is different. Your Reformers no doubt retained the terms ’ priest ’ and ’bishop’ as the distinctive names of the two higher degrees of their clergy–probably because they did not dare to discard terms so long established and so familiar. But whilst retaining the terms they protested against the meanings attached to them by the Catholics, and, insisting on the etymological signification, used them, and desired that in future they should be used, to denote, not ministers empowered to offer sacrifice, but pastors set over their flocks, to teach them, to administer to them such Sacraments as they believed in, and generally to tend them spiritually.
This meaning they professed to regard as that of Scripture and of the Primitive Church, which explains the language of the Preface of your Ordinal. In illustration of this mode of employing the terms we cannot do better than remind you of the well- known passage from Hooker : Seeing, then, that sacrifice is now no part of the Church ministry, how should the name of priesthood be thereunto rightly applied ?... The Fathers of the Church [this is Hooker’s view]... call usually the ministry of the Gospel priesthood in regard of that which the Gospel hath proportionable to ancient sacrifices, namely, the communion of the Blessed Body and Blood of Christ, although it have properly now no sacrifice.
As for the people, when they hear the name it draweth no more their minds to any cogitation of sacrifice than the name of a senator or an alderman causeth them to think on old age. Thus the mere employment of the terms ’priest ’ and ’bishop ’ in one or two prayers in your rite would go for nothing, even if in other respects those prayers, or any of them, fulfilled the requirements of an essential form. It has been shown, however, that they fail also in these other respects, being separated from the imposition of hands.58 It is only ex abundantia, therefore, that
58 Hier fügen wir selbst dem Dokument unsere Fußnote bei und weisen auf den notwendigen Zusammenhang zwischen Materie und Form innerhalb einer moralischen Substanz hin. Hier haben wie es also schwarz auf weiß. Selbst wenn ein Satz die Kriterien einer Form theologisch erfüllen sollte, aber nicht in der Einheit mit der
Page 22 sur 59 22
your appeal to the use of these terms in the said prayers can be entertained by us at all.
Den englischen Bischöfen geht es also klar um die moralische Einheit von Materie und Form und ihre Kritik würde den Ritus Pauls VI. nicht weniger treffen, als die Riten der Anglikaner. Es ist weiterhin unverständlich, wenn Avrillé auf Seite 109 suggeriert, wir hätten Einwände gegen den koptischen Text, oder daß wir sie nach unseren Prinzipien haben sollten. Dieses Unverständnis scheint auf der Nichtbeachtung der Vindication zu beruhen. Der koptische Text nennt klar den Bischof als den, der den Klerus weiht und Altäre konsekriert. Die sakramentale Version des Patriarchalritus ersetzt extra das Wort Metropolit durch Pontifex59und außerdem steht ganz am Ende des Gebets „secundum ordinem summi sacerdotis“. Die Behauptung, der koptische Ritus der Bischofsweihe habe in seiner Form keinen Ausdruck des höchsten Priestertums, ist ebenfalls falsch, denn der Ausdruck Bischof in Verbindung mit der Vollmacht zu weihen erscheint ebenfalls. Das Zitat, welches Avrillé anführt, ist einfach zu kurz:
Was will man mehr? Da steht doch in der dritten Zeile „...quem eligisti in episcopum..“. An dieser Stelle muß man sich fragen, ob man in Avrillé Denzingers Buch wirklich studiert hat, oder man die Zitate der Sekundärliteratur entnommen hat? Hat man am Ende nur die Literaturnachweise aus den Tabellen von Dom Cagin in das Literaturverzeichnis kopiert? Hat man wirklich Lécuyer gelesen, oder nur aus Dom Botte abgeschrieben? Wir hingegen sind zu entschuldigen, wenn wir uns zuerst die Seiten der Bischofsweihen aus Denzingers Werk kopieren, das ja nun nicht an der nächsten Ecke liegt.
Auch andere blasen nun in das Horn der unktionistischen Irrlehre, welche erklärt, daß die substantielle Gnade des Priestertums Christi, die seiner menschlichen Natur zuteil wird, nicht im Esse divinum des Logos liegt, sondern in einer anlässlich der Taufe im Jordan empfangenen, ungeschaffenen Gnade des Hl. Geistes. Zu diesen Leuten gehören auch Karl und Hugo Rahner in einem Aufsatz, der vom Server der Uni Bonn abrufbar ist.60
Materie vollzogen wird, nützt es nichts. Es ist schlichtweg Blödsinn, eine Nichtform, die mit der Materie in Verbindung steht, durch das, was Form sein sollte, ex adjunctis für gültig zu erklären.. 59 Denzinger Seite 48. Bei diesem Gebet handelt es sich eigentlich um die nichtsakramentale Metropolitenweihe, ein Anhang der Bischofsweihe. (Denz. Seite 33 – 34) 60 http://www.dogmatik.uni-bonn.de/downloads/Skripten/1%20-%20SS%2004%20- %20Gotteslehre/Gotteslehre%20Kap%202-3.doc Ab Seite 29 ff. wird es recht interessant.
Page 23 sur 59 23
„- wenn Jesu Sendung also ihn, Jesus, als den Sohn offenbart, dann gilt dementsprechend von der Sendung des Geistes: auch sie dient ganz der heilschaffenden Vergegenwärtigung des Reiches Gottes durch und in Jesus, indem die Sendung des Geistes Jesus als Messias konstituiert;61 sie dient dem allein Gott zuzuschreibenden Werk der Versöhnung. Die Sendung des Geistes ist demnach nicht nur eine „geschaffene Gnade“, eine von Gottes Sein zu unterscheidende Heilswirkung; vielmehr ist in ihr Gott selbst gegenwärtig wie in Jesus selbst, wenngleich in anderer Weise (s.u.). Als Heiliger Geist ist Gott das Prinzip der Heiligung der Menschheit und somit des Denkens und Handelns Jesu62 zugunsten der Basileia. (vgl. 1 Kor 12,3). Die Sendung des Geistes ist „subjektiv“: Sie richtet sich an das Menschsein Jesu und an die menschliche Subjektivität des Christen: um Jesus als Mensch zum Vollzug seiner Sendung zu befähigen und um die Jünger zur Erkenntnis der Sendung Jesu zu führen.“63 Das ist aber noch nicht alles.
„Die Eigenaktivität des Geistes ist beim vorösterlichen Jesus daran ablesbar, dass der Geist Jesu Reich-Gottes-Predigt und -Praxis ermöglicht und trägt sowie Jesu Messianität begründet. Jesus setzt seine Messianität nicht selbst, nicht aus sich heraus. Sie ist ihm vorgegeben wie seine Sendung, über die er nicht verfügt, sondern die das Apriori seines Lebens ist. Insofern handelt der Geist vor ihm für ihn. Das macht insbesondere die Geistchristologie des Lk deutlich. Er treibt Jesus usw. (s.o.).“
Im weiteren Verlauf geraten bei Rahner Sendung und Appropriation begrifflich völlig durch einander, aber auch eigentliche und uneigentliche Redeweisen:
„Durch den Geist erweckt Gott, der Vater, Jesus vom Tod (Röm 8,11a). Durch den Geist wird der Auferstandene als der Herr erkannt (1 Kor 12,3). Als der eschatologisch vollendete Messias in Macht ist Jesus auch Geber des Geistes64 (Apg 2,33 // Joh 20,22), der seinerseits handelt wie auch schon im Gegenüber zum vorösterlichen Jesus. Als der Herr handelt der vollendete Messias durch den Geist. Des Messias Wirken wird von Paulus sogar als Geistwirken bezeichnet: „Der Herr ist der Geist.“ (2 Kor 3,17a, vgl. auch Röm 15,18f). Die Gabe des Geistes stammt zugleich von Gott (1 Kor 2,12). Dieser Geist ergründet die Tiefen Gottes (1 Kor 2,10b). Durch den Geist erhalten die Gläubigen die Liebe Gottes (Röm 5,5).“
Rahner ist sich durchaus bewusst, daß sein Ansatz nicht unumstritten ist:
„Jesu Verhältnis zum Geist muss schließlich von seinem messianischen Bewusstsein her bedacht werden. Wenngleich in der Exegese nicht unumstritten, spricht, wie gesehen, vieles
61 Hervorhebung durch uns. Rahner sieht hier also eine eigentliche Sendung des Geistes an den Sohn, der die Messianität konstituiert und nicht nur manifestiert. 62 Dann scheidet nach den Rahner-Brüdern wohl das Esse divinum des Logos als Prinzip aus, welches den geschaffenen Willen Jesu bestimmt. 63 Interessante Gleichsetzung von Christus und Christ. Die Sendung des Geistes richtet sich also an das Manschsein Jesu, ein esse humanum, also ein menschliches Subjekt? Der hl. Thomas kennt es nicht, wohl aber eine menschliche Natur, die kraft des ungeschaffenen actus essendi des Sohnes subsistiert. Das menschliche Subjekt Jesu, also eine geschaffene Person, empfangen eine „substantielle ungeschaffene Gnade“ des Hl. Geistes und konstituieren das Priestertum Jesu und das Priestertum seiner Jünger in gleicher Weise, wenn man Rahner glauben darf. 64 Wohl aber nur, weil er ihn als menschliches Subjekt empfangen hat. Die Messianität besteht in der „Uberformung“ des menschlichen Subjektes durch den Geist.
Page 24 sur 59 24
dafür, dass sich Jesus in seinem Handeln als vom Geist bestimmt verstanden und insofern als Gesalbter - als Christus - begriffen hat...“65
Auch der von Max Thurian editierten Lima-Liturgie können wir vier eindeutige Hinweise auf den Unktionismus entnehmen66:
1. Oration : …tu as donné l’onction de l’Esprit Saint à ton Fils bien-aimé,
lors de son baptême au Jourdain,67
et tu l’as consacré prophète, prêtre et roi;
accorde-nous une nouvelle effusion de l’Esprit
pour que nous soyons fidèles à la vocation de notre baptême…
2. Aus der Präfation : Il a voulu être baptisé et consacré comme ton Serviteur,68
pour annoncer aux pauvres la bonne nouvelle…69
3. Aus der Epiklese : Envoie sur notre eucharistie
l’Esprit qui donne la vie :
il a parlé par Moïse et les Prophètes,
il a couvert de son ombre la Vierge Marie,
il est descendu sur Jésus au Jourdain
et sur les Apôtres au jour de la Pentecôte.
Que l’effusion de cet Esprit de feu
transfigure ce repas d’action de grâce :
que ce pain et ce vin deviennent pour nous
le Corps et le Sang du Christ70
4. Aus der Anamnese : Voilà pourquoi, Seigneur,
nous célébrons aujourd’hui
le mémorial de notre rédemption :
nous rappelons la naissance
et la vie de ton Fils parmi nous,
son baptême par Jean
Lécuyer, Rahner, Max Thurian, Taizé, die Anthroposophen etc. Darf man die Liste um Avrillé verlängern? Es besteht zudem ein Gegensatz zwischen Lécuyer einerseits und Rahner und Dom Botte andererseits. Lécuyer sieht in dem Spiritus principalis eine geschaffene Gnade der Messianität, wobei es sich bei Rahner um eine ungeschaffene Gnade des Hl. Geistes handeln soll. Wie auch immer, weder das eine noch das andere macht die Messianität Jesu aus, weswegen auch keinerlei Analogie zum Weihepriestertum bestehen kann. Hingegen besteht sehr wohl eine Analogie zwischen dem Weihecharakter und der Messianität. Der Charakter ist nämlich eine Teilhabe am ungeschaffenen Esse Divinum des Logos und betrifft den Existenzakt, während die geschaffenen Gnaden die Güte des priesterlichen Handelns garantieren. Kehren wir nun zum Weihegebet Pauls VI. zurück.
65 Domatisch liegt Rahner völlig daneben, wenn der den Hl. Geist als die Salbung ansieht, denn diese ist die GRATIA CHRISTI. Scheeben sieht den Hl. Geist als den der Salbung entströmenden Duft an, ganz im Sinne des Filioque. Rahners After-Theologie ist vollständigem Einklang mit der neuen Form der Bischofsweihe. Die empfangene Salbung ist der Hl. Geist und nicht etwa nur eine Konsequenz der Menschwerdung des Sohnes. 66 http://www.wcc-coe.org/wcc/what/faith/lima-f.html 67 Anscheinend war das göttliche Kind noch nicht in der Menschwerdung zum Messias konsekriert 68 hypostasierende Anwendungen des Begriffes „Gottesknecht“ in bezug auf den Erlöser sind unter Hadrian I. auf der Frankfurter Synode verurteilt worden. 69 Die Taufe im Jordan konstituiert das Priestertum und manifestiert es nicht bloß. 70 Konsekration von Brot und Wein wird in Parallelität mit der „Konsekration“ Jesu zum Messias verstanden.
Page 25 sur 59 25
Der Ritus von Paul VI. hat nun das Problem, daß in der Form, auf die sich die Intention vorrangig beziehen soll, weder die Amtsbezeichnung findet, noch Gnade und Amtsvollmacht bezeichnet werden und das was theologisch gesehen die Form darstellen sollte, als adjuncta fungiert. Damit der Text Pauls VI. gültig wäre und die Kriterien der sakramentalen Version der syrischen Inthronisierung eines Patriarchen erfüllt, die selbst freilich gar nicht mehr praktiziert wird, müsste er unter Eliminierung der unktionistischen Lesart folgendermaßen verbessert werden.
Nachgebesserter Text Syrische und maronitische Inthronisierung Gieße jetzt aus über deinen Diener, den du Erleuchte und gieße aus, die Gnade und die erwählt hast, die Kraft, die von dir ausgeht, Weisheit, die aus dem Deinem fürstlichen den Geist der Leitung. Ihn hast durch deinem Geist ist, die Du Deinem geliebten Sohn Jesus geliebten Sohn Jesus Christus gegeben den Christus gegeben hast. Gib Weisheit, o Gott, Aposteln verliehen. Sie haben die Kirche an Rat, Stärke und Kraft, Einheit des Geistes etc. den einzelnen Orten gegründet als dein Heiligtum, zur Ehre und zum unaufhörlichen Vater, Du hast das Herz dieses Deines Dieners Lob deines Namens. erkannt, den Du zum Patriarchenamt erwählt hast, um Deine heilige Herde zu weiden und Es folgen die für die Spendung des das höchste Priestertum auszuüben... Bischofsamt wesentlichen Worte: In der Handschrift TestSy steht Du, Vater, kennst die Herzen und hast „Bischofsamt“ anstelle von deinen Diener zum Bischofsamt berufen. „Patriarchenamt“. Der erste Begriff wäre Gib ihm die Gnade, dein heiliges Volk zu für eine gültige Form mit Handauflegung leiten und dir als Hohepriester bei Tag und notwendig, weil sonst der Eindruck Nacht ohne Tadel zu dienen. entstünde, Patriarchenamt und höchstes Priestertum seien identisch. In einer reinen Benedizierung ist das aber statthaft.
Das in der ehemals sakramentalen Version der syrischen Inthronisierung durchaus wichtige Gebet, „wir legen diesem Diener Gottes die Hände auf....“, haben wir hier sogar vernachlässigt. Dom Chardon sieht nämlich in genau diesem Gebet die Form, das auch in der sakramentalen Inthronisierung von schismatischen Kopten und auch bei den Maroniten vorkam.71
Der von uns in der Gegenüberstellung hervorgehobene Textausschnitt ist in dem syrischen Text in vollständiger moralischer Einheit mit der Materie der Handauflegung, was bei Paul VI. nicht der Fall ist. Daß die syrische Form nicht offiziell ausgewiesen ist, spielt keine Rolle. Der Text enthält die Form, die sich aus theologischer Betrachtung nach den Kriterien der Vindication ergibt und etwas was nicht Form sein könnte, ist da auch nicht als falsche Form deklariert. Bis 1947 war das ja auch nicht im tridentinischen Ritus der Fall.
71 Dom Chardon écrit (en 1745 puis réédition par l’abbé Migne en 1841) :
« Lorsque l’on fait l’ordination d’un patriarche, tous les évêques qui sont présents lui imposent les mains en disant « Nous imposons les mains sur ce serviteur de Dieu, qui a été élu par le Saint-Esprit ; etc. On ôte ensuite le livre des Evangiles, et, après d’autres oraisons et bénédictions, celui qui fait l’office dit : « Un tel est ordonné dans la sainte Eglise de Dieu : et un des évêques continue : Evêque de telle ville ; ce qui est répété par celui qui fait l’office. On lui donne ensuite les ornements épiscopaux, et on le place sur le trône. Ce sont là les principales cérémonies de l’ordination du patriarche jacobite de Syrie ; et celles des Cophtes sont assez semblables.
Page 26 sur 59 26
Paul VI. folgt der Theologie von Lécuyer, der das Wesen des Amtes in einer Gabe des Hl. Geistes sieht, die doch das Amt nur begleiten kann, ut sit idoneus minister.72 Diese Geistesgabe ist wohl auch geeignet die Lehre vom Charakter zu ersetzen. Was die genauen Literaturstellen zu Lécuyer angeht, so verweise ich auf die vorangegangene Korrespondenz mit Zaitzkofen. Andere in der Gruppe von Rore Sanctifica werden hier gründlicher Arbeiten.73
Um es hier noch einmal deutlich und wiederholt zu sagen, unsere Kritik beruht nicht darauf, daß es in dem Text von Paul VI. keine Ausdrücke gibt, die als Form hätten herhalten können, vielmehr sagen wir, daß eine Nichtform mit häretischem und unktionistischem Inhalt über das was eigentlich Form sein müßte, die aber als Adjuncta als reine Zusätze deklariert werden, aufgewertet werden soll.74 Deswegen doch unser Beispiel oben, wo wir auf das Gebet Quam oblationem der Messe hingewiesen haben.75
Auf Seite 117 wird fälschlicherweise behauptet, daß die von Avrillé zitierte Passage aus Lumen Gentium keinen Irrtum enthielte. Das Zitat, welches Avrillé anführt, sagt, daß der Ordo des Bischofsamtes in der Nachfolge schlechthin des Apostelkollegiums sei, was ehrlich gesagt, nicht stimmt! Vielmehr ist die Körperschaft aller katholischen Bischöfe in der Nachfolge der Körperschaft der Apostel, ohne daß die einzelnen Bischöfe, bis auf den Papst, Nachfolger einzelner Apostel wären. Der Ordo des Episkopates ist als medium quo das Bindeglied zwischen beiden Körperschaften. Auf dieser Ebene folgt die Körperschaft aller katholischen Bischöfe der Körperschaft der Apostel. Aber Titus und Timotheus sind keine Nachfolger des hl. Paulus insofern er einzelner Apostel ist, sondern sie stehen durch die Weihe in der Nachfolge seines Episkopates, insofern der hl. Paulus Bischof war. Durch die Gemeinschaft mit der Kirche gehören Titus und Timotheus zum Kollegium der katholischen Bischöfe, welches dem Apostelkollegium nachfolgt und insofern sie dessen Glieder bleiben, aber die sakramentale Weihe als solche ist gerade keine Eingliederung in eine Körperschaft. Die Eingliederung erfolgt durch die Legitimität der Weihe. Deswegen ist der Ausdruck Apostel in der neuen Form auch kein Synonym für Bischof, weil die Apostel unverlierbare Gnaden und Charismen hatten, welche die gewöhnlichen Standesgnaden des Episkopates übertreffen. Nicht umsonst war die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen.
72 Ludwig Ott, englische Ausgabe, Fundamentals of Catholic Dogma, TAN-Books, Seite 456. Diekamp sagt nichts anderes. 73 Ein Beispiel soll hier genügen. In einem Artikel aus dem Jahre 1952, „La grâce de consécration épiscopale“, schreibt er auf den Seiten 390 – 393, daß Christus zwei wesentliche Salbungen zum Priestertum erfahren hätte. Die eine in der Empfängnis im Schoße Mariens, die zweite bei der Taufe am Jordan. Das bedeutet also, daß das esse divinum des Logos der menschlichen Natur Christi keine umfassende Heiligkeit vermitteln kann und IHN daher auch nicht umfassend zum Erlöser konsekriert. Und das soll nicht dem Filioque widersprechen und auch nicht der Gottheit Christi? Lécuyers Doktrin ist exakt der äthiopische Unktionismus des 17. Jahrhunderts. Nur jemand, dem die Realunterscheidung zwischen esse und essentia, Person und Natur, Akt und Potenz fremd ist, kann so reden. Das Weihepriestertum besteht nicht in einer Gnade im eigentlichen Sinn, weil die Gnade immer die Natur betrifft. Aber der Weihecharakter adelt die geschaffene Hypostase des Priesters und ohne obex gehen die Weihegnaden dann aus der durch den Charakter geprägten Person auf die Natur über. In Christus ist dieser Vorgang naturhaft notwendig, weil das esse divinum, der ungeschaffene actus essendi der Person Christi eine uneingeschränkte Heiligkeit vermittelt, während der Weihecharakter das esse divinum nur durch Partizipation nachahmt. Im Rahmen dieser Doktrin demontieren Diekamp und Scheeben die Christologien von Suaréz und Scotus total. 74 Rubriken zählen eben auch! 75 Erklärt man im Messkanon durch Rubriken das Quam oblationem zur Form, dürften die VERBA DOMINI als Adjuncta kaum etwas nützen, selbst wenn sie materiell vorhanden sind. Durch die veränderten Rubriken konzentriert sich die Intention eben auf Nebensächliches.
Page 27 sur 59 27
Jemand, der nicht zur Körperschaft der katholischen Bischöfe gehört, bleibt aber deswegen Bischof, auch wenn er nicht mehr Glied jener Körperschaft ist, die legitime Nachfolgerin des Apostelkollegiums ist. Der Ritus Pauls VI. identifiziert nun durch ihre Wahl der Form, die Eingliederung in eine Körperschaft mit dem Amt als solchen. Aus diesem Grund verwerfen ja gerade die schismatischen Griechen Weihen und Sakramente außerhalb ihrer Gemeinschaft. Wer keinen Anteil an der Körperschaft hat, kann auch keine Gliedschaft vermitteln. Nach katholischer Auffassung hat aber der Bischof aufgrund des Charakters die Fülle der Amtsgewalt des munus sanctificandi und er kann den Charakter weitergeben, legitim, oder nicht! Die Form Pauls VI. könnte nach Streichung des unktionistischen Irrtums von Lécuyer als normaler Zusatz im Konsekrationsgebet verbleiben, aber bitte ohne Form zu sein. Dieser Satz wiese dann auf den historischen Umstand der Ausbreitung des Glaubens durch die Apostel hin. Das wäre aber auch alles. Erst der nachfolgende Satz „Da cordis cognitor, Pater,...etc..“ enthält die Form.
Die Apostel waren jeder einzeln für sich unfehlbar, aber die katholischen Bischöfe sind nur als Kollegium in Gemeinschaft und in Unterordnung unter den Papst unfehlbar. Das Wort Apostel kann also nicht das Bischofsamt bezeichnen, was das Wort Pontifex in der sakramentalen Version der koptischen Patriarchenweihe sehr wohl tut. Die Apostel haben ein Amt inne, das weit über den Episkopat hinausgeht, auch wenn diese Zusätze keinen sakramentalen Charakter haben.
Eine weitere Behauptung aus Avrillé macht uns stutzig. Da wird gesagt, es sei unmöglich, daß sich Kard. Ottaviani hätte täuschen können. Dabei war es doch Pater Pierre Marie, der die Blindheit des Kardinals in Gesprächen uns gegenüber als Argument eingeführt hatte und er hatte hinzugefügt, daß Ottaviani am Ende den NOM akzeptiert hatte. Selbst die kritische Untersuchung des NOM stammte gar nicht von ihm, sondern von Guérard Delaurier. Der Kardinal hatte sie nur unterschrieben.
Die Studie aus Avrillé erweckt den Anschein, als würde in der Priesterbruderschaft jeder einzelne Fall für eine Nachweihe gewissenhaft geprüft. Theologische Kriterien spielen aber gar keine Rolle, sondern es sind immer Gründe pragmatischer Art, wie mir kürzlich ein Priester der Bruderschaft in den USA bestätigt hat und auch andere in Europa. So ist zum Beispiel Abbé Mader nachgeweiht worden, weil er insistiert hatte, Pfarrer Goesche aber nicht. Beiden waren von ein und demselben Pseudo-Bischof die Hände aufgelegt worden. Einmal soll also die Weihe ungültig gewesen sein, ein anderes gültig? Der Priester aus den USA sagte mir, daß einem kürzlich zugelaufenen Mitbruder nur deswegen neu die Hände aufgelegt worden waren, weil er von den Gläubigen nicht akzeptiert worden war.
Es muß traurig stimmen, daß Jünger des hl. Thomas, wofür man sich ja in Avrillé hält, die Sakramentalität der Bischofsweihe im Hinblick auf das Supplementum der Summa anzweifeln. Das Supplementum erschien nach dem Tod des hl. Thomas unter Vervollständigung seines Sekretärs und es war genau der Abschnitt, den der Aquinate vor seinem Tod zu vollenden sich geweigert hatte. Das Supplementum muß also wie ein Kommentar zu Thomas verstanden werden, der nur dann einen Wert hat, insofern er mit seiner restlichen Lehre übereinstimmt. Noch nicht einmal gegen die Materie der Weihen, die Handauflegung, kann das Supplementum in Anschlag gebracht werden. An anderer Stelle äußert sich Thomas eindeutig zur Handauflegung als Materie und redet nicht von der Überreichung der Instrumente.76 76 Zitat entnommen Diekamp, Band III, Seite 365, Summa Theol. III. q.84 a.4 « respondeo ». Der Artikel redet an sich über die Beichte, aber Thomas schweift kurz vom Thema ab und kommt auf die Materie des
Page 28 sur 59 28
Kommen wir nun zu einer tabellarischen Gegenüberstellung, die zeigen wird, daß der neue Weiheritus mit dem syrischen TESTAMENTUM DOMINI, das Quelle der syrischen Patriarchalriten ist, nicht mehr zu tun hat, als Luthers „Messe“ mit dem tridentinischen Ritus:
TESTAMENTUM Paul VI. Kommentar Wir legen diesem Diener Nicht vorhanden Diese Handauflegung im Gottes die auf, der vom Hl. TESAMENTUM ist die erste Geist erwählt ist, zum festen und im Patriarchalritus die Bestand der Kirche und zu zweite und alle Bischöfe ihrer Zierde, usw. wirken daran mit. Die Syrer Im koptischen Ritus ist es laut sehen sie laut Denzinger als Quelle Ebnassali die erste, in sakramental an, denn dem der Quelle Abulbirkat die Bischof wird in sakramentaler zweite. Im maronitischen Form die Gewalt über einen Ritus ist es die dritte, die erste Teil des mystischen Leibes lautet: Gloria Patri etc.. gegeben, was die Fülle der Praesta nobis, Domine Deus, bischöflichen Amtsgewalt ist ut pure et sancte stemus coram altari tuo sancto, tuam misericordiam exorantes, ut sis nobiscum et inter nos, nobisque largiris effusam divini tui doni opem in hoc etiam instanti, ita ut secundum voluntatem tuam perficiamus ministerium perfecti hujus principis sacerdotum et attollamus.
..., der Du der Kirche die Durch das Wort deiner Gnade Im syrischen Text besteht ein Doktrin gegeben hast durch hast du der Kirche ihre eindeutiger Bezug auf die Gnade Deines Ordnung gegeben. Zeugung und Sohnschaft. einziggezeugten Sohnes.. ..., der Du Abraham erwählt Von Anfang an hast du das Im syrischen Text wurde hast, der Dir durch seinen heilige Volk der Kinder Abraham wegen seines Glauben gefiel, der Du den hl. Abrahams auserwählt; Glaubens erwählt. Bei Paul Henoch zum Schatz des VI. erscheint das Volk der Lebens überführt hast und der Hebräer schlechthin gerecht. Du Fürsten und Priester in Der syrische redet nur vom Dein himmlisches Heiligtum Glauben Abrahams. Der Text bestellt hast, damit Deinem Pauls VI. widerspricht direkt
Weihesakramentes zu sprechen. http://www.newadvent.org/summa/408404.htm Wherefore an imposition of hands is made in the sacrament of Confirmation, wherein the fullness of the Holy Ghost is conferred; and in the sacrament of order, wherein is bestowed a certain excellence of power over the Divine mysteries; hence it is written (2 Timothy 1:6): "Stir up the grace of God which is in thee, by the imposition of my hands." Als wir uns vor etwa einem Jahr mit Pater Pierre Marie getroffen hatten, wurde die Existenz einer solchen Äußerung des hl. Thomas kategorisch bestritten.
Page 29 sur 59 29
Namen und dem Deines dem Evangelium und den Einziggezeugten Lob und Strafreden des Herrn.77 Herrlichkeit zuteil werde..
Der syrische Text bringt das
Heiligtum klar mit der Kirche
in Zusammenhang und der
alte Bund hat ein Ende.
Du wolltest auch jetzt gelobt du hast Vorsteher und Priester Bei Paul VI. scheint das werden und es gefiel Dir eingesetzt und dein Heiligtum Heiligtum nach wie vor durch Fürsten für Dein Volk nie ohne Diener gelassen. Du die Juden gehütet zu werden, (bedeutet hier klar die Kirche) wolltest verherrlicht sein von jedenfalls ist diese aufzustellen. Anbeginn der Welt in denen, Interpretation nicht die du erwählt hast. (Die ausgeschlossen. Gott wird erwählten scheinen hier also immer noch durch den uneingeschränkt die Juden zu alten Bund verherrlicht, wie ja sein und die Diner Heiligtums jüngste Dokumente zu ebenso).78 jüdischen Interpretationen des AT, deren Leseweisen als berechtigt dargestellt werden, uns glauben machen wollen.
Entsprechender Satz im Form Pauls VI. Bei Paul VI. soll der Erwählte TestSy (Hanssens), aber nicht zum Bischof gemäß der die Form: Gieße jetzt aus über deinen unktionistischen Doktrin von Erleuchte und gieße aus, Diener, den du erwählt hast, Lécuyer aufsteigen.79 Der Verstand und jene Gnade, die die Kraft, die von dir ausgeht, „Geist der Leitung“ macht aus dem Deinem fürstlichen den Geist der Leitung. Ihn den Bischof. Der syrische Geist ist, den Du Deinem hast du deinem geliebten Text ist nicht unktionistisch, (maronitisch: die Du Sohn Jesus Christus gegeben, der maronitische schon gar Deinem..) geliebten Sohn und er hat ihn den Aposteln nicht, weil hier nicht Jesus Christus gegeben hast. verliehen. Sie haben die uneigentliche und eigentliche Gib Weisheit, o Gott, Rat, Kirche an den einzelnen Sendung80 auf eine Stufe Stärke und Kraft, Einheit des Orten gegründet als dein gesetzt werden und so in Geistes etc. Heiligtum, zur Ehre und zum einen kausalen Rahmanis Lesart des Testamentum unaufhörlichen Lob deines Zusammenhang kommen. In folgt hingegen dem maronitischen Namens. der koptischen Abtsegnung Text. Da Rahmani syrisch- wird ein ebensolcher Geist katholischer Patriarch war, mutmaßen wir die Identität des erfleht und auch dieselben syrischen, liturgischen Textes mit Geistesgaben wie im dem maronitischen und dem syrischen Text, sogar in Testamentum. Diese Texte stützen Einheit mit einer also nicht den Unktionismus. Handauflegung. Trotzdem ist
77 Der HERR geißelt die Juden, die meinten, sie hätten Abraham zum Vater, ER aber sagt, ihr Vater sei der Teufel. 78 In noachitischer Unterordnung unter das Gesetz der Beschneidung dürfen „gelehrige“ Unbeschnittene sich Priester nennen. 79 Der Unktionismus ist ein wesentlicher Bestandteil der Lehre Rudolph Steiners. 80 Summa Theol. I. q.43 a. 8 http://www.newadvent.org/summa/104308.htm
Page 30 sur 59 30
es kein Sakrament. Vater, Du hast das Herz Du, Vater, kennst die Herzen Genau dieser Satz hätte als dieses Deines Dieners und hast deinen Diener zum Form ausgewiesen sein erkannt, den Du zum Bischofsamt berufen. Gib ihm müssen, wenn schon die erste Bischofsamt erwählt hast, um die Gnade, dein heiliges Volk Handauflegung aus dem Deine heilige Herde zu zu leiten und dir als TestSy fehlt. Im weiden und das höchste Hoherpriester bei Tag und TESTAMENTUM ist dies die Priestertum auszuüben... Nacht ohne Tadel zu dienen. zweite Handauflegung durch den ältesten Bischofs. Bei Paul VI. verhindern schon die Rubriken, daß die Intention auf diesen Satz als Form bezogen werden könnte, von der Einheit mit der Handauflegung ganz abgesehen. Gewähre ihm den Geist alle löse, was gebunden ist Alle Syrer im Suryoyo Online Hindernisse zu überwinden Forum geben niemals den Sinn von solvat omne vinculum an, sondern übersetzen immer im Sinne von „Probleme lösen“. Der Sinn bei Paul VI. bleibt schleierhaft.
Auf Seite 105 behauptet man, bzw. deutet man an, daß der hl. Johannes Chrysostomos und der hl. Hieronymus die Priesterweihe von Bischöfen erhielten, die ihrerseits mit einer Bischofsweihe konsekriert worden wären, die dem Ritus von Paul VI. gleich gestaltet war, wobei hier wieder unerlaubterweise die Handschrift TestSy mit dem neuen Ritus von 1968 gleichsetzt. Man fügt hinzu, daß es doch absurd sei anzunehmen, daß diese Weihen ungültig gewesen waren. Das tut auch keiner. Wir ziehen jedoch berechtigterweise in Zweifel, daß der sakramentale Ritus der Inthronisierung eines syrischen Patriarchen vor dem Konzil von Chalzedon dem TESTAMENTUM DOMINI vollständig entsprach, wenn überhaupt. Wir werden sofort erklären, warum wir das tun.
Man setzt nämlich in Avrillé voraus, was man beweisen müßte. Unmittelbar nach dem Schisma fielen nämlich nicht alle Syrer mit den Jakobiten ab, sondern viele blieben in der Kirche und hatten ihren eigenen Patriarchen und behielten die alte Liturgie bei, die in den großen Zentren, wie Antiochien auf griechisch zelebriert wurde, nicht auf syrisch und zwar seit alter Zeit.81 Diese Gruppe wurde von den Jakobiten als Melkiten bezeichnet. Die Melkiten behielten also bis zum Jahr 1560 die griechische Jakobusliturgie bei, die heute noch in Jerusalem gefeiert wird, allerdings nur am Fest des hl. Jakobus. Ab dem 16. Jhr. wurde die byzantinische Liturgie eingeführt82 und Ende des 19. Jhr. auch die arabische Sprache neben der griechischen. Man kann sich vorstellen, daß gleiches auch für die Weiheriten galt. Man
81 Für Edessa und Umgebung trifft das wohl nicht zu, aber da Edessa auch nicht Sitz eines Metropoliten war, durfte der Ortsbischof auch keine Bischöfe weihen. Edessa unterstand dem Metropoliten Syrien. http://www.newadvent.org/cathen/05282a.htm In Edessa konnte also kein westaramäisches Pontifikale vor dem Konzil von Chalzedon existieren. 82 Kirchenväterband, Griechische Liturgien, Jakobusliturgie, Seite 80 - 83
Page 31 sur 59 31
müßte also erst die Pontifikalien der Melkiten vom Konzil von Ephesus bis zum 16. Jhr. untersuchen, wenn man behauptet, der Bischof, der den hl. Hieronymus zum Priester geweiht hatte, sei selbst auf der Basis von TestSy konsekriert worden.
Welche Entwicklung nahmen nun die Riten der Jakobiten? Sie übernahmen zwar in bedeutenden Teilen das Ordinarium der Jakobusliturgie und auch die Jakobusanaphora, wobei sie aber alles auf syrisch übersetzten. Grund war die chauvinistische Einstellung gegenüber der hellenistischen Kultur, die viele Syrer, vor allem jene vom Lande, verabscheuten. Der Gnostiker Bardesanes verbreitete seine Lehren über syrische Dichtungen und Lieder, gerade bei einfachen Leuten, auf die der hl. Ephrem mit seiner rechtgläubigen Hymnendichtung antworten musste. Als sich nun die Jakobiten von der Kirche trennten, waren sie durchaus nicht auf exakte Übersetzungen aus. Zwar wurde Jakobusanaphora83 getreu übertragen, aber viele ließen ihrer Phantasie freien Raum und dachten sich viele neue Eucharistiegebete aus. Etwa 60 an der Zahl sind es bis heute, von denen die meisten in syrisch-orthodoxen Missalien zu finden sind. Die syrische Chrysostomosanaphora hat verstümmelte Wandlungsworte für den Kelch84, wo vom Blut nicht die Rede ist. Es gibt eine Anaphora, die angeblich vom heiligen Papst Xystus stammen soll, bei die Wandlungsworte in indirekter Rede stehen, was absolut ungewöhnlich ist.85 Die Jakobiten sind also mitnichten getreue Erben der alten antiochenischen Liturgie. Wer behauptet, daß das TESTAMENTUM ein authentisches Zeugnis alter antiochenischen Pontifikalien sei, muß diesen Beweis noch erbringen und er muß dies auf der Basis von melkitischen Pontifikalien tun, von denen wir annehmen, daß sie schon immer auf griechisch abgefaßt waren. Die umfangreiche, liturgische Literatur in syrischer Sprache im westsyrischen Raum ist ein Produkt der Kirchenspaltung, denn nur im persischen Reich gab es ein rein aramäisches Christentum. Zur Zeit behalten wir uns vor mit Theodor Zahn anzunehmen, daß TestSy ein Produkt der Sekte der Audianer ist86 und von den Jakobiten bei ihrem Weg ins Schisma übernommen worden war. Das Schisma infolge von Chalzedon markiert also neben der dogmatischen Trennung auch einen liturgischen Bruch. Was die Maroniten angeht, so haben sich diese wieder von den Jakobiten abgespalten, als sie sich dem Monotheletismus zugewandt hatten.
Auf Seite 114 kommt es zu einer ungeheuerlichen Verdrehung von Tatsachen: „L’evêque consécrant éleve les mains au début de la prière consécratoire: cela équivaut à une imposition des mains, puisque le contacte morale suffit pour conférer validement le sacrement ». Dabei bezieht man sich in einer Fußnote auf Sacramentum Ordinis von Pius XII. Erst behauptet man anderswo, daß die Handausstreckung vor der Brust gar keine Wichtigkeit habe, um dann auf Seite 114 so zu tun, als ob jedes beliebige Erheben der Hände, wie z.B. die
83 http://sor.cua.edu/Liturgy/Anaphora/James.html 84 http://sor.cua.edu/Liturgy/Anaphora/Chrysostom.html The celebrant takes the chalice with both hands, then he holds
it with his left hand and makes over it the sign of the Cross three times. Then he puts the second finger of his right hand on
its edge and tilts it crosswise, saying:
Likewise, He took the cup, He blessed + +, He sanctified + and gave His disciples, saying: Take, drink of it all of you for
the remission of debts, the forgiveness of sins and for everlasting life. 85 http://sor.cua.edu/Liturgy/Anaphora/Xystus.html When he was prepared for the redemptive passion, in the bread which by Him was blessed + + +, broken and divided unto His holy apostles, He gave us His propitiatory Body for life eternal. 86 http://www.bautz.de/bbkl/a/audios.shtml Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon.
Page 32 sur 59 32
Orantenstellung des Priesters bei der Messe, einer Handausstreckung vor der Brust gleichkomme, die eine physische Handauflegung ersetzen könnte. Die Editio typica sagt im Gegensatz zum alten Ritus nichts von „extendit manus ante pectore“, sondern in einigen volkssprachlichen Ausführungen ist das nachweisbar, z.B. in den englischen Rubriken. In den deutschen Rubriken, wie sie in den pastoralliturgischen Handbüchern des Herderverlages noch 1994 herausgeben worden sind, ist nicht ersichtlich, ob die Ausbreitung der Hände eine Orantenstellung wie bei der Messe sein soll, oder aber der moralische Vollzug einer Handauflegung durch Handausstreckung vor der Brust. Die Rubrik „profert, extensis manibus, Precem Ordinationis“ ist nicht eindeutig. Immerhin gibt man in Avrillé also die Wichtigkeit der Handausstreckung an dieser Stelle zu, während man sie an anderer Stelle als unwichtig abtut.
Verfälschung eines wichtigen Zitates durch Avrillé
bezugnehmend auf den Text von Denzinger, RITUS ORIENTALIUM IN ADMINISTRANDIS SACRAMENTIS, Band 2, Seite 220, wird der maronitische Text der Patriarcheninthronisierung wie folgt wiedergegeben:
illumina et effunde super eum (erwählter Patriarch) gratiam et intelligentiam Spiritus tui principalis, quem tradidisti dilecto Filio tuo, Domino nostro Jesu Christo.
Das wird dann dem Text von Paul VI. in einer Tabelle gegenübergestellt:
effunde super hunc electum eam virtutem, quae a te est, Spiritum principalem, quem dedisti dilecto Filio tuo Jesu Christo...
Nun steht das aber gar nicht bei Denzinger, sondern da steht folgendes, Kopie der Seite 220 liegt mir vor:
illumina et effunde super eum (erwählter Patriarch) gratiam et intelligentiam Spiritus tui principalis, quam tradidisti dilecto Filio tuo, Domino nostro Jesu Christo
Das quam bezieht sich also auf intelligentiam.87 Und da die ewige Zeugung des Sohnes aus dem Vater ein intellektueller Akt aus der göttlichen Selbsterkenntnis ist und zudem eine passive Notion, wie auch z.B. der Hl. Geist die passive Hauchung ist, ändert das quam den Sinn vollständig. Der maronitische Text behauptet nicht, daß die Sohnschaft, oder gar Menschwerdung darin bestünden, daß der Sohn den Hl. Geist empfangen hätte und er hat auch sonst keine Eigenschaften, daß man den Verdacht argumentativ abweisen müßte. .
Hat Denzingers Text einen Druckfehler? Abgesehen davon, daß Avrillé das hätte diskutieren müssen, ist in der lateinischen Übersetzung des Patriarchen Rahmani an derselben Stelle ebenfalls quam und nicht quem anzutreffen. Rahmani hatte nämlich die Handschrift TESTAMENTUM D.N.J.Chr. auf Latein im Jahre 1899 herausgegeben. Das
87 Bei Rahmani, Testamentum Domini Nostri Jesu Christi, Seite 31, ist die Reihenfolge von gratiam und intelligentiam zum maronitischen Text vertauscht. Das quam bezieht sich bei ihm auf gratiam. Nirgendwo wird aber in all diesen Texten behauptet, oder suggeriert, der Sohn Gottes hätte vom Vater in Hl. Geist empfangen, was durch das falsche quem aber geschieht. Das syrische hoy (quam) ist gleich seinem lateinischen Pendant feminin und bezieht sich bei Rahmani auf das Substantiv desselben Genus, taybutho (gratiam); haw (quem) ist dagegen maskulin und würde sich auf ruhokh rishonoyo(Spiritus tui principalis) beziehen. Der Sinn ändert sich also total und zwar im Sinne des theosophisch-gnostischen Unktionismus.
Page 33 sur 59 33
fälschlicherweise eingefügte quem anstelle von quam stützt natürlich die unktionistische Häresie und den Text von Paul VI. und ich gehe davon aus, daß P. Pierre Marie in Avrillé ein Zitat aus der Sekundärliteratur ungeprüft übernommen hat. Ich nehme an, der Fälscher war Dom Botte, oder Dom Cagin? Hier der Text, wie er bei Denzinger auf Seite 220 erscheint.
Wir haben uns auch die Mühe gemacht, uns im Suryoyo Online Forum die Lesarten nach Denzinger und Rahmani bestätigen zu lassen und jene nach Hanssens SJ zu falsifizieren, der ja seltsamerweise auch ein quem anstelle von quam hat. Hanssens gibt in seinen Quellen Rahmani an und man fragt sich, warum er ihm nicht gefolgt ist.88 Diese Anfrage richtete sich an den Moderator Gabriel Rabo, Dozent für syrische Kirchengeschichte an der Uni Göttingen, aber auch an andere Teilnehmer des Forums. Der Co-Moderator “Milan” griff die Anfrage auf und beantwortete sie in unserem Sinne.89 Er entschied sich für die Variante 1) aus unserer Anfrage im Sinne von Rahmani und Denzinger gegen die Fälschung aus Avrillé und auch gegen die Lesart von Hanssens. Milan hatte die Freundlichkeit uns den aramäischen Text, um den es hier geht, in lateinische Buchstaben zu übertragen:90
"anhar w'oshud sakultonutho w taybutho hoy d-men ruhokh rishonoyo hoy d'ashlemt l-abrokh habibo yeshu' mshiho"
Wollte man nun den Text so verändern, daß eine Lesart entstünde, welche den Ritus
Pauls VI. von der Quellenlage her stützen könnte, so müßte man das zweite
Relativpronomen hoy durch haw ersetzen. Die englische Übersetzung des Synodikon
von Vööbus an der Uni Löwen bestätigt Milans Darstellungen, denn das zweite hoy
wird mit dem unpersönlichen which wiedergegeben, wohingegen ein haw, das sich
88 http://f16.parsimony.net/forum26093/messages/46564.htm 89 http://f16.parsimony.net/forum26093/messages/46576.htm 90 http://www.f16.parsimony.net/forum26093/messages/46591.htm
Page 34 sur 59 34
auf den Spiritus principalis bezöge, durch ein persönliches whom ausgedrückt werden müßte, was ja auch in der englischen Version des neuen Ritus zur Bischofskonsekration gemacht wird, „...the governing Spirit whom you gave to your beloved Son, Jesus Christ...“.91 Der Ritus Pauls VI. findet nirgendwo eine Bestätigung, weder im koptischen, noch im syrischen Ritus der Bischofsweihe und daß die syrischen und maronitischen Inthronisierungsriten für einen Patriarchen heranzieht, geht schon nicht mehr ohne Fälschung und Lüge ab, abgesehen davon, daß diese Riten an sich kein Sakrament sind. Der Begriff des Spiritus hegemonicus im koptischen Ritus existiert auch bei Benedizierung eines koptischen Abtes und sagt somit ebenfalls nichts aus, was die sakramentale Wirksamkeit angeht. In anderer Hinsicht ist der Text aber bei Hanssens besser wiedergegeben, wenn man das erste hoy in Betracht zieht, was er durch das Relativpronomen quae ausdrückt. Wenn man also quem92 auf Seite 119 bei Hanssens korrigiert, dann hat man insgesamt den besseren Text:
„illumina et effunde intelligentiam et illam gratiam, quae est e Spiritu tuo principali,
quam tradidisti dilecto Filio Jesu Christo...“, der Genitiv in bezug auf Spiritus
principalis ist bei Rahmani und Denzinger also ungenau und an sich zeigt das erste
hoy (quae) in Hanssens Text einen relativischen Anschluß an.
Darüber hinaus ist das TestSy als Quelle überaus anrüchig und Rahmani behandelt alles sehr unkritisch. Die Wandlungsworte der Messe sind vollkommen verfälscht, was Rahmani zwar zur Kenntnis nimmt, aber der Ursprung des Irrtums wird nicht erörtert.93Die Verstümmelungen erinnern an die syrisch-orthodoxen Versionen der Anaphoren von Johannes Chrysostomus und Xystus. Die Taufliturgie des TestSy hat alles, was es zur Taufe braucht, nur nicht die Taufform. Das Ritual setzt ganz deutlich die Befragung des Täuflings und sein Bekenntnis mit einer Taufform gleich. Rahmanis Beschwichtigungen, daß man die Worte der authentischen Taufform doch sicher eingefügt habe, können angesichts der Verstümmelungen der Wandlungsworte nicht beruhigen. Auf Seite 158 findet sich seltsamerweise genau der Hinweis, den Paul VI. in seine Promulgation des neuen Weiheritus eingefügt hat, nämlich daß die heutigen Syrer und Kopten genau diesen Ritus benutzen würden, wobei man bedenken muß, daß TestSy ja gemeinhin eine der Hauptquellen der Hippolytforschung ist. Allerdings bezieht Rahmani die erste Handauflegung Imponimus manus nostras ausdrücklich mit ein, wenn er schreibt: „Sciendum est formulas ad utramque impositionem recitandas hodie etiam usu vigere tum in ecclesia alexandrina Coptorum, tum in antiochena Syrorum.“ Die erste Handauflegung hält er allerdings im Gegensatz zu Dom Chardon nicht für maßgeblich, wie er anderer Stelle schreibt, womit er sich auch gegen Denzinger stellt.94 Es muß hier stutzig machen, daß ein Patriarch der syrisch-katholischen Kirche an dieser Stelle gar nicht weiter einen Vergleich mit den patriarchalen Inthronisierungsriten seiner Kirche ermöglicht und die sakramentalen und nichtsakramentalen Versionen gar nicht mit einander vergleicht, wobei erstere Mgr Al-Jamil völlig unbekannt ist. Für ihn ist die Inthronisierung ein schlechthin nichtsakramentaler Ritus. Man beachte hier unseren Hinweis auf Michael Daheïr, der 1802 als einziger Nichtbischof seit der Union im 14. Jhr. zum Patriarchen erwählt worden war.
Rahmani erweckt den Eindruck, daß die Weihen für einen normalen Bischof in der syrischen und koptischen Kirche auch heute nach dem TestSy geschehen, was aber ganz und gar
91 http://ccpl.carr.org/~meripper/faith/o-bishop.htm 92 das zweite Relativpronomen. 93 Testamentum Domini, Rahmani 1899, neu aufgelegt von Georg Olms – Hildesheim, 1968, Seite 43 und 188 94 Ritus Orientalium in administrandis Sacramentis, Seite 77.
Page 35 sur 59 35
unrichtig ist, weil die Handschrift heute ausschließlich in einer Benedizierung Verwendung findet. Was jetzt die Kopten angeht, so macht er auch keinen Unterschied zwischen Katholiken und Orthodoxen. Bei letzteren gibt es noch das Gebet Imponimus manus nostras, was dem TestSy stark nachempfunden ist, aber der weitere Text, der ja als Kronzeuge für den Ritus Pauls VI. herhalten muß, hat doch trotz sekundärer Parallelen, fundamentale Unterschiede, sowohl zum neuen Weiheritus, als auch zum TestSy.
Es ist also merkwürdig, wenn sich Rahmani hier an dieser Stelle, wo er behauptet, daß Syrer und Kopten auch heute noch diesen Ritus benützten, lediglich mit einer Referenz auf Renaudot begnügt.95 Gerade er wäre doch der Spezialist für Einzelheiten, die er uns aber vorenthält. Der uninformierte Leser hat den jedenfalls den Eindruck, daß Syrer und Kopten einen Ritus zur Bischofsweihe haben, der mit dem TestSy identisch ist und von einer nichtsakramentalen Version eines Inthronisierungsritus weiß er schon gar nichts. Der Text von Pontificalis Romani Recognitio teilt uns auch nicht die Existenz zweier Handauflegungen mit, die allerdings im syrisch-katholischen Patriarchalritus gar nicht mehr stattfinden, im koptisch-katholischen auch nicht, sondern nur im koptisch-orthodoxen, weil dort mindestens im Jahre 1928 das Translationsverbot für Bischöfe noch galt, was die Schismatiker aber nicht daran hinderte, einen von der ägyptischen Regierung designierten Kandidaten, der schon Bischof war, neu zum „Bischof“ und Patriarchen zu weihen; eine in sich sakrilegische Handlung. Das Tohuwabohu ist perfekt! Und dann wurde der entsprechende Satz im syrischen Inthronisierungsritus auch noch so lange zerkaut, bis er in das unktionistische Schema passte, wobei er im Quelltext einfach nur irgendein ein Satz war und keine sakramentale Form, mutierte er bei Paul VI. zur Form der Formen schlechthin. Getretener Quark wird breit, nicht stark!96 Zur Gegenprobe noch einmal die französische Übersetzung von Dom de Smet: „illuminez [celui-ci] et faites descendre [sur lui] l’intelligence et la grâce, [cette grâce], qui vient de votre Esprit souverain, et que vous avez donnée à votre Fils...“. Das Partizip « donnée » im Femininum weist nicht auf „Esprit“ hin.97
Wir kommen noch auf einen weiteren Fall von Dokumentenfälschung durch Dom Botte zu sprechen zu sprechen, der zwar nicht in die Studie von Avrillé eingegangen ist, aber der den Dominikanern bei ihrer sehr schlampigen Archivarbeit in Trier aber auch nicht aufgefallen ist. Dom Botte gefiel es im Text des Consiliums vom März 1967, jenem Dokument also, welches die Ergebnisse der vorbereitenden Kommission präsentieren sollte, seine eigene Lesart der koptischen Bischofsweihe aufzunehmen. Siehe Seite 53:
95 Die Fußnoten entstammen vielleicht der Überarbeitung von 1968? Erschien die Neuausgabe im Hinblick auf den neuen Weiheritus von Paul VI. im Jahre 1968? Das Datum ist ein seltsamer Zufall. 96 An dieser Stelle erlauben wir uns die Frage, ob Rahmani das Werk selbstständig verfasst hatte. Die Umstände lassen erahnen, daß hier dasselbe geschah, wie kürzlich im Falle des nestorianischen Vorsitzenden der assyrisch- chaldäischen Dialogkommission, dem ja sein Doktorvater P.Robert Taft SJ eine fertige Dissertation aus der Schublade zugesteckt hatte, welche die Gültigkeit der Anaphora von Addai und Mari ohne Wandlungsworte beweisen sollte. Die Arbeit stammte in Wahrheit entweder von Taft selbst, oder aber von einer Frau Prof. Winkler an der Uni Tübingen, einem Schützling von Kasper. Frau Professor ist Spezialistin für liturgische Fragen. Der nestorianische Bischof gab dann seinen Namen als Doktorand für dieses Unternehmen her. 97 L’Orient Syrien, Volumen VIII, 1963, Seite 203, Archiv des Deutschen Litugischen Instituts, Trier.
Page 36 sur 59 36
Dom Botte hat genau an der Stelle, wo von „constituendi cleros secundum mandatum ejus ad sanctuarium“ die Rede ist,98 eine Streichung vorgenommen und den Satz ohne Hinweise auf Auslassungen [....] zusammengezogen: „..ut sit ei potestas dimittendi peccata secundum mandatum ejus ad sanctuarium...“. Schon profanrechtlich stellt so etwas in einem offiziellen Dokument einen Straftatbestand dar. Wieso kam es Dom Botte so ungelegen, daß in einer koptischen Bischofsweihe klar von Weihevollmacht des Bischofs die Rede ist? Wie viel Zeit hatten die Mönche aus Avrillé eigentlich in Trier verbracht? Unsere Arbeitsgruppe hat die Archive zum Thema vollständig kopiert. Mit einer Digitalkamera geht das sehr schnell.
Auf Seite 100 der Studie nennen die Dominikaner die maronitische und die koptische Metropolitenweihe als sicher gültige Vorbilder für den Ritus von Paul VI. und verweisen dabei auf Denzinger. Man fragt sich, woher die Dominikaner das haben. Geht man ein wenig den Quellen nach, wird man bei Dom Cagin fündig99, der auf die Seiten bei Denzinger verweist und die Gebet abdruckt. Leider findet man auf Seite 200 bei den Maroniten nur ein Gebet zur Ölung des Hauptes. Ein Gebet zur Handauflegung, daß mit jenem von Paul VI. nichts zu tun hat, findet man auf Seite 195.100
98 Denzinger, Ritus Orientalium, Seite 24 99 Dom Cagin, Anaphore apostolique et ses témoins, Seite 297 100 Denzinger, Ritus Orientalium, Band 2, Seite 195
Page 37 sur 59 37
Was nun die koptische Metropolitenweihe angeht, so ist diese ein Bischofsweihe angehängter Ritus, die einen geweihten Bischof die Dignität eines Erzbischofs verleihen soll. Was die koptisch-orthodoxe Patriarchenweihe angeht, wo der Kandidat infolge des Translationsverbots ein Priester ist. So haben wir bereits darauf hingewiesen, daß es drei Handauflegungen gibt und nicht nur eine.
Abschließend möchte ich Avrillé und Zaitzkofen noch etwas auf den Weg geben. Man macht sich zwar lustig über uns Laien, wenn wir es anfänglich verabsäumt haben, auch auf die Inthronisierung eines Patriarchen einen Blick zu werfen, hat es aber jahrelang zugelassen und vielleicht immer noch, daß wenigstens in der deutschen Ausgabe des „Offenen Briefes an die ratlosen Katholiken“, im Kapitel über die neue Taufe behauptet wird, die neue Form der Firmung laute: “Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und empfange den Heiligen Geist.“101 Die neue Form lautet aber: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist"102 Der Erzbischof dürfte wohl in anbetracht seiner knappen Zeit das Buch kaum alleine geschrieben haben und Deutsch konnte er auch nicht. Wem unter allen verantwortlichen im deutschen Sprachraum ist das eigentlich jahrelang nicht aufgefallen? Hat das jemand absichtlich hineingesetzt, um den Erzbischof zu desavouieren? Die Abweichung zur neuen Form ist beträchtlich. Ein solcher Patzer in einer kontroversen Diskussion ist nicht schön. Wollte da jemand den Anschein erwecken, der Erzbischof reise unnütz herum und wiederhole die Firmung, weil er es aus falschen Voraussetzungen tue? Immerhin waren auch die Firmungen Teil des Gespräches zwischen dem Erzbischof und Kardinal Seper.
Was die Quellen angeht, die Denzinger zitiert, so sind sie zwar sehr nützlich, ersetzen aber auf gar keinen Fall die Einsichtnahme von Pontifikalien, die erst nach Abschluß der Unionen in Gebrauch waren. Auch sind manche Quellen des Unionskonzils von Florenz auch nicht immer so gut lesbar, wie mir Gabriel Rabo von der Uni Göttingen bestätigt hatte, das gilt insbesondere für jene Quelle aus dem Pontifikale Michaels des Großen, die Rabo eingesehen hatte und die auch Denzinger in lateinischer Fassung vorlag.103 Diese Quelle war Vorlage für Denzingers lateinische Übersetzung einer normalen syrischen Bischofsweihe und man kann dort sehr schön terminologische Verwechslungen beobachten, die letztendlich zum Begriff Spiritus principalis führten. Die syrische Wörter ruhonoyo, rishonoyo und rishoyo sind nämlich sehr ähnlich. In dem syrisch-orthodoxen Text vom kürzlich verstorbenen Bischof Cicek ist nämlich vom ruho ruhonoyo, dem geistlichen Atem die Rede, was sich auch im syrisch-katholischem Ponitifikale von 1952 auf den Seiten 204-205 findet.
Es lässt sich leicht mit ruho rishonoyo – Spiritus principalis verwechseln, aber auch mit ruho rishoyo – vorzüglicher Geist. Genau dort, wo Denzinger Spiritus principalis schreibt, gab Rabo zu, daß die Quelle schwer zu lesen sei. Lediglich im TESTAMENTUM der pseudo- klementinischen Akten ist der Begriff ruho rishonoyo – Spiritus principalis nachweisbar, aber dieser Ritus betrifft eine nichtsakramentale Inthronisierung.
Anhang:
101 Offener Brief an die ratlosen Katholiken 1986, Seite 69 102 http://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3X.HTM Die französische Form findet sich hier: http://www.vatican.va/archive/FRA0013/__P3M.HTM Sois marqué de l’Esprit Saint, le don de Dieu 103 Hs. Vat. Syr. 51., fol. 96 (Nach einer weiteren Paginierung: Seite 111-112)
Page 38 sur 59 38
Rome le 28 novembre 2005
Chère Marion,
En réponse aux questions posées par : THILO STOPKA et Par PHILIPPE BOURCIER de CARBON Voici les réponses ( aux 6 questions posées)
Il est arrivé une seule fois, le 24 avril 1802, qu’un prêtre ( Père Michel DAHERYE né à Alep le 27 avril 1761) fut élut Patriarche d’Antioche pour les Syriens Catholiques. Il fut Sacré évêque le 04 mai 1802 puis à la fin de son Sacre épiscopal, fut tout de suit intronisé Patriarche. Le degré patriarcale n’est pas une ordination. L’épiscopat est la plénitude du sacerdoce. Donc après l’épiscopat il n’y a plus d’ordination. Le patriarche comme le Pape n’ont, après leur élections, que le rite de l’intronisation qui n’est pas du tout une ordination.
+ Mikhael Al Jamil
Archevêque Syrien Catholique
Procureur patriarcal près le Saint Siège
Brief von Mgr Younan, syrischer Erzbischof in New Jersey
Dear Thilo Stopka: I am responding to your question of last email regarding the Prayer of Invocation of the Holy Spirit upon the Bishop to be consecrated. In our Church we still use the same prayer found as you said in the pages 204-205 of the Book of Pontifical Rites, published by Patriarch (Cardinal) Ignatius Gabriel Tappouni 1952. It was used at my ordination and in the most recent one in which I took a part as a co-consecrator. May the Lord bless you and your work for the Church.
- Mar Ephrem Joseph Younan Eparch
-----Original Message----- From: Thilo Stopka thilo.stopka@tiscali.fr To: marephrem@aol.com Cc: FRSYRIAC@aol.com Sent: Fri, 21 Oct 2005 09:20:13 +0200 Subject: Reminder: Question on the Syriac-Catholic Pontifical
To His Lordship Mar Ephrem Joseph Younan 502 Palisade Avenue Post Office Box 8366 Union City NJ 07087-8262 (201) 583-1067 (Fax) 583-0212
By Mr.Thilo Stopka 24, rue reine Astrid 44300 Nantes France
Page 39 sur 59 39
Dear Mylord,
please have the kindness to answer a short question regarding the Syriac-Catholic pontifical for the consecration of a bishop. I am working on a study at the moment and I am myself a Roman Catholic. Is the text underneath still used by the Syriac-Catholic Church, or do you use now a prayer close to the pseudo-clementine acts?
In the 50ies the Patriarchat at Sharfeh published the following text which is the same like the Syriac-Orthodox one. The text is translated from pages 204-5 of the Pontifical of the Antiochean Syrians, Part II, printed in 1952, Sharfeh, Lebanon, and carries the Imprimatur of Ignatius Gabriel Cardinal Tappuni, Syrian Patriarch of Antioch:
"O God, Thou hast created everything by Thy power and established the
universe by the will of Thine only Son. Thou hast freely given us the grasp of
truth and made known to us Thy holy and excellent love. Thou hast given Thy
beloved and only-begotten Son, the Word, Jesus Christ, the Lord of Glory, as
pastor and physician of our souls. By His Precious Blood Thou hast founded
Thy Church and ordained in it all grades pertaining to the priesthood. Thou
hast given guidance that we may please Thee in that the knowledge of the
name of Thine Anointed has increased and spread in the whole world. Send on
this Thy servant Thy Holy and Spiritual Breath so that he may tend and
oversee the flock en trusted to him, namely - to anoint priests, to ordain
deacons, to dedicate altars and churches, to bless houses, to make
appointments, to heal, to judge, to save, to deliver, to loose and bind, to invest
and divest, as well as to excommunicate. Grant him all the power of Thy saints
- the same power Thou gavest to the Apostles of Thine only begotten Son -
that he may become a glorious highpriest with the honor of Moses, the dignity
of the venerable Jacob, in the throne of the Patriarchs. Let Thy people and the
flock of Thine inheritance be well established through this Thy servant. Give
him wisdom and prudence and let him understand Thy will, O Lord so that he
can discern sinful things, know the sublimities of justice and judgement.
Grant him this power to solve difficult problems and all bonds of iniquity."
Is this text still the same text in the Syriac-Catholic Church, or did you have changes since Vatican II?
Your servant in Jesus and Mary, Th.Stopka
Page 40 sur 59 40
Les impositions des mains divers :
Metropolitain maronite :
• 1) « Gratia divina », Denz, t.2, page 194 – 195 • 2) « Deus, qui universam Ecclesiam tuam », Denz., t.2, page 195 • La prière dans la page 200, qui ressemble à celle de Paul VI et bien là pour oindre le chef de l’ordonné et n’est pas accompagnée d’une imposition des mains, bien au contraire de la suggestion d’Avrillé, page 100
Patriarche maronite, ancienne version sacramentelle, qui n’existe plus
• 1) « Deus, qui virtute tua omnia coelesti fecisti », Denz. t.2, page 219 • 2) « Imponimus manus nostras », Denz., t.2, page 219 – 220 • 3) « Deus, qui omnia in virtutue fecisti », Denz., t.2, page 220
Patriarche copte-orthodoxe, version sacramentelle
• 1) « Gratia divina », Denz., t.2, page 47 • 2) « Dominator Domine Deus », Denz., t.2, page 48 • 3) « Imponimus manus nostras », Denz., t.2, page 56, ou 35 • L’ordination d’un métropolitain copte est un rite annexe après les sacré d’un évêque, sans effet sacramentel. Voir les rubriques, Denzinger, page 33
Patriache syriaque, ancienne version sacramentelle, qui n’existe plus. Analyse synthétique de Denzinger et Dom de Smet, texte et rubriques
• 1) « Deus, qui omnia fecisti potentiam tuam», comme N°1 patriarche maronite, Denz. t.2, page 97, • 2) Comme N°3 patriarche maronite, voir indication page 76 • 3) « Imponimus manus nostras », comme N°2 Patriarche maronite, voir l’indication page 77 chez Denzinger.
Nous insistons ici, que ni les rubriques maronites ni syriaques disent, que l’invocation du Saint Esprit pour un patriarche doit remplacer celle de l’ordination épiscopale normale, mais plutôt qu’elle doit être ajouté.
TestSy
• 1) « Imponimus manus nostras », Rahmani, page 29 • 2) « Deus, qui omnia in virtutue fecisti « , Rahmani, page 29-30
Page 41 sur 59 41
Diskussion mit Pater Gaudron, Zaitzkofen zur Frage der göttlichen Sendungen
GAUDRON-STOPKA TRADUCTION
Date: Wed, 21 Sep 2005 18:31:29 +0200 From: Thilo Stopka thilo.stopka@tiscali.fr Subject: Fw: Concerning the rules of idiomatic communications in the pontifical form of Paul VI. Concernant les règles des communications idiomatiques dans le pontifical de Paul VI To: lareja@infovia.com.ar
To His Lordship Bishop Williamson:
From:
Thilo Stopka 24, rue reine Astrid 44300 Nantes
Mylord,
I am recommanding to your attention the ongoing discussion about the pontifical form of Paul VI. The debate is continuing on a very high level and we are now able to focus the problem on the following question:
Je viens recommander à votre attention la discussion qui a lieu actuellement au sujet du de la forme épiscopale de Paul VI. Le débat se développe à un très haut niveau et nous sommes à même à présent de centrer le problème sur la question suivante :
Is it possible to justify the form by the rules of idiomatic communications?
Est-il possible de justifier cette forme selon les règles des communications
idiomatiques ?
According to Saint Thomas, Matthias Scheeben (The mysteries of Christianity, 1865) and Diekamp this seems impossible, because the divine missions are properly said of the concerned Persons of Blessed Trinity. Appropriations could only be made to the Trinity as such.
Selon Saint Tomas, Matthias Scheeben (Les mystères de la Chrétienté, 1865) et Diekamp, cela semble impossible, parce que les missions divines ne sont évoquées en tant que telles qu’à propos des Personnes de la Trinité Sainte qu’elles concernent spécifiquement. Il n’est possible d’appropier des Missions qu’à la Trinité en tant que telle.
Page 42 sur 59 42
Only when acts concern the whole Trinity, appropriations could be made to the single divine Persons and to one of them with preferency, but the divine missions are always properly said. Only regarding the will to carry them out the whole Trinity is concerned. But it is the Son who became man and not the Holy Ghost and He was sent by His Father. Seemingly this is not an appropriation. Since the ratio theologica of Christ's habitude of the Hl.Ghost is the Gratia Unionis alone (sententia communior), there is no other divine mission necessary to explain His perfect holiness or his Highpriesthood, like the sending of a governing Spirit in the form of Paul VI. would suggest. The Gratia Unionis is the only substantial Grace in Christ.
Ce n’est que lorsque des actes concernent l’ensemble de la Trinité, que des appropriations pourraient être attribuées à une seule des Personnes divines, et à l’une d’entr’Elles par préférence, mais les missions divines sont toujours dites propres, seulement cependant en tant que la volonté de les extérioriser hors de l’ensemble de la Trinité est concernée. Mais c’est le Fils qui devient homme et non le Saint Esprit, et Il a été envoyé par Son Père. Apparemment il ne s’agit pas ici d’une appropriation. Parce que la ratio theologica de l’habitude du Saint Esprit chez le Christ réside dans la Gratia Unionis seulement (sententia communior), il n’existe nulle autre mission divine nécessaire pour expliquer Sa parfaite Sainteté ou Sa Grande Prêtrise, telle que l’envoi d’un Esprit de gouvernement dans la fome de Paul VI le suggérerait. La Gratia Unionis est la seule Grâce substancielle chez le Christ. [Remarque : Cette Grâce incréée est l’Esse divinum du Logos. Cela n’excluit pas pas des grâces créées supplémentaires et sécondaires, qui résident dans la nature humaine.]
Suarez demands such a second mission, for he denies that Christ is entirely holy by the Gratia Unionis, accordingly he supposes that a second Sonship must be given to Christ by a co-natural holiness of a further divine mission. Conclusion: Suarez would not be against the idea suggested by new form that the Father sends to His Son the governing Spirit, but St.Thomas would !
Suarez réclame une telle mission seconde, car il nie que le Christ soit entièrement saint du fait de la Gratia Unionis, par conséquent il suppose qu’une seconde Filiation doit être donnée au Fils par une sainteté co-naturelle grâce à une mission divine secondaire. Conclusion : Suarez ne serait pas opposé à l’idée suggérée par le nouvelle forme selon laquelle le Père envoie à Son Fils l’esprit de gouvernement, mais Saint Thomas le serait !
Ludwig Ott does not touch this problem, neither deals he with the question, if divine missions are of the same nature like appropriations or not. He also avoided discussing what exactly is the ratio theologica of Christ's personal union.
Ludwig Ott n’aborde pas ce problème, ni ne traite de la question de savoir si les missions divines sont de même nature que celle des appropriations ou non. Il évite également de discuter sur ce qu’est exactement la ratio theologica de l’union personnelle du Christ. [Remarque : les grâces créées sont une conséquence du sacerdoce du Christ et non pas son principe.]
Page 43 sur 59 43
The consequences would be remarkable, if someone approves Suarez's point of view. His spirit is not mine. Accordingly I hold divine missions to be properly said of each divine Person and Christ can never, not even in His human nature, receive the Holy Ghost from His Father, for He has the Holy Ghost through His perfect Holiness and the Gratia Unionis.
Si quelqu’un approuvait le point de vue de Suarez, les conséquences en seraient notables. Ce n’est pas ma façon de voir. Par conséquent, je soutiens que des missions divines sont dites propres à chaque Personne divine et que le Christ ne peut jamais, même pas dans Sa nature humaine, recevoir le Saint Esprit de Son Père, car Il a le Saint Esprit par Sa parfaite Sainteté et la Grata Unionis.
While recommanding the debate to your prayers I am kneeling down to receive your Apostolic Blessing.
Tout en recommendant ce débat à vos prières, je m’agenouille pour recevoir Votre Bénédiction Apostolique.
Your servant in Jesus and Mary,
Thilo Stopka
----- Original Message ----- From: Thilo Stopka To: FSSPX Stuttgart Sent: Wednesday, September 21, 2005 5:48 PM Subject: Antwort auf H.H.P.Gaudrons Zitat aus Diekamp II, Seite 551, bei mir Seite 506
Hochwürdiger Herr Pater Pfluger,
Cher l’abbé Pfluger
die Diskussion geht in gepflegter Form auf hohem Niveau weiter und wird jetzt erst richtig interessant. La discussion se développe à un haut niveau à propos de la Forme essentielle et devient désormais réellement intéressante. Ohne es selbst gewollt zu haben, führt P.Gaudron auf eine Spur, die auf Suarez hinweist. Bien que lui-même s’en défende, Gaudron emprunte une piste, qui se rapporte à Suarez. Da nach Suarez der Einheitsgrund der Person Christi nicht darin bestehen kann, daß der Logos der Menschheit Jesu in seine göttliche Existenz verleiht, ohne Umweg über einen geschaffenen Existenzakt, sucht er einen anderen Grund auf, da ihm zufolge Natur und Person nicht real verschieden sind. Comme, selon Suarez, la base de l’Unité de la Personne du Christ ne peut consister en ce que le Logos prête à l’humanité Jesu son Existence divine, sans faire le détour par un acte existenciel créé, il en recherche une autre base, telle
Page 44 sur 59 44
que, selon lui, Nature et Personne ne seraient pas réellement distinctes. [Remarque : les jésuites rejettent la distinction thomiste entre Esse et Essentia.] Die Personeneinheit sieht Suraez also darin, daß ein geschaffener modus unionis die personalen Notionen der menschlichen Natur-Person Christi auf die Natur-Person des Logos bezieht. Suarez conçoit également l’Unité de la Personne [de Jésus] en ce qu’un modus unionis créé élève les notions personnelles de la Naturo-personne humaine du Christ à la Naturo-Personne du Logos. Durch diesen modus unionis ist die Person des Erlösers, - Suarez kann hier nur von der Menschheit sprechen, - noch nicht wirklich wesenhaft heilig. A travers ce modus unionis la Personne du Sauveur – Suarez ne peut ici parler que de Son humanité – n’est pas encore réellement et existentiellement sainte. Es bedarf also einer zweiten Sohnschaft und einer der hypostatischen Union konnaturalen Heiligkeit, die noch hinzukommen muß, also einer zweiten Sendung. Aussi cela réclame-t-il une seconde Filiation et une Sainteté co-naturelle à l’Union Hypostatique, qui doit encore s’y joindre, ainsi qu’une seconde Mission. Suarez hätte also mit der neuen Form Pauls VI. zur Bischofsweihe keine Schwierigkeiten, weil in seinem System sich die Sendungen nicht in Analogie zum innertrinitarischen Leben vollziehen, sondern sie sind lediglich Ausdruck der göttlichen Güte und Providenz. En outre, Suarez n’aurait eu aucune difficulté avec la nouvelle forme de Paul Vi pour la consécration épiscopale, car, dans son sytème, les Missions ne s’effectuent pas selon une analogie avec la vie trinitaire, mais elles sont purement l’expression de la Bonté et de la Providence divines. [Remarque : Selon Suarez, les missions sont arbitraire] Langer Rede kurzer Sinn, Suarez fände es ganz normal, daß der Vater dem Sohn den Hl.Geist sendet, weil das ja Ausdruck dieser konnaturalen Heiligkeit und zweiten Sohnschaft wäre. A long discours, sens court, Suarez aurait trouvé tout à fait normal que le Père envoie au Fils le Saint Esprit, car ce serait l’expression même de cette Sainteté connaturelle et de cette seconde Filiation. Nun ist es aber Sententia communior, daß die Gratia Unionis allein die Sohnschaft begründet und sie die substantielle Gnade der Heiligkeit Christi ist, die auch sein Hohepriestertum begründet. Thomistisch gesehen hat dieser Ansatz keine Chance. C’est pourtant la Sententia Communior, selon laquelle la Gratia Unionis seule fonde la Filiation, et qu’elle constitue la grâce substancielle de la Sainteté du Christ, laquelle fonde également Sa Grande Prêtrise. [Remarque : n’aucune grâce supplémentaire et créée peut changer ce principe. Ce qu’est supplémentaire est aussi secondaire et ne peut donc pas être principe du sacerdoce du Christ.]
Was meinen Sie? Qu’en pensez-vous?
Union de prière,
Th.Stopka
Page 45 sur 59 45
----- Original Message ----- From: Thilo Stopka To: Priesterseminar-Herz-Jesu Sent: Wednesday, September 21, 2005 12:22 PM Subject: Re: Dein Zitat aus Diekamp II, Seite 551, bei Seite 506 Sujet : Ta citation tirée de Diekamp II, page 551, en page 506.
Lieber Matthias, Cher Matthias,
Du schreibst: Tu écris :
"ich kann schon die Sendungen von den Appropriationen unterscheiden, aber die besondere Einwohnung des Hl. Geistes bleibt trotzdem eine Appropriation, wie auch Diekamp Bd. II, S. 551 f, schreibt, auch wenn man jeder der göttlichen Personen eine „persönlich-eigentümliche Einwohnung“ zuschreiben kann, wie er dort sagt. “je peux bien distinguer les Missions des Appropriations, cependant l’habitation spéciale du Saint Esprit demeure néanmoins une Appropriation, ainsi que l’écrit Diekamp lui-même en page 551 de son tome II, même si l’on peut attribuer à chacune des Personnes divines une « habitation personnelle particulière », ainsi qu’il le dit à cet endroit là. Die Menschwerdung hat eine Sonderstellung unter den Sendungen, da nur die zweite göttliche Person mit der menschlichen Natur hypostatisch vereint ist. L’Incarnation a une place spéciale parmi les Missions, vu que seule la deuxième Personne divine est unie hypostatiquement avec la Nature humaine. Daß der Vater nicht einwohnen könne, habe ich nirgendwo behauptet." Que le Père ne puisse pas habiter, je ne l’ai nulle part prétendu". [fin de la citation]
Bei der Frage der Sendungen geht es gar nicht um die besondere Einwohnung des Hl.Geistes, im Sinne von abgesondert, sondern es geht um die Besonderheiten, Eigentümlichkeiten, im Zusammenhang mit der Sendung. Au sujet de la question des Missions il ne s’agit absolument pas de l’Habitation particulière du Saint Esprit, au sens d’isolée, mais il s’agit de ses Particularités, de ses Caractéristiques, en relation avec la Mission. Darum geht es auch immer Diekamp und Scheeben. En cela, il s’agit toujours de Diekamp et de Scheeben. Wenn ich Dein Zitat mal in seinen Zusammenhang einbetten darf, wie gesagt, bei mir Seite 506 im Traktat über Rechtfertigung: Si je devais insérer Ta Citation dans son contexte, comme il est dit, chez moi en page 506 du Traité sur la Justification. [Remarque : c’est déjà bizarre, que la page 551 n’existe pas. J’aimerai bien voir l’édition de Mr l’abbé. Un décalage de prèsque 50 page avec mon édition est quand même rare] "Die Einwohnung des Hl.Geistes ist daher nicht, wie Petavius, Thomassin, Schell u.a. meinen, eine besondere, die im neuen Bund zur Einwohnung der Trinität noch hinzukommt, sondern identisch ist mit dieser. Sie wird dem Hl.Geist per appropriationem zugeschrieben, weil sie seiner Eigetümlichkeit ammeisten entspricht." “L’Habitation du Saint Esprit ne consiste par conséquent nullement, ainsi que le pensent Pétavius, Thomassin, Schelle et d’autres, en une habitation spéciale qui s’ajouterait encore en un nouveau lien à l’Habitation de la Trinité, mais elle est identique à cette dernière. Elle est attribuée au Saint Esprit par appropriation, car elle correspond suprêmement à sa Singularité."
Page 46 sur 59 46
In dem Zitat geht also darum, daß hinsichtlich des Zweckes der Einwohnung, der Rechtfertigung also, nicht gesagt werden kann, diese sei das Werk einer abgesonderten Einwohnung des Hl.Geistes unter Absehung aller anderen Personen. Point vu du sujet du but de l’inhabitation, qui est la justification, dans cette citation, il s’agit plutôt, qu’on ne peut pas dire, qu’elle soit l’œuvre d’une inhabitation du Saint Esprit séparée des autres Personnes divines.
[Remarque : la citation de l’abbé Gaudron est tirée du chapitre de la justification chez Diekamp. C’est évident, qu’il n’y pas une inhabitation de la Trinité dans l’âme du justifié de telle façon, que la Trinité était une hypostase ersatz, complèté par une inhabitation du Saint Esprit en plus, ce qu’est critiqué par Diekamp. Tous les trois Personnes divines font un seule et unique acte d’inhabitation ensemble, mais chacune selon ses notions et propriétés, qui suivent une analogie avec les notions trinitaires : le Père – principe sans principe, Paternité (active), spiration active ; Le Fils – Filiation (passive), spiration active ; Saint Esprit – Spiration passive.
Transmis sur le niveau de l’inhabitation dans l’âme du justifié: le Père – inhabite d’une façon non-envoyé , il envoit le Fils (activement), il envoit le Saint Esprit (activement) ; Le Fils – envoyé par le Père (passif), envoit le Saint Esprit avec le Père (actif) ; le Saint Esprit - envoyé par le Père et le Fils (passif)]
Da sich die Rechtfertigung zur Dreifaltigkeit ähnlich verhält, wie die Schöpfung zur Trinität, wird die Rechtfertigung als Werk der substantiellen Einwohnung des Hl.Geistes zugeeignet. Ansonsten stünde Diekamp mit sich selbst im Widerspruch, wo er in Band I zu den Eigentümlichkeiten der Sendungen Stellung nimmt: Vu que la Justification se rapporte semblablement à la Trinité, comme l’est la Création à la Trinité, de même la Justification en tant qu’opération de l’Habitation substancielle du Saint Esprit peut lui étre approprié. [Remarque : mais l’inhabitation substancielle du Saint Esprit en soi, avec ses notions propres n’est pas une appropriation. Les appropriations concernent ici les résultats dans l’âme du justifié].
Nur in einem weiteren Sinne und uneigentlichen Sinne, wenn man von der Beziehung der
gesandten Person zu der sendenden absieht und bloß ihre Beziehung zu dem
außergöttlichen Zielpunkt ins Auge faßt, kann man das aktive Senden der ganzen
Trinität beigelegt werden. In diesem Sinne bedeutet Sendung bloß ein Wirken nach
außen, und so kann man sagen, daß alle drei Personen den Sohn in die Welt gesandt
haben. (Band I, Seite 352 unten)
Ce n’est que dans un sens plus étendu et une signification impropre, lorsqu’on fait
abstraction de la rélation entre la Personne qui envoit au rapport avec la Personne
envoyée en faveur d’une consideration seulement à l’objectif externe ce cette Misson, que
l’on peut concevoir l’envoi actif comme joint à toute la Trinité. En ce sens la Mission
signifie seulement une opération vers l’extérieur, et l’on peut dire ainsi, que toutes les
trois Personnes ont envoyé le Fils dans le monde ( Diekamp Tome I, page 352 en bas).
Dein Zitat aus Band II betrifft gar nicht unser Problem im Hinblick auf die Form Pauls VI. Ich Rede von den Eigentümlichkeiten der Einwohnung aufgrund von Sendungen und nicht von "besonders" im Sinne von "abgesondert". Damit erklärt sich auch, warum ich hier Appropriationen ablehne und die damit verbundene Freiheit der Formulierung. Ta citation tirée du Tome II ne concerne nullement notre problème se rapportant à la Forme de Paul VI. Je parle des Spécificités de l’Habitation en vertu des Missions et non pas en vertu d’un caractère « particulier » dans le sens de « séparé ». Ainsi s’explique aussi pourquoi je mets ici de côté les Appropriations ainsi que la liberté de formulation qui leur est liée.
Page 47 sur 59 47
Wo es um die Sendungen geht, ist das eben nicht möglich, weil Sendungen keine Appropriationen sind. Und wenn schon einer hier etwas zueignen will, dann so, wie Diekamp in Band I, Seite 352 schreibt. Es liegt hier eine Klimax vor. Das was eigentümlich die ganze Dreifaltigkeit angeht, kann einer Person passend zueignet werden, aber das was eigentümlich eine Person betrifft, kann allenfalls der ganzen Trinität nur appropriert werden. Man kann also nicht sagen, der Vater sende dem Sohn den Hl.Geist, weil Sendungen etwas eigentümliches sind Là où il s’agit des Missions, ce n’est pas vraiment possible non plus, car des Missions ne sont pas des Appropriations. Et si l’on persiste à vouloir attribuer quelques chose à l’une des Personnes, il faut le faire de la même façon, comme l’écrit Diekamp dans son tome II en page 352 : il s’agit d’un « Klimax ». Ce qui concerne en propre toute la Trinité peut être approprié comme convenable à une Personne, mais ce qui concerne en propre une Personne, ne peut à la rigueur n’être qu’approprié à la Trinité toute entière. En outre on ne peut dire non plus que le Père envoie au Fils le Saint Esprit, car les Missions sont quelque chose de spécifique.[Remarque : « l’Esprit du Seigeneur est sur moi, parce qu’il m’consacré par son onction » veut dire selon Diekamp et Scheeben, que le Père donna l’Esse divinum (onction) à la nature humaine du Seigneur et le parfum qui sort de cette onction, c’est le Saint Esprit. L’acte de l’onction peut être approprié aussi au Saint Esprit. Mais cette onction même, la Grâce substancielle de la Messianité, l’Esse divinum du Logos, qui est à la base de l’Union hypostatique, il ne faut pas la confondre avec le Saint Esprit.]
Zur Frage der Sonderstellung der Menschwerdung in den Sendungen: Freilich kann man sie nicht mit der Rechtfertigung des Sünders und der damit verbundenen Sendung des Hl.Geistes über einen Kamm scheren, aber die substantielle Einwohnung des Hl.Geistes in der Menschennatur des Erlösers ist so einzigartig, wie die Menschwerdung selbst. Es ist ja gerade die ungeschaffene Hypostase Jesu, die Prinzip des Hl.Geistes ist. Die Hypostasen der geschaffenen Seelen, auch wenn sie durch einen Charakter gesiegelt sind, sind niemals Prinzip des Hl.Geistes, selbst wenn durch den Charakter dieser Vorgang gleichnishaft abgebildet werden soll. Quant à la question de la place spéciale de l’incarnation dans les Missions, c’est évident qu’on ne peut la mettre dans le même sac avec la Justification du pêcheur et la mission du Saint esprit qui lui est liée, mais l’Habitation substancielle du Saint Esprit dans la nature humaine du Sauveur est aussi unique en son genre que l’Incarnation elle-même. C’est tout à fait directement que c’est l’Hypostase de Jesu incréée qui est Principe du Saint Esprit. Les Hypostases des âmes crées, même si elles sont marquées d’un caractère, ne sont jamais principe du Saint Esprit, même si par ce caractère cet événement doit être représenté par une analogie imparfaite, mais toute à fait proportionelle.
[Remarque : Cela exige, qu’il n’y pas d’obstacle dans l’âme du justifié. Le caractère façonne l’existence de nos ’hypostases créées à l’existence de Jésus, mais la grâce façonne nos natures à la nature divine. C’est chez nous, où il faut deux principe de sanctification, ce que Suarez cherche, parce que le caractère tout seule ne suffit pas. Mais quant à Jésus, il n’est pas fils adopté, mais vrai Fils. Son existence divine est un principe suffisant pour les autres grâces créés, qui lèvent les forces humaines du Sauveur dans une sphère surnaturelle et ça définitivement]
Aus diesem Grunde tritt der Hl.Geist im Falle der Einwohnung in der Seele Christi ja auch nicht zu einer geschaffenen Hypostase hinzu, wie es bei Einwohnung durch Sendung in den Seelen der Gerechtfertigten ist. C’est pour cette raison que le Saint Esprit, dans le cas de l’Habitation dans l’Ame du Christ ne s’unit pas non plus à une hypostase créée, comme c’est le cas pour son Habitation par sen envoi dans les âmes des justifiés. Der Hl.Geist wohnt in Christus mit der aktiven missionarischen Notion, als jener, der zu senden ist, was seitens des Logos seine Entsprechung in der aktiven Hauchung hat. In den Seelen der geschaffenen Hypostasen wohnt der Hl.Geist mit der passiven Notion als Gesandter.
Page 48 sur 59 48
Le Saint Esprit habite dans le Christ avec la notion missionnaire active, en tant que celle qui est à envoyer, ce qui du côté du Logos trouve son équivalent dans la spiration active. Dans les âmes des hypostases créées le Saint Esprit habite avec la Notion passive en tant qu’elle est envoyée. Erst hier kommt die Verbreitung des innertrinitarischen Prozesses nach außen zum Ziel, insofern die Trinität in den Seelen der Erlösten folgendermaßen einwohnt: der Vater kommt ungesendet und sendet den Hl.Geist durch die Sendung seines Sohnes. Cest ici que l’élargissement vers l’extérieur du Processus interne à la Trinité peut atteindre son objectif, dans la mesure où la trinité habite de la manière suivante dans les âmes des rachetés : le Père vient non envoyé et envoie le Saint Esprit par l’intermédiaire de l’envoi de Son Fils. Das Eintreten der Menschheit Christi in die natürliche Sohnschaft in der Sendung der Menschwerdung ist ebenfalls eine passive Notion, wie die ewige Sohnschaft selbst. Während es im Falle Jesu so ist, daß die Sendung des Sohnes der Natur die Einwohnung des Hl.Geistes eigentümlich vermittelt, wegen der Ordung der Sendungen, die keine Appropriationen sind, kann bei den Seelen der geschaffenen Hypsotasen zueignerisch davon die Rede sein, daß erst die Sendung des Hl.Geistes die Gemeinschaft mit den beiden anderen göttlichen Personen herstellt. Die Appropriation gilt hier aber nicht bezüglich der Sendung, sondern hinsichtlich der Begnadung. L’introduction de l’Humanité du Christ dans la Filiation naturelle dans la Mission de l’Incarnation est également une Notion passive, de même que la Filiation éternelle elle-même. Tandis que, dans le cas de Jésus il en va ainsi : La Mission du Fils procure de manière propre l’Habitation du Saint-Esprit à la Nature, en raison de l’Ordre des Missions, qui ne sont pas des Appropriations, alors que, chez les âmes des hypostases créées, il peut être de manière appropriative question de ce que c’est d’abord la Mission du Saint Esprit qui installe la communauté avec les deux autres Personnes divines. L’appropriation s’applique ici, mais non pas en ce qui concerne la Mission, mais relativement au décernement de la Grâce.
Weiter sagst Du: Plus loin tu dis
"Es ist auch ganz normal, daß der Sohn in unserem Satz nicht erwähnt wird, denn die Hl. Schrift und die Liturgie sagen meines Wissens nirgendwo, Christus als Mensch empfange irgend etwas von sich selbst, insofern er Gott sei" "Il est également tout à fait normal que le Fils ne soit pas mentionné dans notre phrase, car ni la Sainte Ecriture ni la Liturgie ne disent nulle part, à ma connaissance, que le Christ en tant qu’homme recoive quoi que ce soit de Lui-même, dans la mesure où il est Dieu. " [fin de la citation de Gaudron]
et qu’Il apporterair Lui-même en tant qu’homme l’offrande, puisque, dans la mesure
où Il est Dieu (bien sûr la Trinité est souvent désignée comme destinataire de
l’offrande, mais jamais le Fils seul) sinon le Christ ferait en tant qu’homme sa propre
volonté, dans la mesure où Il est Dieu.
Ja, das ist völlig normal, sofern man veranschlagt, daß alles was Jesus als Mensch empfängt, gemäß den Eigentümlichkeiten der Sendungen empfangen wird und diese folgen den innergöttlichen Prozessionen. Oui, c’est tout à fait normal, dans la mesure où l’on estime que tout ce que Jésus en tant qu’Homme reçoit, est reçu conformément aux spécificités des Missions, et celles-ci suivent les Processions internes à la Divinité. Der Sohn empfängt alles vom Vater in der Zeugung. Jesus als Mensch tritt durch die Sendung der Inkarnation vom Vater her, in die Sohnschaft ein und hat damit alles vom Vater, wie auch der Logos in der Zeugung alles von seinem Ursprung hat. Le Fils reçoit tout du Père dans l’engendrement. Jésus en tant qu’Homme, par l’intermédiaire de la Mission de l’Incarnation qui racine dans l’engendrement, est revêtu de la Filiation et de la
Page 49 sur 59 49
sorte possède tout du Père, de même que le Logos dans l’engendrement possède tout de Son origine. Ich habe schon darauf hingewiesen. J’ai déjà fait là-dessus mes observations. Vielleicht kann man daher die substantielle Einwohnung des Hl.Geistes in der menschlichen Natur Jesu noch nicht einmal als Sendung im eigentlichen Sinne bezeichnen, weil durch das Eintreten der Menschennatur in die Sohnschaft, diese nun selbst in ein Ursprungsverhältnis zur äußeren Sendung des Hl.Geistes eintritt, schließlich subsistiert sie in der Existenz des Sohnes. Peut-être ne peut-on même pas décrire l’Habitation substancielle du Saint Esprit dans la Nature humaine de Jésus comme une mission propre, car, par l’intermédiaire de l’introduction de la Nature humaine dans la Filiation, cette dernière entre elle-même dans un rapport d’origine pour une Mission externe du Saint Esprit, c’est parce qu’elle subsiste dans l’Existence du Fils. Man muß die Einwohnung des Hl.Geistes in der Menschennatur Jesu also als Mitteilung verstehen, die aus der Einheit der Existenz in der hypostatischen Union erwächst und nicht als göttliche Sendung. Dein Einwand impliziert, daß Ihm über die Gratia Unionis hinaus eine andere unendliche Gnade zuteilwerden müßte. L’on doit comprendre également l’Habitation du Saint Esprit dans la nature humaine de Jésus en tant que Communication, qui découle de l’unité de l’Existence dans l’Union Hypostatique, et non pas en tant que Mission divine. Ton objection implique qu’une autre Grâce infinie adjointe à la Gratia Unionis devrait Lui être réservée. [Remarque : cette Communication dont je parle, est la Communication des idiomates, ou la périchorèse]
Es gibt aber ansonsten nur die akzidentellen Gnaden in Christus. Mais il n’existe à part cela que les Grâces accidentelles dans le Christ. So gesehen müßte der Sohn eine doppelte Sohnschaft aufweisen, eine aus der Gratia unionis und eine durch den Spiritus principalis. Selon ce point de vue, le Fils devrait présenter une double Filiation, l’une provenant de la Gratia Unionis, et l’autre par l’intermédiaire du Spiritus Principalis. So ähnlich, aber nicht exakt, lehren es ja Durandus, Vazquez und Suarez, die zusätzlich zur hypostatischen Union eine konnaturale Heiligkeit fordern, die von der Gratia Christi verschieden sein soll. Semblablement, mais non pas identiquement, ainsi que enseignent Durandus, Vazquez et Suarez, qui produisent une Sainteté connaturelle supplémentaire à l’Union Hypostatique, qui doit différer de la Gratia Unionis. Es ist wenigstens Sententia communior, daß die Gnade der hypostatischen Union der Menschheit Christi unmittelbar und durch sich eine substantielle und unenedliche Heiligkeit vermittelt. (Diekamp 1921 Band II, Seite 249). Il est tout au moins de Sententia Communior que la Grâce de l’Union hypostatique de l’Humanité du Christ communique immédiatement à travers elle une substancielle et infinie Sainteté (Diekamp 1921, tome II, page 249). Was soll nun die Sendung eines Spiritus principalis? Quelle doit-être dès lors la Mission d’un Spriritus Principalis ? Soll das die Gratia Unionis sein, oder eine zusätzliche, unendliche Heiligkeit? Cela doit-il être la Gratia Unionis, ou une Sainteté infinie supplémentaire ? Die Gratia unionis ist es nicht, denn bei dieser salbt der Hl.Geist durch Appropriation die Menschheit mit der Gottheit des Sohnes, ohne daß man sagt, dabei sei der Hl.Geist vomVater zu seinem Sohn gesandt worden, oder der Sohn sei vom Vater durch den Hl.Geist gesandt. Ce n’est pas la Gratia Unionis, car par celle-ci le Saint Esprit oint l’Humanité de la Divinité du Fils à travers une Appropriation, sans que l’on dise, que ce serait par elle que le Saint Esprit aurait été envoyé à Son Fils, ou que le Fils serait envoyé par le Père par l’intermédiaire du Saint Esprit. Eine zusätzliche unendliche Heiligkeit kann es auch nicht sein und die akzidentelle Heiligkeit der eingegossenen Gnaden ist etwas anderes. Ce ne peut être non plus une Grâce infinie supplémentaire, et la sainteté accidentelle des Grâces infusées est quelque chose de tout autre. Es geht also nicht! Cela ne va pas non plus !
Page 50 sur 59 50
Der Erlöser steht immer in einem Ursprungsverhältnis zum Hl.Geist, ewig in der Gottheit und durch seine Menschwerdung auch im Rahmen der Sendungen. Le Sauveur demeure toujours dans un rapport d’origine vis à vis du Saint Esprit éternellement dans la Divinité et également par son Incarnation dans le cadre des Missions. Der Hl.Geist wird der Menschheit Jesu unmittelbar durch Eintreten in das natürliche Sohnschaftsverhältnis zuteil. Somit "sendet" der Sohn nicht selbst den Geist, wie Du ironisch bemerkst. Le Saint Esprit est réservé immédiatement à l’Humanité de Jésus à travers l’introduction dans le rapport naturel de filiation. Par conséquent le Fils n’« envoie » pas lui-même l’Esprit, ainsi que tu le remarques ironiquement. Aber erhellend war die Bemerkung durchaus. Mais cette remarque était éclairante.
Dieses Ursprungsverhältnis des Erlösers zur sichtbaren Sendung des Hl.Geistes kommt zum Ausdruck nach der Taufe. Ce rapport d’origine du Sauveur à la Mission visible du Saint Esprit vient à s’exprimer après le Baptême.[dans le Jourdain] Der Vater hinterlegt sichtbar das Pfand seiner Liebe, ohne daß man sagen könnte, Jesus habe so den H.Geist empfangen. Genau in dem Augenblick wo der Vater sein Pfand hinterlegt, beginnt der Erlöser seine Tätigkeit um selbst in einer Sendung von IHM her, ein Pfand seiner Liebe zu hinterlegen, was dem sichtbaren Symbol der Taube entspricht. Le Père dépose visiblement le gage de Son Amour, sans que l’on puisse dire que Jésus ait reçu ainsi le Saint Esprit. C’est à l’instant même où le père revèle son gage, que le Sauveur commence sa fonction pour manifester, dans une Mission provenant de Lui-même, un gage de son Amour, ce qui correspond au symbole visible du Baptême. Ein solches Symbol ist das Vergießen seines Blutes aus der geöffneten Seite. Le versement de Son Sang hors de Son côté ouvert est un Symbole de cette nature. Das Blut selbst bleibt das Blut Christi, aber der Hervorgang des kostbaren Blutes aus dem Herzen Jesu ist ein anschauliches Symbol der sichtbaren Sendung des Hl.Geistes, als Pfand der Liebe Jesu zu seinem Vater. Le Sang lui-même demeure le Sang du Christ, mais le jaillissement du Sang précieux hors du cœur de Jésus constitue un symbole concret de la Mission visible du Saint Esprit, en tant que gage de l’Amour de Jésus pour Son Père. Nach all dem gesagten, sollte man im Hinblick auf die Zusammenfassung der Lehre Scheebens durch P.Fuchs SVD präzisierend verbessern: Après tout ce qui a été dit, oil faut affiner, compte tenu du résumé de la leçon de Scheeben obtenu grâce au Père Fuchs SVD.
• Die Menschwerdung des Sohnes ist eine Sendung vom Vater her im eigentlichen Sinn
• L’Incarnation du Fils est une Mission provenant du Père dans un sens propre.
• Der Willensentschluß zu dieser Sendung betrifft die ganze Dreifaltigkeit im eigentlichen
Sinn
• La résolution de la volonté pour cette Mission concerne toute la Trinité dans un sens
propre.
• Die Menschwerdung als schöpferisches Werk darf dem Hl.Geist zueignet werden, insofern
der Hl.Geist die Menschheit mit der Gottheit des Logos salbt, also Appropriation.
• L’Incarnation en tant qu’œuvre de création peut être approprié au Saint Esprit, dans la
mesure où le Saint Esprit oint l’Humanité avec la Divinité du Logos.
•
• Eine zusätzliche Sendung an Christus nach Eingießen der Gratia Unionis ist völlig
überflüssig. Die substantielle Gegenwart des Hl.Geistes in Chritus hat als ausschließliche
und hinreichende Ratio theologica die Gratia Unionis.
• Une Mission supplémentaire qui serait dévolue au Christ après l’infusion de la Gratia
Unionis serait complètement inutile. La présence substancielle de l’Esprit Saint dans le
Christ possède sa Ratio Theologia exclusivement et suffisamment dans la Gratia Christi
sive Unionis.
Page 51 sur 59 51
• Die Eigentümlichkeit der Einwohnung des Hl.Geistes in den Seelen der geschaffenen Personen ist die eines Gesandten, wohingegen ihm der Zweck der Einwohnung, die Heiligung nur durch Zueignung zukommt, denn alle drei göttlichen Personen sind unendlich heilig. • La spécificité de l’habitation du Saint Esprit dans les âmes des personnes créées est celle d’un Envoyé, tandis que ne lui parvient, seulement par appropriation, la Sanctification, but de l’habitation, car les Personnes divines sont toutes les trois infiniment saintes.
Das weiter oben geschriebene ist entsprechend anzupassen, weil sich so eine bessere Harmonie zur Lehre Scheebens ergibt. Ce qui est écrit plus haut reste à adapter de manière correspondante, car il en résulte une meilleurs Harmonie pour la leçon de Scheeben. So erklärt sich auch der alte Satz, "der Hl.Geist geht vom Vater aus und ruht im Sohne", den die Griechen fatalerweise rein innergöttlich verstehen. C’est ainsi que s’éclaire également l’antique sentence : « Le Saint Esprit vient du Père et repose sur le Fils », que les Grecs comprennent d’une manière fatale comme purement intérieure à la Divinité. Das Ruhen bezieht sich auf die unverlierbare Einwohnung des Hl.Geistes in der Menschennatur Jesu, die durch Mitteilung und nicht durch Sendung von der Hypostase auf sie übergeht und der Menschheit Christi schon durch ihre Existenz unverlierbar zueigen ist. Jetzt ist aber erst recht klar, warum man niemals sagen kann, der Vater sende dem Sohn den Hl.Geist, denn auch der Sohn sendet ihn nicht sich selbst, wie Du richtig sagst. Ce repos se réfère à l’irrévocable habitation du Saint Esprit dans la nature humaine de Jésus, laquelle se transmet à cette dernière par Communication et non par Mission provenant de l’Hypostase, et est déjà propre irrévocablement à l’humanité du Christ par son Existence. Il apparaît dès lors très clairement pourquoi on ne peut jamais dire que le Père envoie au Fils le Saint Esprit, car même le Fils L’envoie, mais non pas Lui-mêm, ainsi que tu le dis justement., Man kann höchstens im Sinne der Idiomatenkommunikation sagen, Christus bekomme von Gott (der Dreifaltigkeit) den Hl.Geist mitgeteilt, wenn man dabei die Gratia Unionis im Blick hat. L’on peut peut-être simplement parler au sens des communications idiomatiques que le Christ reçoit de Dieu (la Trinité) le Saint Esprit en communication, si l’on a en vue par cela la Gratia Unionis. Es geht hier um eine natürliche Folge der Sohnschaft, die ihre Ausdehnung in der Menschwerdung findet. Il s’agit ici d’une conséquence naturelle de la Filiation qui trouve son prolongement dans l’Incarnation. Der Sohn als Prinzip des Hl.Geistes bedarf dazu als einzige passive Notion der Sohnschaft. Le Fils en tant que Principe du Saint Esprit a besoin pour cela seulement de la notion passive de la Filiation. [Remarque : La Filiation et l’Incarnation communique par soi même le Saint Esprit] Auf die Sendungen übertragen, reichen hier die Inkarnation und die Gratia Unionis hin, um die Fülle des Hl.Geistes in Christus zu begründen. Appliqué aux Missions, l’Incarnation et la Gratia Unionis suffisent ici pour fonder dans le Christ la plenitude du Saint Esprit Durch ihre göttliche Existenz ist die Menschheit Christi definitiver Ort der aktiven Hauchung, schon von ihrer Person her und somit auch Ausgangspunkt der aktiven Sendung inbezug auf den Hl.Geist. Par son existence divine, l’humanité du Christ est le lieu définitif de la spiration active déjà en provenance de sa Personne et avec également le point de sortie de la Mission active en ce qui concerne le Saint Esprit. Die Form Pauls VI. widerspricht hier auf jedenfall der kirchlichen Lehre, weil sowohl innertrinitarisch von der Sohnschaft einmal abgesehen, für den Sohn jede weitere passive Notion ausgeschlossen ist und auch im Rahmen der äußeren Sendungen eine solche passive Notion inexistent ist. La Forme de Paul VI contredit ici en tout cas l’enseignement de l’Eglise, car dans le cadre de la vie trinitaire ainsi des missions, toute autre Notion passive est exclue du Sauveur, si on fait abstraction ici de la Filiation et de l’Incarnation. [Remarque : Le Fils connaît que deux notions
Page 52 sur 59 52
trintaire, une est passive, la Filiation, l’autre est active, la spiration active. Quant aux Missions, il est envoyé par le Père et il envoit avec le Père le Saint Esprit.] Auch auf der Ebene der Sendungen kennt der Sohn hinsichtlich des Hl.Geistes nur eine aktive Notion, die mit der trinitarischen Notion der aktiven Hauchung in Einklang steht, was aber Suarez ablehnt. Même au niveau des Missions le Fils ne connaît en ce qui concerne le Saint Esprit qu’une Notion active, qui demure en accord avec la Notion trinitaire de souffle actif, ce que rejette Suarez. Von einem Empfang kann also nur einschlußweise mit Hinblick auf die Gratia Unionis die Rede sein, einer Mitteilung eher, die die menschliche Natur Jesu über ihre Hypostase in ein Ursprungsverhältnis zur weiteren äußeren Sendung des Hl.Geistes setzt. Il ne saurait être question non plus d’une réception que d’une manière inclusive en ce qui concerne la Gratia Unionis, plutôt d’une communication, qui situe la nature humaine de Jésus par son Hypostase en un rapport d’origine pour une autre Mission externe du Saint Esprit. Man könnte einwenden, wenn schon der Hl.Geist, der die passive Hauchung ist, in Christus einwohne, müsse er das auch mit Blick auf die Sendungen ebenfalls in passiver Notion tun. On pourrait objecter que si le Saint Esprit, qui est le souffle passif, habitait déjà dans le Christ, Il devrait le faire aussi pareillement en Notion passive au regard des Missions. Das stimmt aber nur für die Seelen der Erlösten. Christus wäre nicht Haupt und Mittler, wenn die substantielle Einwohnung des Hl.Geistes Ihm unter dem senderischen Aspekt einer passiven Notion zukäme, der Hl.Geist in Ihm somit als gesandter und nicht als zu sendender einwohnte. Mais cela n’est correct que pour les âmes des rachetés. Le Christ ne serait pas la Tête et le Médiateur, si l’Habitation substancielle du Saint Esprit parvenait à Lui sous l’aspect d’un envoi d’une Notion passive, le Saint Esprit habiterait en Lui en tant qu’envoyé et non en tant que celui- ci, qui est à envoyer.
Das ist bei den Ërlösten der Fall, wo die passive Hauchung auch durch passive Sendung einwohnt. C’est le cas chez les rachetés, chez qui le souffle passif habite par une mission passive. Die geschaffenen Hypostasen der erlösten Seelen sind kraft dieser doppelten passiven Notion ebenfalls jenes Liebspfand des Sohne an den Vater und somit wieder Ausdruck der aktiven Hauchung des Geistes durch den Sohn, der ihn auch aktiv sendet. Les hypostases créées des âmes des rachetés sont, en vertu de cette double Notion passive, pareillement ce gage d’Amour du fils envers le Père, et ainsi une nouvelle expression du Souffle actif de l’Esprit par le Fils, qui L’envoie aussi activement. Nachdem der Sohn in seinem kostbaren Blut ein Pfand hinterlegt hat, was auf das äußere Pfand des Vaters (Taube) antwortet, indem sein Vergießen des Blutes laut Scheeben eine Sendung ist (siehe P.Fuchs SVD, Kapitel Blut und Geist), ist der Kreislauf geschlossen. Après que le Fils ait déposé un gage en son Sang précieux, ce qui répond au gage extérieur du Père (Baptême), dans lequel l’effusion du Sang est une mission selon Scheeben (voir P.Fuchs SVD, Chapitre Sang et Esprit), le cercle est refermé. Der Sohn wird vom Vater verherrlicht und beide zusammen senden jetzt den Geist an die Apostel in äußerer Sendung, so wie der Wortsinn des koptischen Weihegebetes nahelegt. Le Fils est glorifié par le Père et tous deux ensemble envoient alors l’Esprit aux Apôtres en une Mission externe, ainsi que le conçoit le sens littéral de la prière de consécration copte. Rufen wir noch einmal in Erinnerung, daß die streitgegenständlichen Formulierungen Pauls VI. nicht nur irgendwelche theologischen Wahrheiten sagen wollen, sondern den Episkopat vermitteln. Rappelons nous encore une fois que les formulations de Paul VI, objet des critiques, ne veulent pas signifier seulement des vérités théologiques quelconques, mais veulent communiquer l’Episcopat. Anscheinend soll hier der vergebliche Versuch unternommen werden, aus einer Analogie der Ratio theologica des Hohepriestertums Jesu, auf das Bischofsamt zu schließen und so dieses Amt zu vermitteln. Sehen wir hier einmal von der Frage ab, daß das ohne hinreichende Unterscheidung zum Presbyterat nicht ginge und behandeln wir die Sache nur mit Blick auf die Analogie als solche. Selon toute apparence c’est ici qu’est entreprise la vaine tentative d’inclure l’Episcopat à partir d’une analogie de la Ratio théologica de la Grande Prêtrise de Jésus pour procurer ainsi cette fonction. Nous voyons ici cette fois à partir de cette question, que cela ne va pas pour le
Page 53 sur 59 53
Presbytérat sans distinction suffisante vis-a-vis l’épicopat et que nous ne traitons cette affaire qu’eu égard à cette analogie en tant que telle. Wir wollen also nicht abstreiten, ob vielleicht so eine gültige Weihe möglich wäre. Nous voulons également ne pas nier la question de savoir si peut-être il pourrait y avoir ainsi une consécration valide. Aber wo ist denn das, wodurch Christus Hohepriester ist, korrekt erwähnt? Mais où donc est-il correctement mentionné par quoi le Christ est Grand Prêtre ? Wenn man schon so weihen will, wo haben wir einen eindeutigen Hinweis auf die Gratia Unionis? Si l’on tient à consacrer ainsi où trouve-t-on une précision non ambiguë sur la Gratia Unionis ? Warum fundiert man so etwas nicht auf die Hl.Schrift, wo Jesus selbst sagt, "wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch" und dann hauchte er sie an, damit sie den Hl.Geist empfingen. Pourquoi ne fonde-t-on pas une telle chose sur la Sainte Ecriture, où Jésus Lui-même dit : « Comme le Père m’a envoyé, moi aussi je vous envoie, », et ensuite Il souffla sur eux afin qu’ils reçoivent le Saint Esprit.[Remarque : à la fin de la consécration épiscopale copte on le fait. Voir la fin de la cérémonie] Er sagte nirgendwo, "so wie ich vom Vater den Hl. Geist empfangen habe, so empfangt ihn jetzt von mir". Il ne dit nulle part : “De même que j’ai reçu du Père le Saint Esprit, ainsi recevez le de moi » Das Strickmuster der Form folgt dem der Adoptianer, die immer Wert darauf legten das Christus "est praedestinatus Filius Dei in virtute (Rom. 1,4)" , siehe Diekamp II, Seite 232. La formulation de la Forme suit celle des Adoptionnistes, qui attachaient toujours une grande importance à ce que le Christ "est praedestinatus Filius Dei in virtute (Rom. 1,4)" , voir Diekamp II, Page 232. Man vergleiche das mit der neuen Form und erst recht mit den Quellen der Traditio apostolica, wo typisch adoptianisch oft von puer und puero die Rede war, also vom Knecht und nicht vom Sohn, was schon Hadrian I verdammt hatte,(Diekamp II, Seite 229) sofern der Ausdruck Knecht hypostatisch verwendet wird. Que l’on compare cela avec la nouvelle Forme, et d’abord directement avec les sources de la Tradition Apostolique, où souvent il est question de manière typiquement adoptioniste de puer et de puero, ainsi que de Serviteur et non de Fils, ce que Hadien I avait déjà condamné (Diekamp II, Page 229) dans la mesure où l’expression serviteur était utilisée dans un ses hypostatique. Aber genau so sieht es bei Hippolyt aus, wenn z.B. der Kanon sagt, "....ut te laudemus et glorificemus per puerum tuum Je(su)m Chr(istu)m, per quem tibi gloria et honor patri et filio cum s(an)cto", was auch äthiopische Handschriften des Weihegebetes nahelegen. Mais il en va exactement ainsi chez Hippolyte quand, par exemple, le Canon dit : "....ut te laudemus et glorificemus per puerum tuum Je(su)m Chr(istu)m, per quem tibi gloria et honor patri et filio cum s(an)cto", ce que suggère également des manuscrits éthiopiens de la prière de consécration. Ist Christus der Sohn, oder wird er es , durch die "Sendung" des Geistes? Ist der Sohn eine andere Person als der"Knecht"? Le Christ est-Il le Fils, ou le devient-Il ; par l’« envoi » de l’Esprit ? Le Fils est-Il une autre Personne que le « Serviteur » ?
Man dreht es also um und der Geist wird nicht vom Vater durch den Sohn gesandt, sondern der Sohn vom Vater durch den Geist. On renverse la proposition et l’Esprit n’est pas envoyé par le Père à travers le Fils, mais le Fils est envoyé par le Père à travers l’Esprit. Das paßt zur Sicht des Kabbalisten Rabbi Benamozegh, des Rabbiners von Livourne, ein Zeitgenosse der Apostaten Bricaud, Roca und Doisnel. Cela convient à la façon de voir du Kabbaliste Rabbi Benamozegh ; le Rabbin de Livourne, un contemporain des Apostats Bricaud, Roca et Doisnel. Er veranschlagt gemäß des Baumes der Sephiroth ein männliches Prinzip, das er als Vater bezeichnet und ein weibliches, welches er "esprit royal" nennt, aus deren Vereinigung als Sohn ein weiteres Glied der Sephiroth hervorgeht.
Page 54 sur 59 54
Il estime un Principe masculin conforme à l’arbre des Séphiroths, Principe masculin qu’il décrit comme Père et un Principe féminin, qu’il nomme "esprit royal", et de leur union surgit en tant que Fils un nouveau memebre des Séphiroths. Benamozegh hebt ausdrücklich hervor, daß man nur die Reihenfolge der Ausgänge ändern müsse, um die Trinität auf die Kabbala zurechtzustutzen. Benamozegh souligne expressémment qu’il suffirait de changer l’ordre des processions trinitaires pour conformer correctement la Trinité à la Kabbale. Man setze nur seinen "esprit royal" neben den "souverain esprit" der Bischofsweihen von Vannes (2005) und Dax(2002). Nous ne faisons que placer son "esprit royal" à côté du "souverain esprit" de la consécration épiscopale de Vannes (2005) et de Dax (2002). Es fällt einem auch spontan ein, was Johannes Paul I. in seiner recht kurzen Zeit in Rom gesagt hatte: "Gott ist Vater und Mutter zugleich". Il vient aussi spontanément à l’esprit ce que Jean-Paul I avait dit durant son très court temps à Rome : “Dieu est Père et Mère en même temps ». Zur Frage der Stellungnahme von Theologen zur Form Pauls VI. A la question de la prise de position des Théologiens sur la Forme de Paul VI. Da man sich viele Jahre die Köpfe darüber zerbrochen hat, was Spiritus principalis, Geist der Leitung, governing Spirit, Esprit qui fait les chefs, souverain Esprit in Großschreibung, souverain esprit in Kleinschreibung, überhaupt zubedeuten habe, wobei man weit entfernt davon war, darin sicher den Hl.Geist erkennen zu können, darf es es wohl kaum verwundern, wenn man sich der Frage des Filioque gar nicht erst zuwandte. Comme l’on s’est durant de nombreuses années cassé la tête sur la question de savoir ce que Spiritus principalis, Esprit de Gouvernement, Esprit qui fait les chefs, souverain Esprit avec une majuscule, souverain esprit avec une minuscule, pouvait signifier d’une manière générale, question à propos de laquelle on était largement éloigné de pouvoir reconnaître avec certitude le Saint Esprit, il ne faut guère s’étonner que l’on ne se soit absolument pas consacré d’emblée à l’étude de la question du Filioque. Da selbst Bugnini behauptete, er wisse gar nicht sicher, ob hier der Hl.Geist gemeint sei, ist es doch wohl logisch, daß man das Problem des Filioque nicht behandeln konnte. Comme Bugnini lui-même affirmait, qu’il ne savait absolument pas de science certaine si l’on devait comprendre le Saint Esprit sous cette expression, il est par suite tout à fait logique que l’on ait pas traité du problème du Filioque. [Remarque : à ce moment là, la théologie de Rahner, Lécuyer, Max Thurian au niveau de l’onctionisme m’était en encore inconnu. Mais pourquoi ce travail de recherche est à nous? Pourquoi pas à l’abbé Gaudron ? ] Ich selbst tue das nur unter der Voraussetzung der italienischen Form. Je ne le fais moi-même que sous la condition de la Forme italienne. Die Befürworter der Gültigkeit gaben sich mit dem Hinweis auf den westsyrischen und koptischen Ritus zufrieden. Les tenants de la validité se prétendent satisfaits par la référence aux rites syriaque occidental et copte. Hier ist es doch wohl deutlich, daß so gut wie niemand darauf hingewiesen hatte, daß dieses Weihegebet nicht syrisch ist und hinsichtlich des koptischen wesentliche Formulierungen anders lauten. Là aussi il est pourtant bien clair, que, pour autant que quelqu’un s’y soit référé, cette prière de consécration n’est pas syriaque et quant aux formules essentielles coptes elles sonnent différemment. Die Kirche war also 1968 noch nicht so am Ende? L’Eglise n’en était pas encore réduite à une telle extrémité en 1968 ? Die Frage des Ursprungs dieses Gebetes, in der Promulgatio falsch dargestellt, hätte noch vor dem Filioque durchleuchtet werden müssen. La question de l’origine de cette prière, fallacieusement representée dans la Promulgation, aurait du pourtant être éclaircie avant le Filioque. Wer hat sich denn darum gekümmert? Qui donc s’en est soucié ? Wie die Sache im Seminar behandelt worden war, weiß ich selbst. O-Ton Paul Natterer im Unterricht: das Weihegebet Pauls VI. aus syrischer Tradition.
Page 55 sur 59 55
Comment l’affaire a-t-elle été traitée au Séminaire, je le sais bien moi-même.Paul Natterer affirmait en cours que la prière de Paul VI venait de la Tradition syriaque. Nun ja! Ich kann nur das Faktum feststellen: man hat sich nicht darum gekümmert. A présent, je ne puis que cosntater les faits : on ne s’en est pas soucié. Es gibt genügend Hinweise von Theologen auf den Subordinatianismus bei Hippolyt. Il existe des indications suffisantes de la part de thélogiens à propos du Subordinationisme chez Hippolyte. Dieses Wissen haben wir aus den Quellen, woher den sonst? Nous avons ce savoir à partir des sources, et d’où le tirerions-nous sinon ? Das Problem des Filioque ist nur die andere Seite der Subordinierung des Sohnes. Le Problème du Filioque n’est que l’autre face de la question de la Subordination du Fils. Abschließend bleiben folgende Fragen offen: En conclusion, les questions suivantes restent ouvertes :
• Wenn doch die Gratia Unionis die substantielle Gnade Christis ist, welche Gnade vermittelt eine "Sendung" des Spiritus principalis hier in bezug auf den Sohn? Als zusätzliche substantielle Gnade, eine zweite Sohnschaft? Die Frage wurde immer im Zusammenhang mit dem Episkopat erörtert, nun stelle ich sie für den Sohn. • Si cependant la Gratia Unionis est bien la Grâce Substancielle du Christ, quelle grâce fournit ici un « Envoi » du Spiritus Principalis en ce qui concerne le Fils ? Une seconde Filiation comme grâce substancielle supplémentaire ? La question a toujours été débattue en relation avec l’Episcopat, à présent je la pose pour le Fils ? • Welche Rolle soll der Spiritus principalis hinsichtlich des Hohepriestertums Christi spielen, wo doch die Einwohnung des Hl.Geistes logische Konsequenz und nicht Ursache des Hohepriestertums Christi ist. Christus ist Hohepriester in passiver Sendung durch die Menschwerdung. • Quel rôle doit jouer le Spiritus principalis en ce qui concerne la Grande Prêtrise du Christ, où pourtant l’Habitation du Saint Esprit est conséquence logique et nullement Cause de la Grande Prêtrise du Christ. Le Christ est Grand Prêtre par Mission passive dans l’Incarnation.
Man könnte die Wirksamkeit der neuen Form allenfalls mit Hilfe von Suarez nachweisen, aber sein Modus Unionis unterscheidet sich nicht wirklich vom priesterlichen Charakter. On pourrait à la rigueur prouver l’efficacité de la nouvelle Forme avec l’aide de Suarez, mais son Modus Unionis ne se différencie pas réellement du caractère sacerdotal. Also braucht er ebenfalls ein zweites Prinzip der Heiligung, eine konnaturale Heiligkeit zu hypostatischen Union. Il a pareillmeent besoin lui aussi d’un deuxième principe de Sainteté, une Sainteté connaturelle à l’Union Hypostatique.
Gesegnete Exerzitien, Que tes exercices soient bénis
Thilo
Page 56 sur 59 56
----- Original Message ----- From: Priesterseminar-Herz-Jesu To: 'Thilo Stopka' Sent: Sunday, September 18, 2005 4:46 PM Subject: AW: Scheeben, Seite 297 unten, 298
Lieber Thilo,
ich kann schon die Sendungen von den Appropriationen unterscheiden, aber die besondere Einwohnung des Hl. Geistes bleibt trotzdem eine Appropriation, wie auch Diekamp Bd. II, S. 551 f, schreibt, auch wenn man jeder der göttlichen Personen eine „persönlich-eigentümliche Einwohnung“ zuschreiben kann, wie er dort sagt.
je peux bien distinguer les Missions des Appropriations, cependant l’habitation spéciale du Saint Esprit demeure néanmoins une Appropriation, ainsi que l’écrit Diekamp lui-même en page 551 de son tome II, même si l’on peut attribuer à chacune des Personnes divines une « habitation personnelle particulière », ainsi qu’il le dit à cet endroit là.
Die Menschwerdung hat eine Sonderstellung unter den Sendungen, da nur die zweite göttliche Person mit der menschlichen Natur hypostatisch vereint ist.
L’Incarnation a une place spéciale parmi les Missions, vu que seule la deuxième Personne divine est unie hypostatiquement avec la Nature humaine.
Daß der Vater nicht einwohnen könne, habe ich nirgendwo behauptet.
Que le Père ne puisse pas habiter, je ne l’ai nulle part prétendu"
Bleiben wir aber bei den Sendungen:
Mais restons-en aux Missions :
Du hast selbst zugegeben, daß Christus als Mensch den Hl. Geist empfangen hat, und es wäre ja auch lächerlich, das zu leugnen.
Tu as toi-même concédé que le Christ en tant qu’Homme a reçu l’Esprit Saint, et il serait bien sûr ridicule de le nier.
Von wem hat er ihn also empfangen?
Mais de qui L’a-t-Il reçu ?
Vom Vater und auch von sich selber, insofern er Gott ist, denn Vater und Sohn sind ja das Prinzip des Hl. Geistes.
Du Père et aussi de Lui-même, dans la mesure où Il est Dieu, car le Père et le Fils sont bien sûr le principe du Saint Esprit.
Vom Vater spricht der Satz der TA, vom Sohn nicht.
Page 57 sur 59 57
La phrase de la TA indique de la part du Père, et non pas de la part du Fils.
Das ist genauso wie in der früheren Fassung des Glaubensbekenntnisses, wo nur der Vater als Prinzip genannt war.
C’est exactement comme dans l’ancienne version de la profession de Foi, où le Père seul était nommé en tant que Principe.
Es ist auch ganz normal, daß der Sohn in unserem Satz nicht erwähnt wird, denn die Hl. Schrift und die Liturgie sagen meines Wissens nirgendwo, Christus als Mensch empfange irgend etwas von sich selbst, insofern er Gott sei, er bringe als Mensch das Opfer sich selbst da, insofern er Gott sei (allerdings wird die Trinität manchmal als Empfänger des Opfers bezeichnet, nie aber der Sohn allein) oder Christus tue als Mensch seinen eigenen Willen, insofern er Gott ist.
Il est également tout à fait normal que le Fils ne soit pas mentionné dans notre phrase, car ni la Sainte Ecriture ni la Liturgie ne disent nulle part, à ma connaissance, que le Christ en tant qu’homme recoive quoi que ce soit de Lui-même, dans la mesure où il est Dieu, et qu’Il apporterair Lui-même en tant qu’homme l’offrande, puisque, dans la mesure où Il est Dieu (bien sûr la Trinité est souvent désignée comme destinataire de l’offrande, mais jamais le Fils seul) sinon le Christ ferait en tant qu’homme sa propre volonté, dans la mesure où Il est Dieu.
Ich vergleiche nicht Äpfel mit Birnen, sondern Du mißt mit zweierlei Maß.
Je ne confonds pas des pommes avec des poires, mais toi tu mesures avec deux poids deux mesures
Bei anderen schwerverständlichen Stellen bist Du ohne weiteres bereit, eine katholische Interpretation zu akzeptieren, aber hier, wo diese problemlos möglich ist, verlangst Du höchste, jedes Mißverständnis ausschließende Präzision des Ausdrucks.
Au sujet d’autres questions difficiles à comprendre tu es prêt sans développements à accepter une interprétation catholique, mais ici, quand cette question est peut-être sans problème, tu exiges au plus haut point la précision de l’expression excluant tout malentendu.
Die Tatsache, daß Du keinen Theologen für Deine Meinung anführen kannst, spricht auch schon deutlich genug.
Le fait que tu ne puisses mentioner aucuns théologiens à l’appui de ton opinion, est en outre déjà suffisamment clair.
So danieder lag die Kirche 1968 noch nicht, daß es keine Theologen mehr gegeben hätte, die protestiert hätten, wenn man eine häretische Form bei der Weihe eingeführt hätte.
L’Eglise de 1968 n’était par encore descendue si bas, qu’il ne se soit trouvé aucun théologien qui ait protesté, lorsque l’on aurait introduit une Forme hérétique dans l’ordination.
Page 58 sur 59 58
Und auch diejenigen, die sich kritisch mit der neuen Bischofsweihe auseinandergesetzt haben, haben zwar bisweilen Zweifel angemeldet, ob die neue Form das Wesen der Bischofsweihe genügend zum Ausdruck bringe, haben sie aber nicht für häretisch gehalten.
Et même ceux qui ont se sont préoccupés de manière critique de la nouvelle consécration des Evêques, bien qu’ils aient parfois il est vrai exprimé des doutes, sur la question de savoir si la nouvelle Forme comportait une expression suffisante de la nature de la consécration épiscopale, ne l’on cependant pas tenue pour hérétique.
Da nun meine Exerzitien beginnen, kann ich Dir in den nächsten Tagen nicht antworten, und eigentlich bin ich auch der Meinung, daß wir genug diskutiert haben.
Comme à présent mes Exercices commencent, je ne puis te répondre au cours des prochains jours, et à vrai dire je suis d’avis que nous en avons assez discuté.
Mit priesterlichem Segensgruß
Avec ma bénédiction de prêtre.
Matthias
Page 59 sur 59 59